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Streit zwischen Trump und Musk eskaliert: Das sind die Attacken und Drohungen

Donald Trump und Elon Musk haben sich heftig gestritten. Ist es das Ende einer Bromance?
Donald Trump und Elon Musk haben sich heftig gestritten. Ist es das Ende einer Bromance? Copyright  AP Photo
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Von Euronews
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Musk hat Trumps Steuergesetz kritisiert, jetzt warf er ihm vor, in den Epstein-Akten zu sein. Der Tech-Gigant und US-Präsident greifen sich gegenseitig von ihren eigenen Social Media Plattformen an. Eine Chronologie zum Ende einer Bromance.

Vom ehemaligen Best Buddy zum größten Kritiker. Die Bromance zwischen Tech-Milliardär Elon Musk und US-Präsident Donald Trump scheint mit der Forderung von Trumps Amtenthebung in einem Online-Streit zu eskalieren.

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Vor knapp einer Woche hat Elon Musk sein Amt als Leiter des Effizienz-Büros (Department of Government Efficiency, DOGE) beendet und erntete noch reichlich Lob von Trump. Der Ton hat sich deutlich verändert, als Musk ein neues Haushaltsgesetz der US-Regierung scharf kritisierte.

Donald Trump wollte mit einem neuen, 2,4 Billionen Dollar schweren Haushaltspaket die Grenzsicherung stärken und Steuersenkungen festlegen. Immerhin waren dies seine Wahlversprechen. Elon Musk nannte dies am Dienstag eine "ekelhafte Abscheulichkeit" und brachte den Stein ins Rollen.

Ausgerechnet während des Besuchs vom deutschen Kanzler Friedrich Merz im Weißen Haus eskalierte der Break-Up, der (bisher) mit Musks Forderung der Amtsenthebung von Trump endete. Bisher haben sie sich entgegen Medienberichten über ein mögliches Telefonat noch nicht gesprochen.

Trump feuerte Posts auf seiner eigenen Plattfrom Truth Social, während Musk - Inhaber von X, ehemals Twitter - dort reagierte. Merz geriet fast schon in Vergessenheit. Eine Chronologie.

04. Juni - zwei Tage nach Musks Amtsende bei DOGE

Am vierten Juni nannte der Tech-Milliardär Elon Musk Trumps Haushaltsgesetz eine "ekelhafte Abscheulichkeit". Der Gesetzesentwurf würde es der US-Regierung ermöglichen, mehr Geld zu leihen. "Schande über diejenigen, die dafür gestimmt haben", sagte Musk über den Gesetzentwurf.

Das Congressional Budget Office (CBO) geht davon aus, dass der Gesetzentwurf in seiner jetzigen Form allein durch die Steuerpolitik das Bundesdefizit um fast 3,8 Mrd. Dollar (3,3 Mio. Euro) erhöhen wird. Trump bezeichnete das CBO als unglaubwürdig, weil es von den Demokraten geleitet werde.

Es war die bisher härteste Kritik an Trumps Politik, zuvor hatte er das Gesetz bereits "enttäuschend" genannt - unter anderem, weil die Mittel für Elektrofahrzeuge gekürzt wurden.

05. Juni 2025 - Pressekonferenz von Trump und Merz

Trump wird auf der gemeinsamen Pressekonferenz nach Musks Kritik an seinem Gesetz gefragt. Daraufhin antwortete er, er sei sehr enttäuscht von Elon. "Er bekam ein Problem mit dem Gesetz, als er herausfand, dass das Elektromotormandat gestrichen wurde", holte er zum Gegenangriff aus.

Elon Musk schien die Pressekonferenz live zu verfolgen. Nicht einmal eine Viertelstunde später schrieb er auf X: Was auch immer. Lasst das Elektro-Mandat weg..., aber streicht die ganze EKLIGE VETTERNWIRTSCHAFT".

"Sie haben eine harte Zeit mit den Elektrofahrzeugen, und sie wollen, dass wir Milliarden von Dollar an Subventionen zahlen. Elon wusste das von Anfang an", so Trump bei der Pressekonferenz mit Merz.

Musk dementierte, dass er den Inhalt des Gesetzes kannte. "Der Entwurf wurde mir nicht ein einziges Mal gezeigt," postete Musk.

Persönlicher Angriff von Trump: "durchgedreht"

Trump antwortete auf seiner eigenen Plattform Truth Social, dass Musk einfach durchgedreht wäre. "Elon wurde 'müde', ich bat ihn zu gehen, ich nahm ihm sein EV-Mandat weg, das jeden zwang, Elektroautos zu kaufen, die sonst niemand wollte (er wusste seit Monaten, dass ich das tun würde!)"

Musk nennt das Haushaltsgesetz eine "große ekelhafte Vereinbarung" - im Gegensatz zu Trump, der es als "big beautiful bill - schönes großes Gesetz" bezeichnete. Er teilte auf seiner Plattform X, dass "der hässliche Gesetzesentwurf das Defizit auf 2,5 Billionen Dollar erhöhen" würde.

