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Unfreiwilliger Doppelgänger: Stumme Blicke wegen Epstein-Ähnlichkeit

Dieses Foto, das vom New York State Sex Offender Registry zur Verfügung gestellt wurde, zeigt Jeffrey Epstein am 28. März 2017.
Dieses Foto, das vom New York State Sex Offender Registry zur Verfügung gestellt wurde, zeigt Jeffrey Epstein am 28. März 2017. Copyright  AP Photo
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Von Euronews
Zuerst veröffentlicht am
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Für den Türken Rifat Özdemir wird das tägliche Leben zum Spießrutenlauf, weil er offenbar Jeffrey Epstein, dem verstorbenen Sexualstraftäter, ähnlich sieht.

Ein türkischer Mann berichtet, dass sein Alltag spürbar unter Belastung steht, weil er immer wieder mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verglichen wird.

Unerwünschte Ähnlichkeit wird zum täglichen Ärgernis

Wie Özdemir erzählt, begann der Vergleich in der Familie: Ein Neffe habe ihn auf die Ähnlichkeit hingewiesen und dabei Epsteins Namen genannt. Damals habe er nicht gewusst, wer Epstein sei; erst später sei er durch Nachrichtenberichte und soziale Medien auf ihn aufmerksam geworden.

Mit der Zeit habe sich die Reaktion in der Öffentlichkeit verändert. Menschen würden ihn bei der Erwähnung von Epsteins Namen überrascht ansehen oder auf ihn zeigen. Zwar habe ihn niemand direkt beleidigt, doch er spüre den psychologischen Druck durch Blicke und Gesichtsausdrücke, die ein vorgefasstes Urteil nahelegten.

"Ich möchte nicht mit dieser Person in Verbindung gebracht werden"

Özdemir sagt, der Vergleich frustriere ihn sehr, weil Epstein niemand sei, mit dem man in Verbindung gebracht werden wolle. Er beschreibt sich als normalen Bürger, der arbeitet und seinen täglichen Pflichten nachgeht, und betont, dass der Vergleich ein „unfaires“ Bild von ihm erzeuge.

Besonders belastend sei es für ihn, auf der Straße unterwegs zu sein und die stillen Reaktionen der Menschen zu beobachten. Deshalb appelliert er an die Öffentlichkeit, ihn nicht länger mit Epstein zu vergleichen, da diese Assoziationen weder seine Persönlichkeit noch seinen Lebensstil widerspiegelten.

Um die unerwünschte Ähnlichkeit zu verringern, erwägt Özdemir sichtbare Veränderungen an seinem Aussehen. Er denkt über eine neue Frisur nach und sogar über einen Bart, obwohl er bislang nie einen getragen habe. Das könne, so hofft er, die Aufmerksamkeit reduzieren, bis das Thema abflaut. Manche Merkmale wie Falten ließen sich zwar schwer verändern, dennoch wolle er alles tun, um die Ähnlichkeit abzuschwächen.

In sozialen Netzwerken reichen die Kommentare von Menschen, die die Ähnlichkeit für oberflächlich halten, bis zu jenen, die es kritisieren, einen unbeteiligten Bürger mit einem Kriminalfall zu verknüpfen. Andere fordern, klar zwischen äußerlicher Ähnlichkeit und tatsächlichem Verhalten oder Ruf zu unterscheiden.

Die Akte Jeffrey Epstein

Jeffrey Epstein, ein US-amerikanischer Geschäftsmann, wurde beschuldigt, ein weitreichendes Netzwerk zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger betrieben zu haben, darunter auch Mädchen im Alter von 14 Jahren. Im Jahr 2019 wurde er tot in einer Gefängniszelle in New York aufgefunden; die Behörden stuften seinen Tod als Suizid ein.

Im Zusammenhang mit dem Fall tauchten in Dokumenten die Namen zahlreicher Prominenter auf.

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