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Pistorius schickt Bundeswehr-Erkundungsteam nach Grönland

Symbolbild: Dänische Streitkräfte nehmen an einer Übung mit hunderten Soldaten aus mehreren europäischen NATO-Mitgliedstaaten in Kangerlussuaq, Grönland, am 17.09.2025 teil
Symbolbild: Dänische Streitkräfte nehmen an einer Übung mit hunderten Soldaten aus mehreren europäischen NATO-Mitgliedstaaten in Kangerlussuaq, Grönland, am 17.09.2025 teil Copyright  Ebrahim Noroozi/Copyright 2025 The AP. All rights reserved
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Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Deutschland beteiligt sich vom 15. bis 17. Januar 2026 an einer Erkundungsmission in Grönland, um zu prüfen welche militärischen Beiträge Deutschland zur Sicherung der Region leisten könnte – etwa bei der Überwachung der Seewege.

Auf Einladung Dänemarks entsendet Deutschland gemeinsam mit anderen NATO-Partnern ein Erkundungsteam nach Grönland.

Das Erkundungsteam der Bundeswehr enthält 13 Soldaten. Aus Norwegen sind zwei und aus Großbritannien ein Militärangehöriger Teil der Mission. Schweden ist auch beteiligt, jedoch ist die Größe des Entsendungstrupps bislang nicht bekannt.

Ziel der Mission ist es "die Möglichkeiten der Gewährleistung der Sicherheit mit Blick auf russische und chinesische Bedrohungen in der Arktis zu eruieren", heißt es dem Verteidigungsministerium zufolge. Auch Pistorius erwähnte die "zunehmend militärische Nutzung" der Arktis und sagte dass damit "die Freiheit der Verkehrs-, Kommunikations- und Handelswege" in Frage gestellt werde.

"Die NATO wird dies nicht zulassen und auch weiterhin für die regelbasierte internationale Ordnung eintreten", so Pistorius. Entscheidend ist für den Minister, dass die gemeinsame "Erkundung in Grönland unter dänischer Führung innerhalb der NATO, insbesondere mit unseren US-Partnern", sehr gut abgestimmt wird.

Der Ablauf soll wie folgt ablaufen: Nach Absprache mit den Dänen wurde entschieden, dass das deutsche Erkundungsteam am Mittwoch nach Karup in Dänemark fliegen wird, um dann am darauffolgenden Tag mit den Teams der Dänen und anderen beteiligten NATO-Partnern mit einem zivilen dänischen Flugzeug nach Grönland zu fliegen.

Konkrete Fähigkeitsbeiträge stehen dem Ministerium dabei "noch nicht" im Fokus. "Der Auftrag ist, grundlegende Erkenntnisse zu den Rahmenbedingungen vor Ort für Einsatz- und Übungsmöglichkeiten zu erheben. Ziel ist es, dass wir uns ein fundiertes Bild vor Ort verschaffen, für weitere Gespräche und Planungen innerhalb der NATO", heißt es in der Pressemitteilung.

Die Meldung, dass Deutschland ein Erkundungsteam nach Grönland schickt kam kurz nachdem sich eine dänisch-grönländische Delegation mit dem US-Außenminister Marco Rubio und Vize-Präsident JD Vance im Weißen Haus getroffen hat. Einer Lösung sind die USA, Dänemark und Grönland jedoch nicht näher gekommen.

"Wir sind uns einig, dass wir uns nicht einig sind", sagte der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen nach dem Treffen.

Mehrheit der Deutschen unterstützt militärisches Eingreifen im Ernstfall

In der Phoenix-Runde vom 14. Januar sagte CDU-Abgeordneter Armin Laschet, dass man die Bestrebungen des US-Präsidenten in Bezug zu Grönland ernstnehmen muss und erklärte, dass "alle Szenarien" mit "dem Wissen, das wir haben" besprochen wurden.

"Aber das ändert ja nichts daran, dass wenn er es macht, wir relativ machtlos sind", so Laschet. "Ich glaube nicht, dass wir dann militärische Beistandspflicht auslösen würden und Dänemark in einem Krieg gegen die USA beistehen würden. Das ist völlig ausgeschlossen", erklärte Laschet.

Einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Sterns zufolge würde eine deutliche Mehrheit der Deutschen, mit rund 62 Prozent, im Ernstfall ein militärisches Eingreifen befürworten, sollte Dänemark den Bündnisfall erklären. Circa ein Drittel der Befragten (32 Prozent) lehnt ein solches Vorgehen ab, sechs Prozent machten keine Angaben.

Am Dienstag sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei der Pressekonferenz mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas, dass "angesichts der Größe der Insel Grönland und der mageren Besiedlung, 55.000 Einwohner, davon alleine über die 25.000 oder 30.000 Inuk, zeige, dass wir nicht über ein normales Territorium reden."

Er erklärte, dass "allein mit Truppenpräsenz man dort keinen umfassenden Schutz erreichen wird." Stattdessen gehe es "um Überwachung, es geht um Patrouille, es geht um Sehen, was passiert, unter Wasser, über Wasser und in der Luft. Es geht um, wie gesagt, Aufklärung und es geht um regelmäßiges Üben vor Ort, um zu zeigen, dass wir da sind", so der Minister, der ergänzte, dass es deswegen nicht von vor allem oder ausschließlichem amerikanischen Interesse sei, dass Grönland und die Arktis sicher bleiben, "sondern ein Interesse der NATO insgesamt und übrigens auch eines Europas insgesamt".

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