Der Angriff Teherans erfolgt, nachdem das US-Militär in der vierten Nacht in Folge Ziele im Iran bombardiert hat; Trump hatte die Blockade von Schiffen an der Straße von Hormus wieder eingeführt.
Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) haben nach eigenen Angaben am frühen Mittwoch Einrichtungen der US-Fünften Flotte in Bahrain angegriffen – Führungs- und Logistikzentren, Treibstofflager und Depots für militärisches Gerät – sowie einen US-Stützpunkt in Kuwait. Sie kündigten an, die Angriffe auf US-Militärziele in der Region fortzusetzen.
Der Angriff Teherans fällt in eine Phase intensiver US-Militäroperationen. Die US-Streitkräfte meldeten eine vierte Nacht mit Luftschlägen gegen Ziele im Iran, die sich über sieben Stunden hinzogen. Bereits am Dienstag hatte Präsident Donald Trump die Blockade iranischer Schiffe in der Straße von Hormus wieder in Kraft gesetzt.
Nach Berichten lokaler Medien erklärten die Islamischen Revolutionsgarden, ihre Angriffe seien eine Reaktion auf amerikanische Militäreinsätze und Versuche, die Straße von Hormus zu kontrollieren.
Setze Washington seine Bemühungen fort, die Öl- und Gasexporte der Region durch die Kontrolle der Seewege zu unterbinden, werde die IRGC andere Energiekorridore schließen, die US-Interessen und die seiner Partner bedienen, hieß es in einer Stellungnahme, aus der lokale Medien zitieren.
Darin kündigten die Gardisten an, die Energieexporte der Region würden „für alle oder für niemanden“ verfügbar sein. Konkrete Routen, die Iran blockieren könnte, wurden nicht genannt.
Raketenalarm in Bahrain, Kuwait und Jordanien
In Bahrain und Kuwait wurden am frühen Mittwochmorgen Raketenalarmwarnungen ausgelöst, als beide Staaten erneut unter iranischen Beschuss gerieten. Solche Angriffe sind inzwischen Alltag und belasten die ohnehin fragile Waffenruhe in dem Krieg weiter.
Auch die Behörden in Jordanien meldeten, sie hätten drei anfliegende iranische Raketen abgeschossen. Die Armee Kuwaits erklärte, ihre Luftverteidigung habe „feindliche“ Drohnenangriffe aus dem Iran abgewehrt.
Die iranische Armee teilte mit, sie habe zum zweiten Mal US-Militäranlagen auf dem jordanischen Luftwaffenstützpunkt Asraq ins Visier genommen und Angriffe auf alle drei Staaten geflogen.
US-Admiral Brad Cooper, Chef des Zentralkommandos der Marine, bestätigte in einer Erklärung, dass Iran Dutzende Raketen und Drohnen auf die benachbarten arabischen Golfstaaten abgefeuert habe.
Nach Angaben des US-Militärs führten seine Kräfte eine weitere Angriffswelle durch, als die Blockade wieder in Kraft gesetzt wurde. Über sieben Stunden griffen sie Dutzende Ziele an, teilte das Zentralkommando der US-Streitkräfte am Mittwoch mit.
„US-Kampfflugzeuge, Drohnen und Kriegsschiffe setzten während der siebenstündigen Angriffswelle Präzisionsmunition gegen iranische Raketen- und Drohnenstellungen, Marinekapazitäten und Küstenverteidigungssysteme ein, um Irans Fähigkeit weiter zu schwächen, die Handelsschifffahrt und zivile Besatzungen zu bedrohen“, schrieb CENTCOM auf X (Quelle auf Englisch).
Unterdessen hatte US-Präsident Donald Trump bereits zuvor damit gedroht, iranische Kraftwerke anzugreifen, falls Teheran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehrt.
In einem Fernsehinterview kündigte Trump an, die Vereinigten Staaten würden in der kommenden Woche Kraftwerke und Brücken ins Visier nehmen.
„Die Energieziele hebe ich mir bis zum Schluss auf, aber am Ende werden wir auch die Energieziele angreifen“, sagte Trump am Dienstagabend in einem Interview mit Fox News.
„Wir werden all ihre Kraftwerke ausschalten. Wir werden ihre Brücken ausschalten, es sei denn, sie setzen sich an den Tisch und verhandeln“, fügte er hinzu.
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump diese Drohung ausspricht.
Seit Tagen fliegt Iran Vergeltungsangriffe in weiten Teilen des Nahen Ostens. Zugleich versuchen beide Staaten, die Kontrolle über die Wasserstraße zu erringen, durch die in Friedenszeiten ein Fünftel des weltweiten Öl- und Erdgashandels läuft. Diese Entwicklung droht, die Region erneut in einen offenen Krieg zu stürzen.
Die USA hatten die Blockade erstmals Mitte April verhängt und Mitte Juni wieder aufgehoben – einen Tag nach Unterzeichnung eines Übergangsabkommens, das eine Frist von 60 Tagen für Verhandlungen etwa über das iranische Atomprogramm vorsieht. Die Gespräche liegen jedoch auf Eis, seit die Kämpfe um die Straße von Hormus weiter eskaliert sind.