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Döner in Berlin wieder billiger

Döner in Berlin - sieben bis acht Euro muss man dafür zahlen
Döner in Berlin - sieben bis acht Euro muss man dafür zahlen Copyright  Gero Breloer/AP2010
Copyright Gero Breloer/AP2010
Von Margitta Kirstaedter
Zuerst veröffentlicht am
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Im Schnitt musste man in jüngster Zeit gut sieben Euro für einen Döner hinblättern, doch jetzt verzeichnet die Branche Preisrückgänge um 50 Cent bis einen Euro an etlichen Imbissständen der Hauptstadt.

Von drei auf nunmehr gut sieben bis acht Euro war der Preis für einen Döner in den vergangenen Jahren geklettert. Kostensteigerungen bei Lebensmittel- und Energiepreisen machten auch vor dieser Branche nicht Halt. Doch vor allem in der Hauptstadt ist der Döner, beliebtester Imbiss neben der Currywurst, jüngst an manchen Ständen wieder etwas günstiger geworden, wie deutsche Medien mit Verweis auf Erdogan Koc vom Verband der Dönerproduzenten berichten. Koc beobachtet in Berlin "derzeit punktuelle Preisrückgänge" um 50 Cent bis einen Euro pro Döner.

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Vor allem den Hähnchendöner, der in Berlin traditionell stark vertreten sei, gebe es jetzt wieder günstiger, dank gesunkener Einkaufspreise. Laut Koc gab es in den vergangenen Monaten deutliche Preisrückgänge im Geflügelfleisch-Einkauf. Dies ermögliche den Döner-Betrieben vorübergehend mehr Spielraum bei der Preisgestaltung.

Auch die abgeschwächte Inflation spiele eine Rolle bei dieser punktuellen Entwicklung, und dann noch eine Berliner Besonderheit: Das Überangebot an Döner-Imbissen und damit intensiver Wettbewerb. Weiterhin werden laut Koc viele neue Standorte eröffnet, die dann über günstige Preise versuchen, Kunden anzulocken. Bei den etablierten Anbietern hat er hingegen stabile Preise verzeichnet, eine flächendeckende Entwicklung sei es daher nicht.

Und auch auf lange Sicht hält Koc eine dauerhafte Preissenkung für unwahrscheinlich. Denn die Kosten, insbesondere für Rind- und Kalbfleisch, sowie für Personal und Mieten blieben hoch. Das zeigt zum Beispiel auch die Entwicklung der Rindfleischpreise: Diese sind laut Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 24,5 % gestiegen.

Neben dem Preiswettbewerb im Massenmarkt beobachtet Koc in der Hauptstadt zudem einen deutlichen Gegentrend hin zu mehr Qualität und damit höheren Preisen - Beispiel "Steak-Döner". Im höherwertigen Qualitätssegment akzeptiere die Kundschaft auch ohne Weiteres Preise von zwölf Euro oder mehr pro Döner. Koc spricht von der "Premiumisierung im oberen Segment“. Bundesweit sei die Lage zwar heterogener, doch könne der Trend aus der Hauptstadt bald auch anderswo ankommen.

Im bundesweiten Durchschnitt kostete ein Fleisch-Döner im vergangenen Jahr 7,11 Euro, nach Angaben des Marktforschungsinstituts YouGov 47 Prozent mehr als vier Jahre zuvor - damals waren es 4,85. Ungeachtet dessen hat aber die Zahl der Bestellungen zwischen 2021 und 2025 um 15 Prozent zugelegt.

Eine Umfrage des Instituts vom Mai 2025 ergab, dass gut jeder Dritte in Deutschland (35 %) mindestens einmal im Monat Döner isst - ob Döner mit oder ohne Fleisch.

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