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ChatGPT zeigt ab nächster Woche Werbung in ganz Europa

ARCHIV: Das ChatGPT-App-Symbol ist auf einem Smartphone-Bildschirm zu sehen, am vierten August 2025 in Chicago. (AP Photo/Kiichiro Sato, Archiv)
ARCHIV – Das Symbol der ChatGPT-App ist am Smartphone-Display zu sehen, am vierten August 2025 in Chicago. (AP Photo/Kiichiro Sato, Archiv) Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
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Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am
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Ab Montag sehen Millionen ChatGPT-Nutzer in Europa Werbung, doch noch ist offen, wie Aufsichtsbehörden Anzeigen in KI-Chatbots bewerten.

Ab Montag sehen Zig Millionen ChatGPT-Nutzerinnen und -Nutzer in Europa erstmals Werbung in ihren Gesprächen mit dem Chatbot. OpenAI weitet sein kürzlich gestartetes Werbeprogramm auf seinen bislang größten Markt aus.

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Das Unternehmen schaltet ChatGPT Ads ab dem 24. August in 31 europäischen Staaten frei. Insgesamt ist das Angebot dann in 40 Märkten verfügbar.

OpenAI testete Werbung erstmals im Februar in den USA. Im Laufe des Jahres kamen Kanada, Australien, Neuseeland, das Vereinigte Königreich, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea hinzu.

Werbung erscheint nur in den Tarifen Free und Go, also den günstigsten Angeboten. Kundinnen und Kunden der Plus-, Pro- und Enterprise-Version sehen keine Anzeigen. Der Schritt biete europäischen Werbetreibenden „eine neue Möglichkeit, Menschen zu erreichen, die gerade recherchieren, vergleichen und Entscheidungen treffen“, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung.

Werbung im Chatbot?

OpenAI betont, dass der Schutz des Vertrauens der Nutzerinnen und Nutzer die Grundlage für den Umgang mit Werbung bildet. Gespräche blieben „gegenüber Werbekunden privat, und wir verkaufen Kundendaten nie“.

„Werbeanzeigen in ChatGPT sind immer deutlich gekennzeichnet und getrennt von den Antworten des Chatbots, und Werbung beeinflusst die Antworten von ChatGPT nicht“, heißt es weiter.

Die Zusicherungen folgen auf Kritik, die das Werbeprogramm seit seiner Ankündigung begleitet.

Im Januar 2026 wandte sich der US-Senator Ed Markey in einem Brief an Sam Altman und sechs weitere Tech-CEOs. Er warnte, Werbung in KI-Chatbots könne die emotionale Bindung ausnutzen, die viele Nutzerinnen und Nutzer zu ihnen aufbauen. Zugleich fragte er, wie OpenAI verhindern wolle, dass Anzeigen gezielt in sensiblen Gesprächen über Gesundheit, psychische Gesundheit oder Politik erscheinen.

Als im Februar in den USA erstmals Anzeigen erschienen, beschwerten sich zudem manche Nutzerinnen und Nutzer über Werbung im kostenpflichtigen Go-Tarif, der acht Dollar pro Monat kostet. Wer für einen Dienst zahle, so ihr Argument, wolle ganz ohne Werbung auskommen und nicht nur weniger Anzeigen sehen.

Nutzerinnen und Nutzer können steuern, wie stark ihre Werbung personalisiert wird. Wer überhaupt keine Anzeigen sehen möchte, kann auf die teureren, werbefreien Tarife wechseln.

AI Act: Wo die EU-Regeln greifen

Die Einführung wirft eine Frage auf, für die der AI Act der EU mitgeschaffen wurde: Ab wann schlägt personalisierte Überzeugung in Manipulation um?

Das Gesetz verbietet KI-Systeme, die unterschwellige oder bewusst manipulative Techniken einsetzen oder die Verwundbarkeit von Menschen ausnutzen, wenn dadurch erheblicher Schaden entsteht.

Forschende und Verbraucherschutzverbände sehen gerade dialogorientierte KI als besonders schwierigen Prüffall für diese Regel.

Eine Anzeige, die in einen personalisierten, vertrauten Chat eingefügt wird, lässt sich als Werbebotschaft schwerer erkennen als ein Banner oder ein gesponsertes Suchergebnis. Sie erscheint im selben Tonfall wie die Ratschläge davor und danach.

Bisher haben Aufsichtsbehörden und Gerichte noch kaum Erfahrungen mit Werbung in Chatbots.

Eigener Streit um Plattformstatus

Parallel dazu steht eine zweite Regulierungsfrage im Raum, diesmal auf Grundlage des Digital Services Act (DSA) und nicht des AI Act.

Die EU-Kommission prüft, ob sie die Suchfunktion von ChatGPT als „sehr große Online-Suchmaschine“ einstuft. Dieser Status greift, sobald ein Dienst in der EU mehr als 45 Millionen monatliche Nutzerinnen und Nutzer erreicht.

Ein Sprecher der Kommission, Thomas Regnier, sagte im Juli gegenüber Reuters, eine solche Einstufung sei „auf jeden Fall möglich“ und könne „früher oder später“ kommen.

Eine Einstufung als solche brächte deutlich strengere Auflagen: jährliche Risikobewertungen, unabhängige Prüfungen, ein öffentliches Verzeichnis der Werbung und eine engere Weitergabe von Daten an Aufsichtsbehörden.

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