Israel und die Hamas standen unter dem Druck der Waffenstillstandsvermittler, darunter auch Washington, in die zweite Phase des von den USA vermittelten Waffenstillstands einzutreten, der am 10. Oktober in Kraft trat.
Die Leiche der letzten im Gazastreifen verbliebenen Geisel, Ran Gvili, ist geborgen worden. Das teilte das israelische Militär am Montag mit. Damit sei der Weg für die nächste Phase des Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen frei.
Die Mitteilung, dass Gvili gefunden und identifiziert worden sei, erfolgte einen Tag nachdem die israelische Regierung erklärt hatte, das Militär führe eine "groß angelegte Operation" auf einem Friedhof im Norden des Gazastreifens durch.
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu sprach von einem "unglaublichen Erfolg" für sein Land und seine Soldaten. Gegenüber israelischen Medien sagte er: "Ich habe versprochen, dass wir alle nach Hause bringen, und wir haben alle nach Hause gebracht."
Netanjahu sagte weiter, Gvili sei während des von der Hamas geführten Angriffs am 7. Oktober 2023 getötet worden und habe zu den ersten Geiseln gehört, die in den Gazastreifen gebracht wurden.
Die Rückkehr aller verbleibenden Geiseln – lebend oder tot – war ein zentraler Bestandteil der ersten Phase der Waffenruhe im Gazastreifen. Die Familie von Gvili hatte die israelische Regierung aufgefordert, erst dann in die zweite Phase einzutreten, wenn sein Leichnam geborgen und zurückgebracht worden sei.
Israel und die Hamas standen unter dem Druck der Waffenstillstandsvermittler, darunter auch Washington, in die zweite Phase des von den USA vermittelten Waffenstillstands einzutreten, der am 10. Oktober in Kraft trat.
Israel hatte der Hamas wiederholt vorgeworfen, die Bergung der letzten Geisel hinauszuzögern. Die Hamas erklärte hingegen, sie habe alle ihr vorliegenden Informationen zu Gvili zur Verfügung gestellt.
Das israelische Militär hatte erklärt, die groß angelegte Operation zur Auffindung von Gvili finde "im Bereich der Gelben Linie" statt, die das Gebiet teilt.
Gvili, ein 24-jähriger Polizeibeamter, der von seinen Angehörigen "Rani" genannt wurde, war im Kampf gegen militante Hamas-Kämpfer getötet worden.
Vor der Bergung seiner sterblichen Überreste waren seit Beginn der Waffenruhe 20 lebende Geiseln sowie die Leichen von 27 weiteren Personen nach Israel zurückgebracht worden, zuletzt Anfang Dezember.
Die nächste Phase des 20 Punkte umfassenden Waffenstillstandsplans gilt als deutlich schwieriger. Sie sieht unter anderem die Einrichtung einer internationalen Stabilisierungstruppe, die Bildung einer technokratischen palästinensischen Regierung sowie die Entwaffnung der Hamas vor.