Zwei Männer sollen über einen Verein Transporte, Geldflüsse und Lieferungen in den Donbass koordiniert haben – darunter auch Drohnen. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen die Unterstützung ausländischer terroristischer Vereinigungen vor.
Die Bundesanwaltschaft hat in Brandenburg zwei mutmaßliche Unterstützer der prorussischen "Volksrepubliken Donezk und Luhansk" festnehmen lassen. Den Männern wird die Unterstützung ausländischer terroristischer Vereinigungen vorgeworfen, wie die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte.
In Berlin wurde parallel eine mutmaßliche Spionin festgenommen, die für Russland gearbeitet haben soll. Der Deutsch-Ukrainerin wurde vorgeworfen, nachrichtendienstliche Kontakte in die Russische Botschaft in Berlin unterhalten zu haben. Sie soll unter anderem Informationen mit Bezug zum Krieg in der Ukraine für einen russischen Geheimdienst beschafft haben.
Die anderen beiden Beschuldigten stehen im Verdacht, seit 2016 führende Funktionen in einem Verein ausgeübt haben, der den Transport von Hilfsgütern in den Donbass organisierte. Geliefert worden seien demnach nicht nur Versorgungsgüter und Medizinprodukte, sondern auch Drohnen - zugunsten von Milizionären der sogenannten "Volksrepubliken Donezk und Luhansk".
Mehr als 14.000 Euro an prorussische Milizen
Einem der Beschuldigten, Suren A., wird vorgeworfen, Vereinsgelder in Höhe von mehr als 14.000 Euro an die Milizen weitergeleitet und Transporte finanziert zu haben.
Der zweite, Falko H., soll mehrfach in den Donbass gereist sein, dort Gespräche mit Vertretern der Gruppierungen geführt und Lieferungen koordiniert sowie an der Verteilung der Güter vor Ort mitgewirkt haben.
Die beiden Männer sollen am Donnerstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheidet.
Am 27. Mai 2025 waren im Auftrag der Bundesanwaltschaft bereits die Wohnung einer weiteren beschuldigten Person im Landkreis Dahme-Spreewald sowie weitere Objekte in Berlin und Brandenburg durchsucht worden.
Die Volksrepubliken Donezk und Luhansk
Bei den sogenannten "Volksrepubliken Donezk und Luhansk" handelt es sich um prorussische Gruppierungen, die seit dem Frühjahr 2014 Teile der ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk kontrollierten und deren Abspaltung von der Ukraine anstrebten. In den Kämpfen mit den ukrainischen Streitkräften setzten sie nach Angaben der Bundesanwaltschaft wiederholt auch Gewalt gegen die Zivilbevölkerung ein. Ende 2022 wurden die Gruppierungen in die Befehlsstrukturen der russischen Streitkräfte eingegliedert.
Bereits 2024 hatte es in Deutschland Festnahmen im Zusammenhang mit mutmaßlichen russischen Aktivitäten gegeben. Im Zuge eines Spionagevorfalls nahm die Polizei in Bayreuth zwei Männer fest. Dieter S. und sein mutmaßlicher Helfer Alexander J. stehen im Verdacht, im Auftrag russischer Geheimdienste Sabotageakte in Deutschland vorbereitet zu haben. Den deutschen Staatsbürgern russischer Herkunft wird zudem vorgeworfen, Militärstützpunkte der USA ausgespäht und Angriffe auf militärisch genutzte Transportwege geplant zu haben.
Mutmaßliche Spionin in Berlin festgenommen
Die Deutsch-Ukrainerin, die am Mittwoch in Berlin festgenommen wurde, soll Hintergrundinformationen über Teilnehmer hochkarätiger politischer Veranstaltungen gesammelt und weitergegeben haben. Sie war angeblich für den russischen Geheimdienst tätig.
Außerdem informierte sie mzutmaßlich über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die Ukraine. Sie soll außerdem Kontakte unter ehemaligen Mitarbeitern aus dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung unterhalten haben.