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Solarbegeisterte Deutsche setzen auf Batteriespeicher gegen Preisschocks bei Fossilenergie

Steckersolarmodule auf einem Balkon in Deutschland.
Steckersolarmodule an einem Balkon in Deutschland. Copyright  Yuma Solar via Unsplash.
Copyright Yuma Solar via Unsplash.
Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am
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„Verbraucher haben längst erkannt, wie nützlich und lukrativ Batteriespeicher sind – vor allem in Kombination mit Solaranlagen, Wärmepumpen und E‑Autos.“

Viele Haushalte in Deutschland schützen sich vor Preisschocks bei fossilen Energien. Sie kombinieren ihre Vorliebe für Solarstrom mit Batteriespeichern.

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Im vergangenen Jahr erzeugte Deutschland mehr Strom aus Wind und Sonne als jeder andere EU-Staat. Nach Angaben des Thinktanks Ember stammt mehr als ein Viertel der gesamten Wind- und Solarstromproduktion der EU aus Deutschland.

Deutschland verfügt über 182 Offshore-Windparks und Europas größten betriebenen Solarpark mit mehr als 500 Hektar Modulen auf einem früheren Kohletagebau. Zugleich gehört das Land zu den weltweit führenden Anbietern von Stecker-Solar.

Wie Deutschland Stecker-Solar für sich entdeckt

Zwischen 2022 und 2025 installierten Haushalte in Deutschland mehr als eine Million Stecker-Solar-Sets. Staatliche Anreize mit Einspeisevergütungen machten dies möglich. Sie sichern einen festen Preis für jede Einheit Strom, die ein Haushalt ins Netz einspeist.

Die Abschaffung der Mehrwertsteuer senkte zusätzlich die Preise für Stecker-Module. Sie sind inzwischen ab 200 Euro zu haben und haben einen landesweiten Boom ausgelöst.

Stecker-Solaranlagen sind eine gefragte Alternative zu klassischen Dachmodulen. Sie lassen sich einfach am Balkon befestigen, ohne teure Montage. Besonders Mieterinnen und Mieter greifen darauf zurück, aber auch Eigentümer von Häusern, deren Dächer sich nicht für Solaranlagen eignen.

Fachleute erwarten, dass Stecker-Solargeräte bis 2045 bis zu zwei Prozent des Strombedarfs decken können. Bis dahin will Deutschland klimaneutral sein.

Deutschlands Dilemma mit erneuerbaren Energien

Der Boom bei erneuerbaren Energien steht jedoch auf der Kippe. Europas veraltetes Stromnetz erzeugt Engpässe in vielen Ländern. Ein aktueller Bericht von Ember warnt, dass mehr als 120 Gigawatt geplanter Ökostrom gefährdet sind, wenn die Infrastruktur nicht deutlich ausgebaut wird.

Deutschland verschenkt zudem große Mengen Solarstrom, weil die Erzeugung an klaren, sonnigen Tagen die Nachfrage übersteigt. Dann können Strompreise ins Minus rutschen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Stunden mit Preisen unter null bereits um 50 Prozent gestiegen. Kraftwerksbetreiber unterbieten sich gegenseitig, um Abschaltungen zu vermeiden, die Fachleute als Curtailment bezeichnen.

Als wirksamstes Mittel gegen beide Probleme gelten Batteriespeicher.

Wie Batteriespeicher Deutschlands Energieunabhängigkeit stärken

Solarstrom entsteht nur bei Sonne. Die Anlagen liefern deshalb vor allem tagsüber Energie. In dieser Zeit ist der Verbrauch meist geringer, viele Menschen sind in der Arbeit oder in der Schule.

Abends steigt der Bedarf, wenn die Menschen nach Hause kommen. Dann erzeugen Solarmodule keinen Strom mehr.

Batteriespeicher gleichen diese Schieflage aus. Sie speichern Solarstrom aus dem Tag und stellen ihn Haushalten am Abend zur Verfügung. So geht weniger Energie verloren, und das Netz wird entlastet.

„Weil der Netzausbau hinter dem Ausbau der erneuerbaren Energien zurückbleibt, ist Flexibilität zum entscheidenden Schlüssel für weiteren Fortschritt geworden“, erklärt Solar Power Europe, der Branchenverband der europäischen Solarindustrie.

Batteriespeicher sorgen heute schnell und in großem Umfang für diese Flexibilität. Sie stabilisieren die Netze, verringern Curtailment, stärken die Versorgungssicherheit und senken die Systemkosten.
Solar Power Europe

Nach Angaben des Cleantech-Start-ups 1KOMMA5° ist die Speicherkapazität von Batterien in Deutschland seit Juni 2025 von 21,8 auf 29,83 Gigawattstunden gestiegen. Das entspricht einem Plus von 37 Prozent.

Zur Einordnung: 30 Gigawattstunden reichen aus, um 500.000 Elektroautos vollständig zu laden.

Rund drei Viertel der deutschen Speicherkapazitäten – fast 22 Gigawattstunden – liegen in Heimspeichern. Der Rest entfällt auf große, netzgekoppelte Anlagen.

„Seit Beginn des Krieges im Iran und den anschließenden Preissprüngen bei fossilen Energien ist das Interesse an energetischer Unabhängigkeit wieder deutlich gestiegen“, sagt Jannik Schall von 1KOMMA5°.

„Wer sich vor Preisschocks auf den Märkten für fossile Energieträger schützen will, setzt auf die Kombination aus Steuerung und Speicherung. Verbraucherinnen und Verbraucher haben erkannt, wie sinnvoll und wirtschaftlich Batteriespeicher sind – besonders in Verbindung mit Solaranlagen, Wärmepumpen und Elektroautos.“

Im vergangenen Jahr wurden in der EU 27,1 Gigawattstunden neuer Batteriespeicher installiert. Damit verzeichnet die Branche seit zwölf Jahren ununterbrochen Rekordzuwächse.

Nach einem Bericht von Solar Power Europe (Quelle auf Englisch) aus dem Jahr 2026 hat sich die Speicherkapazität der EU seit 2021 verzehnfacht und liegt inzwischen bei mehr als 77 Gigawattstunden. Europa ist nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren dennoch „weit von dem entfernt, wo es sein müsste“.

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