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Epstein-Affäre: Frankreichs Außenminister schaltet die Justiz gegen Diplomaten ein

Archivbild: Krisenzentrum des französischen Außenministeriums in Paris, April 2020
Archivbild: Krisenzentrum des französischen Außenministeriums in Paris, April 2020 Copyright  AP Photo/Francois Mori, pool
Copyright AP Photo/Francois Mori, pool
Von Euronews mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
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Außenminister Jean-Noël Barrot hat wegen der früheren Kontakte des Spitzendiplomaten Fabrice Aidan mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein die Justiz eingeschaltet. Es geht um Dutzende E-Mails, die der Diplomat über Jahre hinweg mit Epstein austauschte.

Von 2010 an soll Aidan, der damals als französischer Diplomat bei den Vereinten Nationen in New York tätig war, Dutzende E-Mails mit Epstein ausgetauscht haben. Im Jahr 2013 soll das FBI die Vereinten Nationen auf eine Untersuchung aufmerksam gemacht haben, die ihn belasten könnte.

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Außenminister Barrot teilte in einem Tweet am Dienstagabend mit, dass er die Justiz eingeschaltet habe, um ihr "die mutmaßlichen Tatsachen" zu melden, die Fabrice Aidan in den Epstein-Files belasten. Er versicherte, dass er erst am Dienstag von dieser Situation erfahren habe, die ihn "persönlich empört".

"Ich leite außerdem eine Verwaltungsuntersuchung ein, um zur Arbeit der Justiz beizutragen, und leite ein Disziplinarverfahren ein", postete der Minister auf X.

In seinem Schreiben an die französische Justiz bezeichnet er Aidan als "secrétaire des affaires étrangères principal", der aus persönlichen Gründen freigestellt sei und Funktionen im Privatsektor ausübe.

Eine Quelle erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass der Diplomat für den Konzern Engie tätig sei. Der französische Energiekonzern gab seinerseits bekannt, dass er Aidan von seinen Aufgaben suspendiert habe.

Radio France und Mediapart berichten, dass der erste Austausch zwischen Fabrice Aidan und Jeffrey Epstein im Jahr 2010 stattfand.

Fabrice Aidan war damals zu den Vereinten Nationen entsandt worden, wo er als Berater des norwegischen Diplomaten Terje Rød-Larsen fungierte. Gegen diesen und dessen Frau wird in Norwegen aufgrund ihrer Verbindungen zu Jeffrey Epstein wegen schwerwiegender Korruption und Beihilfe zur schweren Korruption ermittelt.

Den französischen Medienberichten zufolge soll das FBI 2013 die Vereinten Nationen über eine laufende Untersuchung informiert haben, die Fabrice Aidan belasten könnte. Der Diplomat soll Epstein Dokumente und Berichte der Vereinten Nationen zugesandt haben. Es ging offenbar aber auch um Privates wie zum Beispiel die Schuhgröße von Rød-Larsen, weil Epstein diesem ein Paar Schuhe schenken wollte.

Nachwirkungen in Frankreich

Die jüngsten Enthüllungen im Fall Epstein haben auch Frankreich schon politisch erschüttert. Der ehemalige Kulturminister Jack Lang trat von seinem Amt als Präsident des Instituts der Arabischen Welt zurück, nachdem eine Untersuchung seiner Verbindungen zu Jeffrey Epstein eingeleitet worden war.

Der 86-jährige ehemalige Minister von François Mitterrand steht seither aufgrund von Drohungen gegen ihn unter Polizeischutz.

Jack Langs Name taucht 673 Mal im Schriftwechsel mit Jeffrey Epstein auf, und die Korrespondenz deutet auf finanzielle Verbindungen mit dem amerikanischen Sexualverbrecher hin.

Die französische Finanzstaatsanwaltschaft leitete gegen Lang und seine Tochter ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerbetrugs ein.

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