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Cherson ein Jahr nach der Befreiung: Eltern im Dilemma

Lyubov Sytnikova, 62, aus Cherson, hat ihren 6-jährigen Enkel verloren.
Lyubov Sytnikova, 62, aus Cherson, hat ihren 6-jährigen Enkel verloren. Copyright Screenshot AFP
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Von Euronews mit AFP
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Cherson in der Ukraine feiert in dieser Woche ein Jahr der Befreiung. Doch die Stadt am Dnjepr wird weiter von russischen Raketen beschossen. Am Donnerstag starb dabei mindestens eine Person, mehrere wurden verletzt.

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Cherson in der Ukraine feiert in dieser Woche ein Jahr der Befreiung. Doch die Stadt am Dnjepr wird weiter von russischen Raketen beschossen. Am Donnerstag starb dabei mindestens eine Person, mehrere wurden verletzt.

Viele Gebäude in Cherson sind noch immer mit den blauen und gelben Bändern geschmückt, die den friedlichen Widerstand der Stadt während der achtmonatigen russischen Besatzung symbolisieren, die am 11. November 2022 endete. 

Der Alltag ist nach wie vor gefährlich

Der Alltag in Cherson ist nach wie vor gefährlich, die Stadt ist täglichem Granatenbeschuss ausgesetzt. Aber es gibt hier auch noch Schulkinder, wie die 8-jährige Anastasia Pytomets. "Manchmal habe ich Angst. Wenn es draußen eine große Explosion gibt, möchte ich nach Hause gehen. Deshalb gehe ich fast nie nach draußen, vielleicht nur, um mich mit Freunden zu treffen. Ansonsten gehe ich nicht nach draußen", sagt sie in einem Schulbus. 

Seit die ukrainischen Truppen Angriffe östlich des Dnipro-Flusses gestartet haben und die russischen Angriffe zunehmen, stehen die Eltern in der Stadt vor einem Dilemma: die Bomben aushalten oder zumindest ihre Kinder in Sicherheit bringen. 

Die Behörden haben ein befristetes Evakuierungsprogramm aufgelegt und bisher mehr als 280 Kinder in ein Ferienlager in den Bergen gebracht. Doch trotz der Gefahr sind nicht alle Eltern bereit, sich von ihren Kindern zu trennen.

Der Beschuss von Cherson geht weiter

Vor einigen Wochen schlug eine Rakete im Haus der Schwester von Gennadiy Grystov ein und tötete ihren 6-jährigen Sohn und verletzte ihren 13-jährigen. Das war zuviel, erzählt die Großmutter der Kinder, Lyubov Sytnikova. Die 62-Jährige ist jetzt mit ihrem Mann in Mykolajiw.

"Nach einer solchen Tragödie mussten wir weg. Mein anderer Sohn und sein Kind sind auch weg, meine Tochter ist weg, alle sind weg. Ich habe vier Schwiegersöhne, die als Soldaten kämpfen, und der fünfte wurde gefangen genommen."

Am 9. November vor einem Jahr erklärte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu, dass sich die russische Armee aus Cherson zurückzieht, aus einer der vier Regionen, die der Kreml im Monat zuvor annektiert hatte. Zwei Tage später, am 11. November, rückten die ukrainischen Streitkräfte in Cherson ein und besiegelten die Befreiung. 

Die ukrainische Gegenoffensive geht weiter. Auch der Beschuss von Cherson geht weiter.

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