Europas Luftverschmutzung: Zwei Länder dominieren die Top Ten der dreckigsten und der saubersten Städte.
In Finnland atmen Menschen eine der saubersten Luftqualitäten Europas. Laut einem neuen Bericht gibt es dort die meisten Städte mit gesundheitlich sicheren Feinstaubwerten.
Trotzdem verfehlt das Land insgesamt die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation für sichere Belastungen mit PM2,5, also Feinstaub.
Nur drei europäische Länder erfüllten laut dem World Air Quality Report (Quelle auf Englisch) von IQAir im Jahr 2025 diese Vorgaben. Es sind Estland, Island und Andorra.
In manchen Weltregionen fehlen Messdaten zur Luftqualität in Echtzeit. Europa gehört dagegen zu den am umfassendsten überwachten Regionen der Welt.
Der Bericht wertete Daten aus 2.303 Städten in 43 europäischen Ländern aus – 163 mehr als 2024. In 1.182 Städten stieg der jährliche Durchschnitt der PM2,5-Konzentrationen, in 886 Städten ging er zurück. Nur 104 europäische Städte lagen innerhalb des von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwerts für Feinstaub.
Finnland lag vorn: In 25 Städten unterschritten die Werte den Richtwert, gefolgt von Schweden mit 15 und Spanien mit zwölf.
Luftverschmutzung in Europa: Wo die Luft am schmutzigsten ist
In acht Ländern – Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Serbien, Türkei, Moldau, Rumänien, Montenegro und Polen – lagen die gemessenen PM2,5-Werte bei mehr als 15 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³). Sie gehören damit zu den am stärksten verschmutzten Staaten Europas. Der von der WHO empfohlene Höchstwert liegt bei fünf µg/m³.
Besonders viele stark belastete Städte liegen in der Türkei. Gründe sind die starke Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, dichter Verkehr, Emissionen der Industrie und Wetterlagen, die Schadstoffe in Bodennähe festhalten.
Iğdir steht mit durchschnittlich 64,4 µg/m³ PM2,5 im Jahr 2025 an der traurigen Spitze. Buca, ebenfalls in der Türkei, folgt mit 51,5 µg/m³ auf Rang zwei. Außerdem schafften es drei weitere türkische Städte in die Top Ten: Gödekli auf Platz vier, Konya auf Platz sechs und Düzce auf Platz acht.
Novi Pazar in Serbien belegt mit 34,1 µg/m³ Rang drei. In Bosnien und Herzegowina liegt Prijedor auf Platz fünf, Gorazde auf Platz sieben und Gracanica auf Platz neun. Den zehnten Platz nimmt Cacak in Serbien ein.
Viele dieser Städte kämpfen mit denselben Ursachen: Kohlekraftwerke, private Heizungen mit minderwertiger Kohle und Holz in ineffizienten Öfen sowie starker Autoverkehr. Topografie und Wetterlagen verschärfen die Lage, weil sie die Schadstoffe in Bodennähe einschließen.
Saubere Luft in Europa: Hier ist die Belastung am geringsten
Am anderen Ende der Skala stellt Finnland die Hälfte der zehn am wenigsten belasteten Städte. Die Insel Utö liegt mit nur 1,3 µg/m³ PM2,5 an der Spitze. Dahinter folgen Muonio auf Rang zwei, Kittilä auf Rang drei, Ranua auf Rang fünf und Nivala auf Rang zehn.
Begünstigt wird das durch die geografische Lage und die geringe Bevölkerungsdichte. Entscheidend sind aber Finnlands strenge Emissionsvorschriften und der hohe Anteil erneuerbarer Energien von mehr als 54 Prozent.
Sandgerði in Island erreicht mit 2,2 µg/m³ Rang vier. Bredkälen in Schweden liegt auf Platz sechs, Faro in Portugal auf Platz acht und Alftanes in Island auf Platz neun.
So schützen Sie sich vor PM2,5
PM2,5-Partikel sind so winzig, dass sie tief in die Lunge eindringen und sogar in den Blutkreislauf gelangen können. Sie stehen in Verbindung mit Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Leiden und langfristigen Erkrankungen wie Krebs.
Wer in einer stark belasteten Region lebt, kann sich schützen, indem er die Luftwerte in Echtzeit mit Apps wie IQAir oder AirVisual verfolgt. Steigen die Werte stark an, sollten Sie möglichst in Innenräumen bleiben und Türen sowie Fenster geschlossen halten.
Lüftungs- und Klimaanlagen sollten auf Umluft gestellt werden. Luftreiniger helfen zusätzlich, Partikel, Gase und andere Schadstoffe herauszufiltern.
Wenn ein Aufenthalt im Freien nötig ist, empfiehlt sich eine KN95-Maske. Sie filtert auch sehr kleine Partikel aus der Luft, darunter Viren und Feinstaub.