Eine Journalistin aus China fragte Bundestrainer Julian Nagelsmann, ob die Sicherheit der Spieler gewährleistet sei, nachdem sie gelesen habe, dass im DFB-Quartier eine Schlange gesichtet wurde.
Es war groß und breit auch in internationalen Medien: Bei der WM in den USA hatten die deutschen Fußballer einen Schreckmoment bei einer Begegnung mit der lokalen Tierwelt: Eine Schlange tauchte auf in der Nähe des Trainingscamps in North Carolina.
Eine Reporterin aus China wollte Genaueres wissen und fragte bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Elfenbeinküste Samstagnacht deutscher Zeit, ob angesichts der Schlangensichtung die Sicherheit der Spieler im Camp gewährleistet sei.
Nagelsmann wirkte irritiert, blickte kurz zu seinem neben ihm sitzenden Spieler Jonathan Tah auf dem Podium und fragt leise, aber über das Mikro hörbar: "Das ist Wahnsinn, oder?" Anschließend wandte er sich wieder der Journalistin zu und sagt scherzhaft: "Es war eine große Anakonda."
Lachen brach aus im Saal. DFB-Pressesprecherin Franziska Wülle betonte: "Das war ein Witz." Dann meinte Nagelsmann: "Sie war klein. Wir lieben alle Tiere auf diesem Planeten und freuen uns über alle Tiere auf unserem Gelände."
Nicht ganz so cool hatte zuvor Joshua Kimmich reagiert. Kimmich hatte zuvor öffentlich gemacht, dass DFB-Spieler auf dem Gelände des Teamhotels Graylyn Estates einer giftigen Schlange begegnet seien. Kurz nach der Begegnung mit dem Tier sagte er: "Wir haben gestern eine Schlange gesehen. Aber da wurde uns gesagt, dass die giftig ist. Also bei einem Biss muss man mal ins Krankenhaus fahren. Ich glaube nicht, dass man stirbt. Aber es ist zumindest mal gefährlich. Ja, hier habe ich ein bisschen Respekt vor den Tieren, muss ich sagen."
Um es noch einmal klarzustellen: Es handelte sich bei dem Tier um den Nordamerikanischen Kupferkopf. Er wird meist bis zu 90 Zentimeter lang, in Ausnahmefällen auch rund 120 Zentimeter. Bei einem Biss injiziert die Schlange, die sich von Mäusen, Ratten und anderen Reptilien ernährt, ihr Gift Hämotoxin in die Wunde. Für Menschen ist das sehr schmerzhaft, in der Regel jedoch nicht lebensgefährlich.
Die deutsche Nationalmannschaft trifft heute in Toronto im zweiten WM-Spiel auf die Elfenbeinküste. Anpfiff ist um 22 Uhr deutscher Zeit. Es wird ein enges Duell zwischen der spielstarken DFB-Elf und den athletischen Westafrikanern erwartet.