Nach dem Angriff auf das Berliner Stromnetz hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Den mutmaßlich linksextremen Tätern wird vorgeworfen, einer Terrorgruppe anzugehören.
Wenige Tage nach dem Brandanschlag auf die Stromversorgung Berlins hat Generalbundesanwalt Jens Rommel die Ermittlungen übernommen, berichten mehrere Medien.
Gegen die bisher unbekannten Täter bestehe unter anderem der Anfangsverdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Störung öffentlicher Betriebe, hieß es.
In einem Schreiben hatte sich die anarchistische "Vulkangruppe" zu dem Brand in der Nähe eines Kraftwerks im Südwesten der Hauptstadt bekannt. In dem Text wurden Einzelheiten zum Ablauf des Brandgeschehens geschildert.
Weiterhin zehntausende Haushalte ohne Strom
Über die "Vulkangruppe" liegen den Sicherheitsbehörden bereits seit Jahren Informationen vor.
Am Morgen des 3. Januar brach an einer Kabelbrücke über dem Teltowkanal ein Feuer aus, das zentrale Versorgungsleitungen zerstörte. Dadurch kam es im Südwesten Berlins zu einem Stromausfall, von dem zeitweise über 45.000 Haushalte betroffen waren. Auch Pflegeeinrichtungen für ältere und kranke Menschen waren betroffen.
Teile des Stromnetzes sind weiterhin ausgefallen – vor allem im Südwesten Berlins in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde sind noch viele Haushalte ohne Strom. Rund 25.000 bis 38.000 Haushalte sind aktuell noch betroffen.
In dem Bekennerschreiben hieß es, man habe "die Ausbeutung der Erde unterbrechen" wollen. Der Angriff sei ein "ein Akt der Notwehr und der internationalen Solidarität mit allen, die die Erde und das Leben schützen". Stromausfälle seien nicht Ziel der Aktion gewesen, sondern die fossile Energiewirtschaft. "Bei den weniger wohlhabenden Menschen in dem Südwesten Berlins entschuldigen wir uns. Bei den vielen Besitzern von Villen in diesen Stadtteilen hält sich unser Mitleid in Grenzen."
Sogenannte "Vulkangruppen", die von den Sicherheitsbehörden dem militant-anarchistischen Spektrum zugerechnet werden, beschäftigen die Ermittler bereits seit mehreren Jahren.
Bisher konnte keiner der von den mutmaßlichen Linksextremisten für sich beanspruchten Anschläge, wie auch der auf einen Strommast in Brandenburg im Jahr 2024, aufgeklärt werden.
Ersten Einschätzungen der Generalbundesanwaltschaft zufolge könnten unter anderem Straftaten im Zusammenhang mit extremistischen Strukturen, verfassungsfeindlichen Handlungen sowie Eingriffen in die öffentliche Infrastruktur vorliegen.
Die Reparatur dauert mehrere Tage – der Netzbetreiber geht davon aus, dass die vollständige Wiederherstellung der Stromversorgung voraussichtlich bis Donnerstag, den 8. Januar, dauern wird.