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Solarspeicher: Funktionsweise und lohnen sie sich für geringere Stromkosten?

Auf dem Dach eines Wohnhauses sind Solarpaneele montiert.
Ein Wohnhaus mit Solarpanels auf dem Dach. Copyright  Watt A Lot via Unsplash.
Copyright Watt A Lot via Unsplash.
Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am
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In Europa lassen immer mehr Menschen Solaranlagen auf ihren Dächern montieren oder nutzen Steckermodelle. Damit wächst der Bedarf an Batteriespeichern.

Solarenergie gilt als "leuchtender Stern" von Europas sauberer Energiewende und treibt das Interesse an Batteriespeichersystemen rasant in die Höhe.

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Angesichts des Kriegs gegen Iran dämpfen heimisch erzeugte Erneuerbare die Folgen der volatilen Preisschocks bei fossilen Energieträgern. Eine aktuelle Analyse zeigt: Allein im März hat Solarstrom Europa durch geringere Gasimporte täglich mehr als 100 Millionen Euro erspart.

Bleiben die Gaspreise hoch, vor allem wegen Irans Druck auf die Straße von Hormus, könnten die Einsparungen im Jahr 2026 nach Einschätzung von Fachleuten auf beeindruckende 67,5 Milliarden Euro steigen.

Solarenergie boomt in Europa

In Großbritannien zeigen neue Regierungszahlen: Im März 2026 wurden mehr als 27.000 Solaranlagen installiert – so viele wie in keinem Monat seit 2012. Die installierte Solarleistung ist damit binnen eines Jahres um 11,7 Prozent gewachsen und steuert zusätzliche 2,3 Gigawatt sauberen, heimischen Strom zum britischen Energiemix bei.

Zum Vergleich: Ein Kraftwerk mit einer Leistung von einem Gigawatt könnte auf Basis des durchschnittlichen Stromverbrauchs in den USA rund 876.000 Haushalte ein Jahr lang versorgen.

In Deutschland hat der Energieanbieter Enpal BV festgestellt, dass die Anfragen nach Solaranlagen und Wärmepumpen seit Beginn des US-israelischen Konflikts im Nahen Osten um rund 30 Prozent gestiegen sind. Das Solarunternehmen 1KOMMA5° GmbH meldet ebenfalls nahezu eine Verdoppelung des Interesses.

Großbritannien ist zudem das jüngste europäische Land, das den kommerziellen Verkauf von steckerfertigen Solarmodulen erlaubt – für Haushalte, die sich klassische Dachanlagen nicht leisten können oder in Gemeinschafts- beziehungsweise Mietwohnungen leben.

Diese Mini-Anlagen kommen ohne professionelle Installation aus. Nach Berechnungen von Carbon Brief (Quelle auf Englisch) kann ein typischer britischer Haushalt über die rund fünfzehnjährige Lebensdauer eines solchen Geräts etwa 1.100 Pfund (rund 1.261 Euro) bei den Energiekosten sparen. In Deutschland gehören solche Systeme seit Langem zum festen Bestandteil vieler Balkonkraftwerke.

Was ist ein Batteriespeicher?

Batteriespeicher ermöglichen es Haushalten, Strom zwischenzuspeichern und bei Bedarf abzurufen.

Die Batterien laden sich mit überschüssigem Strom aus Solaranlagen oder anderer eigener Erzeugung. Sie lassen sich aber auch über den normalen Stromanschluss laden.

Die meisten Menschen verbrauchen tagsüber weniger Strom, weil sie in der Schule oder bei der Arbeit sind. Genau dann produzieren Solaranlagen allerdings den Großteil des Stroms.

Mit Batterien können Haushalte diese Energie nachts oder an sehr trüben Tagen nutzen, wenn die Solarmodule wenig liefern. Strom aus der Solaranlage lässt sich zudem ins Netz einspeisen – dafür gibt es Geld.

"Batterien können in Kombination mit intelligenten Tarifen die Stromrechnungen deutlich senken", sagt Phil Steele vom britischen Energieversorger Octopus Energy zu Euronews Earth.

"Statt rund um die Uhr denselben Pauschalpreis zu zahlen, sorgen smarte Tarife wie Agile Octopus dafür, dass die Batterie automatisch geladen wird, wenn Strom am günstigsten ist, und Energie abgibt, wenn die Preise am höchsten sind. So holen Kundinnen und Kunden das Maximum aus jeder gespeicherten Energieeinheit."

Was kosten Batterien – und wie lange halten sie?

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (Quelle auf Englisch) sind die durchschnittlichen Batteriekosten seit 2010 dank Fortschritten in der Chemie und der Produktion um 90 Prozent gefallen.

In den vergangenen fünf Jahren kamen weltweit mehr als 2.000 Gigawattstunden an Lithium-Ionen-Batteriekapazität hinzu. Sie treiben 40 Millionen Elektrofahrzeuge an und stecken in Tausenden von Batterie-Großspeicherprojekten.

Der Preis einer Batterie hängt vom Bedarf im jeweiligen Haushalt ab. Eine Batterie mit einer Kapazität von fünf Kilowattstunden von Octopus Energy, die einen typischen britischen Haushalt rund sechs bis acht Stunden versorgen kann, kostet ab 3.447 Pfund (rund 4.028 Euro). Batterien mit größerer Kapazität, etwa Modelle mit zehn Kilowattstunden, können mehr als 7.000 Euro kosten – speichern dafür aber genug Energie für ungefähr anderthalb Tage.

Die typische Lebensdauer einer Batterie liegt je nach Nutzung bei etwa zehn bis zwölf Jahren. Mit weiterer Forschung an diesen Systemen könnte sie sich bald verlängern.

Batteriespeicher: Wie sie Europas Stromnetz stärken können

Europa erlebt derzeit immer häufiger negative Strompreise, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt. Das verstärkt die Rufe nach deutlich mehr industriellen Batteriespeichersystemen in ganz Europa.

Im vergangenen Jahr installierte die EU 27,1 Gigawattstunden neuer Batteriespeicher-Kapazität und verzeichnete damit das zwölfte Rekordjahr in Folge. Ein Bericht von Solar Power Europe (Quelle auf Englisch) warnt jedoch, dass die EU dieses Verzehnfachen des Marktes noch einmal erreichen muss, um ihre Ziele für 2030 zu schaffen.

Fünf EU-Märkte stellten 2025 mehr als 60 Prozent der neuen BESS-Kapazität bereit, allen voran Deutschland und Italien. Bulgarien wurde zum am schnellsten wachsenden Markt und schob sich auf Rang drei, gefolgt von den Niederlanden und Spanien.

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