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Eingefrorene Konflikte: Wie Russland von vorläufig beigelegten Auseinandersetzungen profitieren kann

Russland könnte im Krieg gegen die Ukraine profitieren, wenn weitere Konflikte ausbrechen würden.
Russland könnte im Krieg gegen die Ukraine profitieren, wenn weitere Konflikte ausbrechen würden. Copyright AFP
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Von Euronews
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In Europa gibt es einige sogenannte eingefrorene Konflikte. Russland könnte von einer Eskalation dieser Auseinandersetzungen profitieren.

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Europa sieht sich mit verschiedenen territorialen und separatistischen Konflikten konfrontiert, die eine Bedrohung für die Sicherheit des Kontinents darstellen könnten. Dazu zählen auch sogenannte eingefrorene Konflikte, also kriegerische Auseinandersetzungen, die zwar vorläufig beigelegt, aber nicht gelöst wurden.

Eingefrorene Konflikte in Europa

So drohte zum Beispiel vor Kurzem der Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo zu eskalieren. Nun scheint sich die Lage wieder etwas entspannt zu haben.

Im Norden von Zypern wurde 1983 die Türkische Republik Nordyzpern proklamiert, die bis heute nicht international anerkannt wird. Bei einem 2021 von der UN vermittelten Gespräch gelang es den Vertretern der Türkischen Republik Nordzypern und der Republik Zypern nicht, eine gemeinsame Basis zu finden.

Auch in Abchasien, Südossetien und Transnistrien schwelen ungeklärte Auseinandersetzungen.

"Sie sind als eingefrorene Konflikte bekannt, besonders diejenigen, die im Zusammenhang mit der Auflösung der Sowjetunion zwischen dem Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre entstanden sind", erklärt Abel Riu, Konfliktforscher und Präsident des Catalonia Global Institute.

"Transnistrien ist ein Gebiet, das international ausschließlich von Russland anerkannt wird. Es gibt allerdings auch Abchasien und Südossetien, die in den Augen der Georgier zum Hoheitsgebiet von Georgien gehören. Putin nahm sie jedoch 2008 an sich", erläutert Igor Lukes, der als Professor an der Boston University tätig ist, die Situation der drei ehemaligen Sowjet-Gebiete.

Wie Russland von Konflikten profitieren könnte

Der Ausbruch anderer kriegerischer Auseinandersetzungen wie zum Beispiel im Gazastreifen könnte der Ukraine im Krieg gegen Russland schaden. Die so wichtige Militärhilfe des Westens könnte nun auch an andere Empfänger gehen. In den USA wird beispielsweise erwägt, die Hilfspakete für Israel und die Ukraine zusammenfassen. Das könnte die geplante Höhe der Zahlungen an die Ukraine beeinflussen, vermutet Abel Riu:

"Es bleibt abzuwarten, welcher Teil der Hilfszahlungen, die die USA der Ukraine bereits zugesagt haben, durch dieses dringende Ereignis, dass strategisch gesehen für die USA deutlich wichtiger sein könnte, beeinflusst werden oder zurückgestellt werden könnte."

Expert:innen warnen davor, eingefrorene Konflikte in Angesicht aktueller Ereignisse aus den Augen zu verlieren. Sollten einige dieser Konflikte erneut ausbrechen, würde darunter wohl nicht nur die Unterstützung der Ukraine leiden.

"Wir befinden uns in einer Zeit des zunehmenden geopolitischen Wettbewerbs zwischen regionalen und globalen Mächten, sowohl alten als auch neuen", erklärt Riu: "Und das wirkt in vielen Fällen besonders abschreckend für die einvernehmliche und friedliche Lösung vieler dieser Konflikte."

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