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Yocheved Lifshitz (85) aus Israel berichtet von Hamas-Geiselhaft: "Wir wurden in Gaza gut behandelt"

Yocheved Lifshitz nach ihrer Freilassung durch die Hamas
Yocheved Lifshitz nach ihrer Freilassung durch die Hamas Copyright ERIK MARMOR/AFP
Copyright ERIK MARMOR/AFP
Von Euronews mit AP, AFP, Radio J
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Eine der beiden zuletzt befreiten Geiseln, Friedensaktivistin Yocheved Lifshitz (85), die sich von den Hamas-Kämpfern verabschiedete, berichtet von den 16 Tagen in Gaza.

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Eine der beiden israelischen Frauen, die die Hamas am Montagabend freigelassen hatte, hat in einem Krankenhaus in Tel Aviv von ihrer Geiselnahme berichtet.

Die 85-jährige Yocheved Lifshitz erklärte, dass sie auf einem Motorrad aus dem Kibbutz Nir Oz im Süden Israels nach Gaza entführt und dabei auch geschlagen wurde.

"Ich bin durch die Hölle gegangen"

Radio J hat übersetzt, was die Großmutter an diesem Dienstag vor der Presse gesagt hat. "Ich bin durch die Hölle gegangen und wir hätten nie gedacht, dass es so weit kommen würde. Sie haben in unserem Kibbuz randaliert - haben die Häuser gestürmt, sie haben Kinder und alte Menschen verschleppt - egal wen. Sie brachten uns zu den Tunneleingängen und haben mir auf dem Weg dorthin weh getan. Wir mussten kilometerweit auf nassem Boden laufen. Es gab ein riesiges Netz von unterirdischen Tunneln - wie Spinnweben."

Yocheved Lifshitz sagt auch, dass der 2-Milliarden-Dollar-Elektro-Zaun, den die israelische Regierung um Gaza herum gebaut hat, gar nichts gebracht habe. 

In Gaza gut behandelt

Während der zwei Wochen ihrer Geiselhaft in Gaza sei sie aber gut behandelt worden. Die Geiseln seien in verschiedene Gruppen aufgeteilt worden. 

Es gab Pita-Brot mit Frischkäse und Gurken zu essen. "Für uns dasselbe wie für sie.", berichtet Yocheved Lifshitz.

Sogar ein Arzt habe sich in Gaza um sie gekümmert, erzählt die alte Dame.

Yocheved Lifshitz ist Friedensaktivistin - sie hat sich von den Hamas-Kämpfern mit "Shalom" verabschiedet

"Es ist ok, lassen Sie uns gehen", sagt der Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, der die beiden freigelassenen Geiseln in Empfang nehmen sollte. Doch die 85-jährige dreht sich noch einmal um, ergreift die Hand eines Hamas-Kämpfers und sagt: "Shalom". 

Besser behandelt als die anderen Geiseln?

Die 52-jährige Tochter von Yocheved Lifshitz ist Britin und bestätigt gegenüber britischen Medien, dass ihre Mutter Friedensaktivistin ist. Wie schlimm es für ihre Mutter gewesen sei, könne man daran sehen, dass sie jetzt einen Rollstuhl brauche.

Die Mutter habe in Gaza nur mit etwa 25 Geiseln Kontakt gehabt.

Doch einige Beobachter gehen davon aus, dass Yocheved Lifshitz von der Hamas benutzt worden sein könnte.

Sahak Ibrahimkhil von Volt Deutschland meint, die alte Dame könne auch unter dem Stockholm-Syndrom leiden und sei wahrscheinlich besser behandelt worden als die anderen Verschleppten.

Yocheved Lifshitz war am 7. Oktober aus dem Kibbutz Nir Oz verschleppt worden. Am Abend des 23. Oktober wurde sie zusammen mit der 79-jährigen Nurit Cooper nach Vermittlung durch Katar und Ägypten freigelassen. 

Die Ehemänner der beiden Frauen befinden sich weiterhin in Geiselhaft in Gaza.

Viele andere Bewohner und Bewohnerinnen dieses Kibbutz wurden von Hamas-Terroristen grausam getötet.

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