Oreshnik hat eine Reichweite von bis zu 5.500 Kilometern und kann sowohl mit einzelnen als auch mit mehreren Sprengköpfen bestückt werden.
Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht die Westukraine mit der Mittelstreckenrakete "Oreschnik" angegriffen.
Der Angriff war eine Reaktion auf einen ukrainischen Luftangriff, der auf die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Oblast Nowgorod am 29. Dezember 2025 stattgefunden haben soll, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte.
Dabei handelt es sich um den zweiten Angriff mit einer Rakete dieses Typs auf die Ukraine. Moskau setzte sie erstmals im November 2024 ein, bei einem Angriff auf die ukrainische Stadt Dnipro.
Der Bürgermeister der Stadt, Andrej Sadowoj, berichtete über Explosionen in Lwiw. "Ob es sich dabei um 'Oreschnik' handelte, ist noch unbekannt", fügte er hinzu. Über Opfer des Angriffs wurde nichts berichtet.
Laut dem Telegram-Kanal "Dva majora" war das vorläufige Ziel "ein großes Gasspeicherlager". Der Telegram-Kanal "WarGonzo" schreibt, dass der Angriff auf den Gasterminal Stryi, das größte Gasspeicherlager Europas, gerichtet war. Darüber berichten auch bukrainische öffentliche Medien. Stryi liegt etwa 70 Kilometer südlich von Lwiw.
Am Tag zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache auf X vor einem anstehenden russischen Angrif gewarnt. "Heute Nacht könnte es zu einem weiteren massiven russischen Angriff kommen. Es ist wichtig, auf Luftangriffswarnungen zu achten und bei Bedarf in Schutzräume zu gehen", hieß es.
"Derzeit setzt Russland mehr auf den Winter als auf Diplomatie – auf ballistische Raketen gegen unser Energiesystem statt auf die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten und Vereinbarungen mit Präsident Trump", hieß es weiter.
Der russische Präsident hatte die Entwicklung von "Oreshnik" im Juli 2023 angeordnet. "Oreshnik" ist ein hochpräziser mobiler Bodenkomplex, der auch hochgeschützte Ziele in ganz Europa treffen kann. Laut eigenen Angeben verfügt Russland über einen Vorrat an solchen einsatzbereiten Systemen.
Oreschnik hat eine Reichweite von bis zu 5.500 Kilometern und kann sowohl mit einzelnen als auch mit mehreren Sprengköpfen bestückt werden.
Putin bezeichnete "Oreschnik" als eine Rakete, die "unmöglich abzufangen" sei. Die Mittelstreckenrakete hat eine Geschwindigkeit von über 12.000 Kilometern pro Stunde und kann nur von sehr wenigen Verteidigungssystemen abgefangen werden.