Mord in Tiefgarage: Russischer Überläufer in Spanien getötet

Maksim Kuzminov bei einer Pressekonferent in Kiew am 5. September, 2023.
Maksim Kuzminov bei einer Pressekonferent in Kiew am 5. September, 2023. Copyright Vladyslav Musiienko/Copyright 2024 The AP. All rights reserved.
Von Johanna Urbancik mit AP
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Maxim Kuzminow, russischer Pilot, der sich der Ukraine angeschlossen hatte, wurde in einer Tiefgarage in Spanien mit fünf Schüssen getötet.

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Der russische Pilot, Maxim Kuzminow, wurde in einer Tiefgarage in der Kleinstadt Villajoyosa in der Provinz Alicante in Spanien, tot aufgefunden. Kuzminow hatte im August 2023 die Kontrolle über einen russischen Kampfhubschrauber vom Typ Mi-8 übernommen und sicher auf einem Luftwaffenstützpunkt in der Region Charkiw in der Ukraine gelandet. Andriy Yusov, Sprecher des Hauptnachrichtendienstes der Ukraine (HUR), hat gegenüber der Kyiv Post den Tod von Kuzminow bestätigt, nannte jedoch keine weiteren Einzelheiten.

Die Spanische Polizei erklärte, dass Kuzminow einen ukrainischen Reisepass bei sich hatte, mit einem mutmaßlich gefälschten Namen. Medien zufolge wurde Kuzminow mit mindestens fünf Kugeln erschossen. In der Nähe des Tatorts wurde zudem ein ausgebranntes Auto gefunden.

Geheimdienstquellen zufolge soll Kuzminow sich möglicherweise selbst verraten haben

Eine Quelle der Ukrainska Pravda innerhalb der Verteidigungsintelligenz der Ukraine hat angedeutet, dass Kuzminow sich möglicherweise selber verraten hat. "Er hat sich entschieden nach Spanien zu ziehen, anstatt hier [in der Ukraine] zu bleiben. Nach unseren Informationen hat er seine Ex-Freundin zu sich eingeladen und wurde später erschossen aufgefunden."

Kuzminow starb sechs Monate nach erfolgreicher Geheimdienstoperation

Kuzminow erklärte bei einer Pressekonferenz im September 2023, dass er die Seiten gewechselt habe, weil er gegen die russische Invasion sei.

Sein Mord erfolgte nur sechs Monate, nachdem er an einer ukrainischen Geheimdienstoperation namens „Meise“ teilgenommen hatte, bei der er einen Mi-8-Hubschrauber an ukrainische Beamte übergeben hat.

An Board des Hubschraubers waren auch zwei weitere russische Besatzungsmitglieder. Ukrainische Militäroffiziere haben angegeben, dass sie sich nicht ergeben haben. Es wird gemutmaßt, dass sie vom ukrainischen Geheimdienst getötet wurden. 

Dank Kuzminows Hilfe hat die Ukraine wertvolle Dokumente und geheime technische Ausrüstung erhalten. Ihm wurden angeblich mehrere Prämien und Garantien für seinen Übertritt versprochen, darunter Sicherheit für sich und seine Familie, neue Dokumente und finanzielle Entschädigung von rund einer halbe Million US-Dollar.

Ermittlungen sind im Gange

Anfangs ging die spanische Polizei davon aus, dass es sich um einen Mord aus dem Gang Milieu handele. Doch dann entdeckten sie seine wahre Identität. Die Ermittlungen sind im Gange.

Fest steht, dass er in den Augen Russlands ein Verräter war und es Drohungen gab. Diese Drohungen wurden sogar im Staatsfernsehen vom Kreml-Propagandisten Wladimir Solowjow ausgestrahlt.

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