Debatte über geplantes Haushaltsdefizit der Regierung

Musk holte darüber hinaus einen Tweet von Trump aus dem Jahr 2012 wieder hoch. Damals sagte Trump, dass niemand zur Wiederwahl bereit stehen sollte, der den Haushalt nicht ausgleichen kann. Kein Defizit wäre erlaubt. Mit dem 100-Emoji stimmt Elon Musk zu. Eine Anspielung darauf, dass auch Trump in seinem Haushaltsgesetzesentwurf kein Defizit planen dürfe.

Anschließend reagierte Musk auf den Post des US-Präsidenten, dass es sich bei seiner Behauptung zu Elektroautos um eine "offensichtliche Lüge" handeln würde. Er fände das "so traurig".

Trumps Antwort: Verträge mit Musk-Unternehmen beenden?

"Der einfachste Weg, in unserem Haushalt Milliarden und Abermilliarden von Dollar einzusparen, ist die Beendigung von Elons staatlichen Subventionen und Verträgen", schoss der US-Präsident zurück. Er wäre schon immer überrascht gewesen, dass Biden dies nicht getan hätte.

"SpaceX beginnt sofort mit der Außerbetriebnahme seines Dragon-Raumschiffs", antworte Musk in einem Post auf X, um auf die Verträge seiner Tech-Firmen mit der US-Regierung einzugehen.

Nebst des persönlichen Angriffs auf Musk verteidigte Trump seinen Gesetzesentwurf als "eines der besten Gesetze, die der Kongress je gesehen hätte. Er erklärte Details und sagte, die Alternative wäre eine "Steuererhöhung von 68 Prozent, und es wird noch viel schlimmer werden." Trump sei da, um das Chaos seiner Vorgänger zu beheben und er hätte nichts dagegen, dass Musk sich nun gegen ihn wende.

Musk: Trump werde in Epstein-Akten erwähnt

Daraufhin wurde Musk wirklich persönlich: "Zeit, die wirklich große Bombe platzen zu lassen", sagt Musk. Er schrieb auf X, dass Donald Trump in den Epstein-Akten erwähnt werde. Der verurteilte Sexualstraftäter hatte minderjährige Mädchen an bekannte Persönlichkeiten zum Sex vermittelt.

Musk lieferte keine Beweise für seine Behauptung und sagte auch nicht, wie er in den Besitz der Akten gekommen sein will. Seitdem teilt der Tesla-Unternehmer einen Post nach dem anderen, um Trumps Regierung und ihn persönlich zu kritisieren.

Musk: Amtsenthebung von Trump

Er sagte unter anderem voraus, dass "die Trump-Zölle in der zweiten Hälfte dieses Jahres eine Rezession auslösen" würden. Er feuerte darüber hinaus mit der auf Social Media weit verbreiteten Meme-Kultur, indem er seine beliebtesten Bilder von anderen Usern zur Situation teilt. Zum Ende stellte er die Frage, "ob es an der Zeit ist, eine neue politische Partei in den USA zu gründen, welche die 80 Prozent der Mitte repräsentieren würde".

Musk teilte darüber hinaus den Post eines Users, der vorgeschlagen hat, Trump des Amtes zu entheben. Stattdessen sollte JD Vance neuer Präsident werden. Musk kommentierte ein simples "Ja" dazu.

Beistand für Trump von Vizepräsident JD Vance

Vizepräsident der USA, JD Vance, wollte bekunden, auf welcher Seite er stehe und teilte - ironischerweise auf der Musk-Plattform X - dass er stolz wäre, an Trumps Seite zu stehen. "Präsident Trump hat mehr als jeder andere Mensch in meinem Leben getan, um das Vertrauen der von ihm angeführten Bewegung zu gewinnen", teilte er.

Ein Ende des Streits ist bisher nicht abzusehen. Die Frequenz, in der Musk Postings auf seiner eigenen Plattform X veröffentlicht, übersteigt die von US-Präsident Donald Trump auf dessen eigener Plattform Social Truth deutlich.

Auch der Gesetzesentwurf von Trumps Regierung muss erst durch beide Kammern im Kongress. Derzeit gibt es auch von anderen Stimmen Kritik an einem möglicherweise hohen Defizits.

Zwar hat das Repräsentantenhaus den Entwurf mit einer knappen Mehrheit von einer Stimme gebilligt, aber der Senat könnte noch Änderungen vornehmen und dann wird erneut abgestimmt.

06. Juni - ein mögliches Telefonat?

Laut internationalen Medienberichten war angedacht, dass Musk und Trump ein Telefongespräch führen könnten, nachdem der Streit am Vortag . Trump teilte dann dem Sender ABC News mit, er wäre "nicht besonders interessiert", mit Elon Musk zu sprechen. Im Gespräch mit ABC News bezeichnete Trump Musk als "den Mann, der den Verstand verloren hat".

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