Der Netzbetreiber REN rechnet damit, dass die Solarstromproduktion am Mittwoch während der Finsternis um 45 Prozent unter dem üblichen Wert liegt.
Der Netzbetreiber Redes Energéticas Nacionais (REN) rechnet damit, zusätzliche Energiereserven anzuzapfen. Damit will das Unternehmen die Ausfälle bei der Stromerzeugung aus Solarenergie ausgleichen, die durch die Sonnenfinsternis am Mittwoch entstehen.
In der Mitteilung, die REN am Montag auf ihrer Website veröffentlicht hat (Quelle auf Portugiesisch), heißt es, es werde „notwendig sein, zusätzliche Reserven aus Wasserkraft und/oder thermischen Kraftwerken zu mobilisieren“. Damit soll der Effekt der Finsternis auf die Bilanz zwischen Verbrauch und Produktion im Nationalen Stromsystem (SEN) abgefedert werden. REN verweist auch auf mögliche Abweichungen in der Stromverbindung zwischen den Netzen Portugals und Spaniens. Im Nachbarland wird die Finsternis auf einem großen Teil des Staatsgebiets vollständig sein, in Portugal dagegen „fast total“ – zwischen 92 Prozent im Algarve und 100 Prozent im Kreis Bragança. Das Dorf Guardamil gilt als der Ort in Portugal, an dem sich die Sonnenfinsternis am besten in ihrer Totalität beobachten lässt.
Nach Angaben von REN findet das Ereignis am Mittwoch, dem 12., zwischen 18.30 Uhr und 20.30 Uhr statt und wird „einen geschätzten Verlust von 450 MW an Solarproduktion verursachen“. Das entspreche „etwa sieben Prozent des Verbrauchs und 45 Prozent der für diesen Zeitraum prognostizierten Solarproduktion im Nationalen Stromsystem (Durchschnittswerte)“. REN ergänzt, gemessen an der erwarteten Spitzenproduktion aus Solarenergie werde der Effekt der Finsternis „auf rund 15 Prozent“ geschätzt.
Für diese Zahlen berücksichtigt REN nur die zentralisierte Solarproduktion, die im Netz eingespeist und vom Unternehmen gemessen wird. Strom aus privaten Solaranlagen zum Eigenverbrauch bleibt außen vor. Dessen Ausfall fließt jedoch in die Verbrauchsprognosen für diesen Tag ein.
Das Unternehmen erklärt, die Vorbereitung auf das Ereignis erfolge in Abstimmung mit den übrigen europäischen Übertragungsnetzbetreibern. Besonders wichtig sei dabei der Dienst zur Untersuchung der Lastdeckung (STA – Short Term Adequacy), der das Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und Verbrauch in einem Horizont von sieben Tagen sicherstellt.
In der europäischen synchronen Zone schätzt REN den Produktionsausfall auf rund 9700 MW.
REN betont zudem, dass die Finsternis am späten Nachmittag und zu Beginn der Nacht stattfindet, wenn die Stromproduktion aus Solarenergie ohnehin sinkt. Dadurch fällt der Effekt geringer aus.
Im Juli erreichte die Solarstromproduktion in Portugal einen wichtigen Meilenstein: Es war der erste Monat, in dem diese Energiequelle am stärksten genutzt wurde und rund 19 Prozent des Verbrauchs deckte. Erneuerbare Energieträger machten 53 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus.