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UN-Generalsekretär fordert Ende aller Sanktionen gegen Syrien

UN-Generalsekretär António Guterres bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Syriens Außenminister Asaad al-Shaibani in Damaskus, 25. Juli 2026
UN-Generalsekretär António Guterres bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Syriens Außenminister Asaad al-Shaibani in Damaskus, 25. Juli 2026 Copyright  AP Photo/Omar Albam
Copyright AP Photo/Omar Albam
Von Emma De Ruiter
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Mehrere westliche Staaten, darunter die USA, haben ihre Sanktionen gegen Syrien aufgehoben oder gelockert. Doch viele Anleger bleiben zurückhaltend.

UN-Generalsekretär António Guterres hat an diesem Sonntag zum Abschluss eines zweitägigen Besuchs in Syrien die Aufhebung aller Sanktionen gegen das Land gefordert.

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Bei seinem Besuch traf Guterres ranghohe Vertreter des Staates. Dazu zählten Präsident Ahmed al-Scharaa, Außenminister Asaad al-Schaibani und der Sprecher des neuen Übergangsparlaments, das in diesem Monat zu seiner ersten Sitzung zusammenkam.

Ebenfalls in Damaskus sprach Guterres mit Angehörigen der UN-Friedenstruppe, die auf den von Israel besetzten syrischen Golanhöhen stationiert ist, sowie mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft, verschiedener Gemeinschaften, Frauenorganisationen und der Jugend.

Er besuchte außerdem das Gefängnis Saidnaya nahe der Hauptstadt, das unter al-Assad als brutalste Haftanstalt Syriens galt.

Viele Staaten, vor allem im Westen, hatten in der Ära des gestürzten Machthabers Baschar al-Assad Sanktionen gegen Syrien verhängt. Die neuen syrischen Machthaber, die im Dezember 2024 die Kontrolle übernahmen, wollen nach mehr als 13 Jahren Krieg einen Neuanfang, die Wirtschaft wiederbeleben und Infrastruktur sowie staatliche Institutionen aufbauen.

Westliche Staaten, darunter die USA, haben eine Lockerung der Sanktionen angekündigt. Investoren agieren jedoch weiter zurückhaltend. Die Weltbank schätzt, dass der Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg etwa 216 Milliarden Dollar (190 Milliarden Euro) kosten könnte.

"Ich begrüße die Schritte zur Lockerung der Sanktionen und die neuen Chancen für eine wirtschaftliche Erholung, aber alle diese Sanktionen müssen sofort aufgehoben werden", sagte Guterres auf einer Pressekonferenz in Damaskus zum Abschluss eines, wie er es nannte, "tief bedeutsamen und produktiven Besuchs".

"Die Vereinten Nationen stehen in diesem entscheidenden Moment an der Seite des syrischen Volkes. Ich bin mit dem eindringlichsten Appell an die internationale Gemeinschaft gekommen, keinen Aufwand zu scheuen, um das syrische Volk und die syrische Regierung zu unterstützen", so Guterres.

UN-Generalsekretär António Guterres bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Syriens Außenminister Asaad al-Shaibani in Damaskus, 25. Juli 2026
UN-Generalsekretär António Guterres bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Syriens Außenminister Asaad al-Shaibani in Damaskus, 25. Juli 2026 AP Photo/Omar Albam

"Syrien braucht Investitionen in seine Menschen, seine Wirtschaft und seine Institutionen. Syrien braucht Unterstützung, um grundlegende Dienste wiederherzustellen, Infrastruktur aufzubauen und Lebensgrundlagen zu sichern", sagte der UN-Generalsekretär.

Es brauche außerdem Hilfe "für die sichere, freiwillige und würdige Rückkehr von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen".

Seit dem Sturz Assads sind nach UN-Angaben rund 1,7 Millionen Flüchtlinge nach Syrien zurückgekehrt. Etwa 5,5 Millionen Menschen leben weiter als Vertriebene im eigenen Land, rund 6 Millionen halten sich im Ausland auf.

Mit seiner Reise ist Guterres der erste UN-Chef in Syrien seit seinem Vorgänger Ban Ki-moon im Jahr 2009, zwei Jahre vor Beginn des Krieges in Syrien, dem mehr als eine halbe Million Menschen zum Opfer fielen.

Syrien meldet neuen israelischen Vorstoß im Süden

Zeitgleich zu Guterres’ Besuch berichteten syrische Staatsmedien von einem Vorstoß israelischer Truppen in den Süden des Landes.

Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete, "israelische Besatzungstruppen seien am frühen Sonntag in die Dörfer Maariya und Al-Aarda im Jarmuk-Becken im Westen der Provinz Daraa vorgedrungen".

Demnach errichteten die Soldaten, begleitet von drei Militärfahrzeugen und einem Bulldozer, in Al-Aarda einen Kontrollpunkt. Israelische Kräfte hätten zudem in Orten im Jarmuk-Becken Flugblätter abgeworfen, in denen die Bewohner davor gewarnt würden, Straßen zu blockieren oder den Vormarsch der Fahrzeuge zu behindern.

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 schickte Israel Truppen in die von den Vereinten Nationen überwachte Pufferzone, die bisher die israelischen und syrischen Truppen auf den von Israel besetzten Golanhöhen voneinander trennte.

Seither fliegt das israelische Militär Angriffe und dringt immer wieder weiter in syrisches Gebiet vor.

Israelische Regierungsvertreter erklärten, sie wollten Truppen in einer "Sicherheitszone" im Süden Syriens stationiert lassen, in der sie eine weiter gefasste entmilitarisierte Zone anstreben.

Guterres betonte am Samstag, "Verletzungen der Souveränität und territorialen Integrität Syriens sind inakzeptabel und müssen aufhören".

"Was in der Region um die Golanhöhen geschieht, ist völlig inakzeptabel", kritisierte er: "Die Golanhöhen sind syrisches Territorium."

Beim Treffen mit Syriens Präsident Ahmed al-Scharaa bekräftigte Guterres am Samstag laut einer UN-Erklärung das "Bekenntnis der Vereinten Nationen zu Souveränität, Unabhängigkeit, Einheit und territorialer Integrität Syriens" und äußerte "tiefe Besorgnis über Verletzungen Israels" des Truppenentflechtungsabkommens von 1974.

Seit dem Amtsantritt al-Scharaas drängt die internationale Gemeinschaft die neuen Machthaber, ein Regierungssystem aufzubauen, das alle Gruppen der multiethnischen und multikonfessionellen syrischen Gesellschaft einbindet.

"Ich habe keinen Zweifel, dass dieser Übergang in die richtige Richtung geht", zeigte Guterres sich zuversichtlich.

Weitere Quellen • AFP

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