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Wie robust ist Rubiales? Im Kuss-Skandal streikt jetzt die Nationalelf

Luis Rubiales auf der Verbandstagung in Madrid am 25. August 2023
Luis Rubiales auf der Verbandstagung in Madrid am 25. August 2023 Copyright RFEF/AP
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Von Euronews mit AP, dpa
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Die spanischen Weltmeisterinnen erklärten, es sei traurig, dass ein derart inakzeptables Verhalten den größten sportlichen Erfolg des spanischen Frauenfußballs überlagere.

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Die Kuss-Affäre um den spanischen Fußballverbandspräsidenten Luis Rubiales weitet sich aus. Nachdem der 46-jährige einen Rücktritt auf der Sondertagung des Verbands in Madrid vehement ausgeschlossen hat, reagierten die Spielerinnen um die betroffene Jennifer Hermoso über die Spielerinnengewerkschaft Futpro. 

Die Nationalelf versicherte in der Mitteilung über den Dienst X, vormals Twitter, ihre Solidarität mit Hermoso und kündigte an, bis zum Rücktritt von Präsident Rubiales nicht mehr anzutreten. Sie verurteilten Verhaltensweisen, die die Würde der Frauen unterminierten.

Zuvor hatte Hermoso die Behauptung von Rubiales zurückgewiesen, der Kuss auf den Mund sei einvernehmlich geschehen.

Der Eklat ereignete sich nach dem WM-Finale in Sydney. Bei der Siegerehrung der Spanierinnen nahm Rubiales vor einem Millionenpublikum den Kopf von Hermoso in beide Hände und küsste sie auf die Lippen. Er begründete das "spontane" Verhalten zunächst mit dem Überschwang kurz nach dem Titelgewinn, dem ersten WM-Titel in der Geschichte des spanischen Frauenfußballs.

Mehrere hochrangige spanische Politiker:innen verurteilten den Zwischenfall. Auch Regierungschef Pedro Sánchez, der sich traditionell für Frauenrechte einsetzt, sagte, eine Entschuldigung von Rubiales reiche in dem Fall nicht aus.

Rücktritt nur aufgeschoben?

Am Donnerstag dann berichteten spanische Medien über einen bevorstehenden Rücktritt des Präsidenten an diesem Freitag, auf der Sondertagung des spanischen Fußballverbandes. Doch Rubiales tat in Madrid das kaum noch erwartete Gegenteil und versicherte während einer leidenschftlichen Rede mehrmals, dass er im Amt bleiben werde.  

Rubiales erntete viel Applaus für seine Standhaftigkeit. Allerdings gab es auch Misstöne auf der Versammlung. Verbandsvizepräsident Rafael del Amo, für den spanischen Frauenfußball zuständig, kündigte gemeinsam mit zwei weiteren Verbandsmitliedern seinen Rücktritt an. Del Amo hatte vergeblich versucht, auf Rubiales einzuwirken und ihn von einem Amtsverzicht zu überzeugen.

Nun könnte es hart auf hart für den robusten Rubiales kommen, denn der öffentliche Druck wird trotz seiner leidenschaftlich vorgetragenen Lippenbekenntnisse eher zu- als abnehmen. Schließlich kündigte nach der FIFA-Disziplinarkommission auch die höchste spanische Sportbehörde CSD ihr Eingreifen an. 

Die CSD werde beim Sportgerichtshof Tad die Suspendierung des Fußball-Verbandschefs wegen "sehr schweren Fehlverhaltens beantragen. Und die Behörde bat den Sportgerichtshof, bereits am nächsten Montag zusammenzukommen. In Bezug auf die Rechtslage berichtete die spanische Zeitung AS, die CSD könne gemäß Artikel 62 des Sportgesetzes Rubiales suspendieren, sobald das Sportgericht die Beschwerde zur Prüfung annehme.

Vielleicht wird der Streik der Spielerinnen der "La Furia Roja" also nur ein paar Tage dauern.

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