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Fünf europäische Länder erklären jetzt sicher: Nawalny wurde vergiftet - was Gewebeproben verraten

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Von Diana Resnik
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Putins schärfster Kritiker Alexej Nawalny starb am 16. Februar 2024 im Straflager „Polarwolf“ – offiziell eines natürlichen Todes. Doch jetzt schlagen fünf europäische Staaten Alarm: Es gibt neue Erkenntnisse aus Gewebeproben.

Putins stärkster Gegner, Alexej Nawalny, ist vor zwei Jahren im russischen Straflager "Polarwolf" gestorben – jetzt sind sich fünf europäische Staaten sicher: Er wurde vergiftet.

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In Nawalnys Gewebeproben ist laut SPIEGEL-Informationen das Gift Epibatidin gefunden worden. Fünf europäische Länder wollen am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz nun ein Statement abgeben.

Die Strafkolonie, in der Alexei Nawalny die letzten Wochen seines Lebens verbrachte, in der Stadt Charp, Russland, etwa 1.900 Kilometer nordöstlich von Moskau, Russland.
Die Strafkolonie, in der Alexei Nawalny die letzten Wochen seines Lebens verbrachte, in der Stadt Charp, Russland, etwa 1.900 Kilometer nordöstlich von Moskau, Russland. AP Photo

Wie ist Nawalny gestorben?

Der russische Oppositionelle starb am 16. Februar 2024 in der Strafkolonie "Polarwolf", im Ort "Charp", etwa 60 Kilometer nördlich des Polarkreises, im Uralgebirge. Die offizielle Version: Nawalny starb eines natürlichen Todes. Doch seine Witwe, Julia Nawalnaja, hatte von Anfang an Zweifel.

Zunächst waren es nur Gerüchte, doch nun bestätigen Gewebeproben offenbar, dass der Giftstoff Epibatidin die Todesursache war.

Was ist Epibatedin?

Epibatidin ist ein extrem starkes Gift aus der Haut eines südamerikanischen Pfeilgiftfrosches. Es wirkt als sehr starkes Schmerzmittel und ist deutlich stärker als Morphin, gleichzeitig aber auch hochgiftig, sodass schon kleine Mengen gefährlich sein und zum Beispiel Atemprobleme verursachen können.

Julia Navalnaja steht während einer Anti-Putin-Demonstration in Berlin, Deutschland, am Samstag, dem 1. März 2025, vor einem Schild mit einem Bild von Alexei Navalny.
Julia Navalnaja steht während einer Anti-Putin-Demonstration in Berlin, Deutschland, am Samstag, dem 1. März 2025, vor einem Schild mit einem Bild von Alexei Navalny. AP Photo

Bereits im vergangenen Jahr hatte die 49-jährige Witwe in einer Videobotschaft erklärt, ihr Team habe Proben von Nawalnys Leiche entnommen und sie in verschiedene Labore in den Westen geschmuggelt. Das Ergebnis mehrerer Untersuchungen: Nawalny wurde vergiftet.

Fünf Staaten planen jetzt eine Erklärung

Jetzt wollen fünf Staaten am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz eine Erklärung veröffentlichen, in der es heißen soll, dass der russische Oppositionelle mit hoher Sicherheit vergiftet wurde. Die Staaten: Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Schweden und die Niederlande.

Julia Navalnaja, Menschenrechtsaktivistin und Ehefrau des russischen Oppositionsführers Alexei Navalny, gibt am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz eine Presseerklärung.
Julia Navalnaja, Menschenrechtsaktivistin und Ehefrau des russischen Oppositionsführers Alexei Navalny, gibt am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz eine Presseerklärung. AP Photo

In ihrer Erklärung machen die Staaten den russischen Präsidenten Wladimir Putin unmittelbar für den Tod Nawalnys verantwortlich. Es heißt, nur er und die russischen Geheimdienste hätten die Möglichkeit gehabt, Nawalny im Hochsicherheitsgefängnis "Polarwolf" zu vergiften, so der SPIEGEL. Putin habe zudem ein Motiv gehabt, so die Staaten.

Gift als Mittel gegen Feinde?

Der russischen Regierung wurden in der Vergangenheit bereits Vergiftungen zugeschrieben.

Auf den im Sommer 2023 im Rahmen eines Gefangenenaustauschs mit dem Westen freigelassenen russischen Oppositionellen Wladimir Kara-Mursa sind früher Giftanschläge verübt worden.

Ein weiterer bekannter Fall: die Britin Dawn Sturgess, die 2018 durch das Gift Nowitschok in Salisbury getötet wurde. Das eigentliche Ziel war jedoch der russische Agent Sergej Skripal.

Menschen durchbrechen Absperrungen, um dem Kleinbus mit dem Sarg des russischen Oppositionsführers Alexei Nawalny zu folgen.
Menschen durchbrechen Absperrungen, um dem Kleinbus mit dem Sarg des russischen Oppositionsführers Alexei Nawalny zu folgen. AP Photo

Dasselbe Gift wurde 2020 gegen Nawalny in einem Flieger eingesetzt. Er wurde anschließend in der Berliner Charité behandelt, bevor er am 17. Januar 2021 nach Russland zurückkehrte. Er wurde direkt bei seiner Ankunft am Flughafen Moskau-Scheremetjewo festgenommen.

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