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Vermehrte russische Angriffe bei Charkiw: Wowtschansk wird evakuiert

Ukrainischer Polizist vor einem brennendes Haus, das durch einen russischen Luftangriff in Wowtschansk zerstört wurde. 11. Mai 2024
Ukrainischer Polizist vor einem brennendes Haus, das durch einen russischen Luftangriff in Wowtschansk zerstört wurde. 11. Mai 2024 Copyright Evgeniy Maloletka/Copyright 2020 The AP. All rights reserved
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Von Christoph DebetsAP, euronews
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Russland intensiviert seine Angriffe in der Region Charkiw, um die Ukraine zum Rückzug zu zwingen und die ukrainischen Verteidigungslinie in mehrere Sektionen zu spalten.

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Die Ukraine evakuiert Wowtschansk. Bei der Grenzstadt in Nordosten der Ukraine hat Russland seine Luftangriffe verstärkt, um eine erneuten Bodenoffensive in der Region Charkiw den Weg zu ebnen.

Die russischen Streitkräfte versuchen, die ukrainischen Verteidigungslinien bei Wowtschansk abseits der langjährigen Front, die weiter südöstlich verläuft, zu durchbrechen.

Unter anhaltenden russischen Luftangriffen und Beschuß durch Gard-Raketen, nahmen die ukrainische Polizei und Freiwillige die Evakuierung Wowtschansks vor.

Mindestens 20 Menschen wurden in ein nahegelegenes Dorf in Sicherheit gebracht. Nach Angaben der Polizei waren tags zuvor 900 Menschen evakuiert worden.

Journalisten der Nachrichtenagentur Associated Press, die ein Evakuierungsteam begleiteten, sahen verlassene Straßen und mehrere zerstörte Gebäude; andere brannten.

Die Straße war mit neu entstandenen Kratern übersät und die Stadt war mit Staub und Granatsplittern bedeckt. Der Geruch von Schießpulver hing schwer in der Luft.

Pilzartige Rauchwolken stiegen über der Skyline auf, als russische Kampfjets mehrere Luftangriffe flogen.

Im März hatte Russland seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur und Siedlungen verstärkt. Analysten gingen davon aus, dass es sich dabei um eine konzertiertes Vorgehen Moskaus handelte, um die Bedingungen für eine Offensive zu schaffen.

Russlands jüngster Vorstoß in Charkiw zielt auch darauf ab, Munitionsengpässe auszunutzen, bevor versprochene westliche Lieferungen die Front erreichen können, und die ukrainischen Streitkräfte im Nordosten festzunageln und sie von der Region Donezk fernzuhalten, wo schwere Gefechte toben und Moskaus Truppen an Boden gewinnen, sagten Analysten.

Es mehren sich die Sorgen, dass Russland ohne ausreichenden Nachschub für die Ukraine sogar in der Lage sein könnte, die Versorgungswege zu unterbrechen und einen Belagerungsring um die Stadt Charkiw, in der 1,1 Millionen Menschen leben, zu errrichten.

Von ukrainischer Seite werden die russischen Meldungen über Geländegewinne heruntergespielt. Zur Abwehr des russischen Vorstoßes wurden Verstärkungen in die Region Charkiw geschickt.

Selenskyj kündigt Verstärkung in Charkiw an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ging auf die aktuelle Situation an der Front ein und wies auf die Gebiete mit dem höchsten Risiko russischer Offensivaktionen hin.

In der Region Charkiw und Donezk seien Verteidigungsoperationen im Gange, mit täglich über 30 Gefechten, sagte Selenskyj.

Er dankte den Soldaten für ihre Bemühungen zur Verteidigung der Ukraine. Zusätzliche Kräfte würden eingesetzt, um die Stellungen zu stärken. Der Präsident würdigte auch die Polizeibeamten, die für die Sicherheit sorgen.

Drei Tote bei ukrainischem Angriff auf das besetzte Donezk

Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden am Samstag in der von Russland besetzten Stadt Donezk drei Menschen getötet, nachdem eine Rakete ein Restaurantgebäude getroffen hatte.

Bei dem Angriff wurden acht weitere Personen verletzt, darunter ein Kind.

Ein namentlich nicht genannter Ermittler erklärte dem staatlichen russischen Fernsehsender RTR gegenüber, dass nach vorläufigen Ermittlungen die Ukraine für den Angriff eine von den USA gelieferten HIMARS-Rakete eingesetzt hat.

In dem angegriffenen Restaurant wurde eine Veranstaltung zum 10. Jahrestag des weitgehend nicht anerkannten Referendums vorbereitet, das den Austritt der Regionen Donezk und Luhansk aus der Ukraine zur Folge hatte.

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Restaurantleiter Jay Yagubov bemerkte, dass es sich bei den Betroffenen lediglich um Personal handelte, da „die Gäste noch nicht angekommen waren. Es waren alles Zivilisten.“

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