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Verdacht der Geldwäsche: Bundeskriminalamt durchsucht Deutsche Bank

Bei der Deutschen Bank werden derzeit Durchsuchungen vom Bundeskriminalamt durchgeführt.
Bei der Deutschen Bank werden derzeit Durchsuchungen vom Bundeskriminalamt durchgeführt. Copyright  Copyright 2015 AP. All rights reserved.
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Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Deutsche Bank ist derzeit das Ziel von Ermittlungen des Bundeskriminalamts. Es durchsucht Räume in Frankfurt am Main und Berlin aufgrund des Verdachts der Geldwäsche.

Das Bundeskriminalamt durchsucht seit Mittwochmorgen Räume der Deutschen Bank in Frankfurt am Main und in Berlin. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat die Durchsuchung in Auftrag gegeben.

Etwa 30 Ermittler sollen nach Informationen des Spiegels die Zentrale in Frankfurt am Main in Zivil betreten haben. In Berlin handelt es sich um einen weiteren Standort des Geldhauses.

Verdacht der Geldwäsche

Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte, werden unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses beschuldigt. Es bestehe ein Verdacht der Geldwäsche.

Die Deutsche Bank soll demnach Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften unterhalten haben. Diese stehen unter dem Verdacht "zum Zwecke der Geldwäsche eingesetzt worden zu sein".

Laut der Süddeutschen Zeitung könnte es sich dabei um einen prominenten früheren Kunden der Bank handeln: Roman Abramowitsch, ein russischer Milliardär, der in der EU seit März 2022 aufgrund seiner Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin unter Sanktionen steht. Bei früheren Geschäften sollen mögliche Verfehlungen in der Geldwäsche-Bekämpfung nicht ausgeschlossen worden sein.

Unter anderem steht im Raum, dass Verdachtsmeldungen zur Geldwäsche erst verspätet an die Behörden übergeben wurden.

Verdächtige Zahlungen, die einer Bank auffallen, müssen unverzüglich an die zuständigen Behörden gemeldet werden. Werden diese Informationen nicht weitergegeben, drohen Bußgelder.

Deutsche Bank bestätigt Durchsuchungen

"Wir bestätigen, dass in den Geschäftsräumen der Deutschen Bank derzeit eine Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgeführt wird", erklärte das Institut. Das Geldinstitut würde demnach vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten.

„Zu dem Hintergrund der Geschäftsbeziehungen, den über die Deutsche Bank AG erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst, können keine weiteren Angaben gemacht werden“, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der FAZ.

Am morgigen Donnerstag hält das Geldhaus eine Bilanzpressekonferenz über das vergangene Jahr. Dort sollte der höchste Gewinn seit vielen Jahren präsentiert werden.

Größte Bank Deutschlands erneut in der Kritik

In den vergangenen Jahren ist die Deutsche Bank mehrmals in Kritik geraten. In mehreren Fällen musste sie wegen verspäteter Geldwäscheverdachtsmeldungen Bußgelder bezahlen.

Unter anderem die Finanzaufsicht Bafin war dafür zuständig, zwischen den Jahren 2018 und bis Ende 2024 die Fortschritte in der Geldwäschebekämpfung zu kontrollieren. Dafür wurde eigens ein Sonderbeauftragter engagiert.

Wegen Transaktionen eines Onkels des syrischen Machthabers Bashar al-Assad musste die Deutsche Bank zuletzt im Juli 2022 sieben Millionen Euro Bußgeld bezahlen. Sie agierte in diesem Fall als durchleitende Bank oder Korrespondenzbank und hatte den Verdacht zu spät weitergemeldet. Das Institut akzeptierte das Bußgeld in Höhe von sieben Millionen Euro und erklärte, der Onkel sei zu keinem Zeitpunkt Kunde der Bank gewesen.

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