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Anthropics Fable 5 zu teuer? OpenAI könnte bald Preise senken

Seiten der Anthropic-Website und Firmenlogos sind am Donnerstag, 26. Februar 2026, auf einem Computerbildschirm in New York zu sehen.
Am Donnerstag, 26. Februar 2026, sind in New York Anthropic-Webseiten und Firmenlogos auf einem Computerbildschirm zu sehen. Copyright  AP Photo/Patrick Sison
Copyright AP Photo/Patrick Sison
Von Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Anthropics Fable 5 im Preischeck: OpenAI arbeitet an günstigerer Alternative

Anthropic sorgt mit der Einführung einer Version seines KI-Modells, die das Unternehmen zuvor als zu leistungsstark für eine Veröffentlichung eingestuft hatte, für Begeisterung. Zugleich hagelt es Kritik am Preis.

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Das Modell heißt Fable 5, manche sprechen von „Mythos Lite“. Es ist im Claude-Abonnement enthalten, allerdings nur bis zum 22. Juni. Danach müssen Nutzer den vollen Preis zahlen, den viele im Netz als zu hoch empfinden.

„Ein paar Prompts nur zum Testen, und schon waren fünf Prozent meines Monatskontingents weg … Ohne ordentliches Vermögen habe ich keinen Grund, das zu nutzen“, schrieb ein Nutzer auf Reddit.

Seit dem neunten Juni 2026 haben auch normale Nutzer Zugriff auf Fähigkeiten auf „Mythos“-Niveau, wie Anthropic es nennt. Ein eingebauter Sicherheitsmechanismus schaltet das Modell jedoch ab und wechselt auf das ältere Claude Opus 4.8, sobald Anfragen zu Hochrisikothemen wie Cybersicherheit, Biologie, Chemie oder Destillation gestellt werden.

Im April stellte Anthropic sein Mythos-Modell vor. Nach Unternehmensangaben ist es für eine öffentliche Einführung zu mächtig, weil es besonders effektiv schwerwiegende Schwachstellen in großen Betriebssystemen und Webbrowsern aufspürt.

Fable: Was das Modell kostet

Nach Angaben von Anthropic kostet Fable zehn Dollar beziehungsweise rund neun Euro je eine Million Eingabe-Tokens und 50 Dollar je eine Million Ausgabe-Tokens. Damit ist das Modell doppelt so teuer wie das bisher teuerste Angebot des Unternehmens, Claude Opus 4.8.

Tokens sind Dateneinheiten, die eine KI verarbeitet. Ein Token kann ein Wort sein, ein Satzzeichen, ein Leerzeichen, Pixel in einem Bild oder sogar eine Leerstelle. Schätzungen zufolge entsprechen im Englischen ein Token etwa vier Zeichen oder rund 75 Prozent eines Wortes. 1.000 Tokens ergeben also ungefähr 750 Wörter.

Für Fable braucht es laut Anthropic mehr Rechenleistung und mehr Tokens, weil das Modell komplexere Aufgaben übernimmt. Es kann mehrere KI-Agenten steuern und tagelang autonom arbeiten.

„Fable 5 erzielt die höchste Punktzahl aller Modelle und legt vor allem bei dokumentenbasiertem Schlussfolgern, bei der Auswertung von Diagrammen und Tabellen sowie beim Problemlösen deutlich zu“, erklärte Anthropic.

Außerdem liest es exakte Zahlen aus komplexen wissenschaftlichen Grafiken aus und bewältigt anspruchsvolle Bildaufgaben, etwa den Quellcode einer Web-App aus Screenshots zu rekonstruieren.

Ob all das den hohen Preis rechtfertigt, ist eine andere Frage. Unternehmen achten inzwischen immer stärker auf die laufenden Kosten ihrer KI-Systeme.

Im Vergleich zum Konkurrenzmodell GPT-5.5 von OpenAI ist Fable teurer als die Standardversion von GPT-5.5, die fünf Dollar je eine Million Eingabe-Tokens und 30 Dollar je eine Million Ausgabe-Tokens kostet.

Günstiger ist Fable allerdings im Vergleich zur Pro-Variante des GPT-5.5-Modells von OpenAI.

Der Preiskampf um KI-Modelle spitzt sich zu. OpenAI erwägt laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ vom Mittwoch, die Preise für den bezahlten Zugriff auf seine KI-Modelle deutlich zu senken; die Zeitung beruft sich auf mit der Sache vertraute Personen.

Auch bei der Bewertung liefern sich die Unternehmen ein Rennen. OpenAI hat in dieser Woche bei der US-Börsenaufsicht SEC selbstbewusst den Börsengang beantragt.

Anthropic hatte denselben Schritt bereits in der vergangenen Woche vollzogen.

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