Migrantenroute über Moskau nach Finnland: "Es ist so einfach"

Geschlossene Grenzen in Finnland.
Geschlossene Grenzen in Finnland. Copyright Lauri Heino/Lehtikuva
Von Euronews
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Nabil aus Marokko ist zusammen mit anderen Migranten in einem Zentrum in Südfinnland, nahe der Grenze zu Russland, untergebracht. Er sagt, der Weg über Moskau war ganz einfach.

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In Südfinnland, nahe der Grenze zu Russland, sind in einem Zentrum rund hundert illegale Migranten untergebracht. Die finnischen Behörden beschuldigen Russland, die Migranten absichtlich an die Grenzübergänge zwischen den beiden Ländern zu schicken, um eine Migrationskrise auszulösen. Finnland hat seine Grenzen seit dem vergangenen Herbst deshalb geschlossen und die Maßnahme aktuell noch einmal verlängert. 

"Es ist gut für uns, weil es so einfach ist, hierher zu kommen"

Nabil ist einer hundert Migranten in dem finnischen Zentrum. Er kam aus Marokko über die Emirate und Moskau. "Danach nahm ich einen Zug und fuhr nach St. Petersburg. Dort ging ich in eine Herberge. Ich wartete vielleicht 2 oder 3 Tage lang. Dann ging ich in eine andere Stadt, nach Vyborg. Dort habe ich ein Fahrrad gekauft. Dann kam ich nach Finnland. Die russische Polizei und die Armee haben uns geholfen. Es ist gut für uns, weil es so einfach ist, hierher zu kommen", sagt Nabil.

"Eine ernsten Bedrohung für die nationale Sicherheit"

Finnland sagt, dass im November etwa 500 illegale Migranten ins Land gekommen sind. Das entspricht einem Anstieg von etwas 30 Personen gegenüber den vorherigen monatlichen Durchschnittswerten. Die Behörden sprechen von einer "ernsten Bedrohung für die nationale Sicherheit und die öffentliche Ordnung".

"Wir haben Informationen, dass es in der Gegend von St. Petersburg Tausende von Personen gibt, die über diese Route nach Finnland kommen könnten", sagt Marek Saareks vom finnischen Grenzschutz. 

"Wir wissen, dass wir die Grenzen öffnen müssen, oder zumindest irgendwann einige von ihnen, denn diese Situation kann nicht ewig andauern. Aber wir arbeiten gleichzeitig an einer Änderung unserer Rechtsvorschriften, damit wir uns besser auf diese Situation vorbereiten können, wenn sie wieder eintritt."

Finnische NGOs kritisieren Maßnahmen wie die Grenzschließungen, die Finnland gerade ein weiteres Mal verlängert hat. Ein Verein russischer Muttersprachler in Finnland hat rechtliche Schritte eingeleitet.

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