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Austritt der VAE aus der Opec: Folgen für Ölmarkt und Klima?

ARCHIV: Logo der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) vor dem OPEC-Hauptsitz in Wien, Österreich, am drei. März zweitausendzweiundzwanzig.
ARCHIV - Das Logo der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) prangt am 3. März 2022 am OPEC-Sitz in Wien, Österreich. Copyright  AP Photo/Lisa Leutner, File
Copyright AP Photo/Lisa Leutner, File
Von Angela Symons mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der weltweit drittgrößte Ölproduzent kann seine Förderung nach Branchenschätzungen um fast fünfzig Prozent steigern.

Die Entscheidung der Vereinigten Arabischen Emirate, aus der OPEC auszutreten, gilt als einer der bedeutendsten Einschnitte in der internationalen Energiepolitik seit Jahren. Sie wirft Fragen nach der künftigen Ölversorgung, der Stabilität der Märkte und dem Tempo der Energiewende auf.

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Das Land betont, seine Förderpolitik richte sich weiterhin nach Verantwortung und der Stabilität der Märkte und berücksichtige das weltweite Verhältnis von Angebot und Nachfrage.

Zugleich will es im Rahmen seiner langfristigen Energiestrategie weiter in Öl, Gas, erneuerbare Energien und Technologien mit niedrigen Emissionen investieren.

Der Schritt spiegelt auch die wachsenden Spannungen innerhalb des OPEC+-Bündnisses. Entscheidungen über Fördermengen orientieren sich dort zunehmend an der Abstimmung zwischen Saudi-Arabien und Russland. Die Emirate geraten seit Jahren immer wieder mit Saudi-Arabien über die Verteilung der Förderquoten aneinander.

OPEC-Austritt der VAE: Bedeutet das mehr fossile Energie?

Der Austritt der Emirate aus der OPEC dürfte kurzfristig kaum Auswirkungen auf Angebot und Preis von Öl haben. Die Märkte reagieren derzeit vor allem auf die Schließung der Straße von Hormus, durch die sonst rund ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen transportiert wird.

Anders als die meisten Produzenten am Golf können die Emirate die Meerenge über ihre Pipeline von Habshan nach Fudschaira umgehen. So bleibt ihnen ein Exportweg, auch wenn die Wasserstraße geschlossen bleibt.

Als drittgrößter Ölproduzent der Welt förderte das Land kurz vor Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar noch rund 3,4 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Im März sank die Produktion auf 1,9 Millionen Barrel täglich, nachdem das Land von Iran, ebenfalls OPEC-Mitglied, mit Raketen- und DrohnenAngriffen überzogen wurde.

Die Behörden der Emirate wollen ihre Förderkapazität nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters bis 2027 auf fünf Millionen Barrel pro Tag ausbauen. Das Land gehört zu den wenigen OPEC-Mitgliedern mit der Fähigkeit, die Produktion schnell zu erhöhen.

Die Verbrennung eines Fasses Rohöl setzt im Schnitt rund 0,43 Tonnen CO2 frei. Ein dauerhaft höheres Fördervolumen könnte daher zu steigenden Emissionen weltweit beitragen – je nach Nachfrage und je nachdem, inwieweit andere Energieträger fossile Brennstoffe ersetzen.

Die Internationale Energieagentur warnte bereits in ihrem Netto-null-Fahrplan von 2021, neue Öl- und Gasfelder dürfe es eigentlich nicht mehr geben, wenn die Welt bis zur Mitte des Jahrhunderts Klimaneutralität erreichen wolle.

Was bedeutet das für die weltweiten Emissionen?

Fossile Brennstoffe sind nach Angaben des Weltklimarats IPCC die größte Quelle der globalen Treibhausgasemissionen.

Im vergangenen Jahr warnte der Bericht (Quelle auf Englisch) „Indicators of Global Climate Change“, dass sich das Ziel, die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, in den kommenden Jahren praktisch nicht mehr erreichen lässt, wenn die Emissionen nicht rasch sinken.

Die Emirate versuchen, sich zugleich als großer Ölproduzent und als zunehmend wichtiger Akteur im Bereich der sauberen Energie zu präsentieren. Das staatlich gestützte Erneuerbaren-Unternehmen Masdar investiert in Projekte in mehr als 40 Ländern, darunter in Offshore-Windparks in Europa.

Nach eigenen Angaben spiegelt der OPEC-Austritt „die langfristige strategische und wirtschaftliche Vision der VAE und ihr sich wandelndes Energieprofil wider, einschließlich beschleunigter Investitionen in die heimische Energieproduktion“.

Ob der Austritt aus der OPEC am Ende tatsächlich zu deutlich höheren Fördermengen führt, hängt von der Nachfrage, der Lage an den Märkten und dem Tempo der globalen Energiewende ab – Faktoren, die nach Darstellung der Emirate auch künftig ihre Entscheidungen leiten sollen.

Dieser Artikel wurde aktualisiert und um zusätzliche Einordnung ergänzt.

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