Der Iran hat wieder US-Ziele als Vergeltung im Nahen Osten angegriffen. Grund dafür sein laut Teherean auch eine Attacke auf eine Hochzeit bei der 4 Personen geötet worden sind. Der Iran macht die USA für den Angriff verantwortlich. Die Vereinigten Staaten ermitteln zu dem Vorfall.
Der Iran hat am Donnerstag Angriffe auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten gemeldet. Die Führung in Teheran kündigte Vergeltung für einen Angriff auf eine Hochzeitsfeier an, für den sie die Vereinigten Staaten Washington verantwortlich macht. US-Vizepräsident JD Vance erklärte, der Vorfall werde untersucht.
Die neue Angriffswelle, die am Sonntag mit US-Militärschlägen begann, verlängert die Pattsituation in dem Krieg, der seit sechs Monaten andauert. Der Iran hat die Straße von Hormus weiter fest im Griff, die USA treiben ihre Gegenblockade gegen iranische Häfen voran. Umfangreiche Bombardements auf Ziele im Iran kosteten zwischen Dienstag und Mittwoch mindestens 19 Menschen das Leben.
Die Armee Kuwaits berichtete am Donnerstag, sie habe einen Raketen- und Drohnenangriff aus Teheran abgefangen. Nach Angaben der iranischen Armee trafen Raketen und Drohnen US-Einrichtungen auf dem Luftwaffenstützpunkt Ahmad al-Jaber. Kuwait bezeichnet die Angriffe als "schwerwiegenden Verstoß gegen die Regeln des Völkerrechts".
Die iranische Armee erklärte außerdem, sie habe den Luftwaffenstützpunkt al-Minhad in den Vereinigten Arabischen Emiraten beschossen. Der Golfstaat meldete jedoch keinen solchen Angriff.
Den iranischen Angriffen gingen Berichte des Roten Halbmonds voraus: Ein Raketenangriff auf eine Hochzeitsfeier in der Küstenstadt Kuhestak habe am Dienstagabend mindestens vier Menschen getötet, darunter ein Kind, und mehr als 50 weitere Gäste verletzt.
US-Vizepräsident JD Vance erklärte, Washington gehe den Vorwürfen nach, stellte jedoch die Berichte aus dem Iran infrage:
"Ich weiß, dass wir ermitteln", erklärte er bei einem Briefing im Weißen Haus. "Ich muss allerdings sagen, dass die iranischen Staatsmedien bislang keine verlässliche Berichterstattung über die Ereignisse in diesem Konflikt geliefert haben. Daher bin ich äußerst skeptisch. Was ich mit hundertprozentiger Gewissheit sagen kann: Im Gegensatz zur iranischen Revolutionsgarde greifen die Vereinigten Staaten im Kampf niemals Zivilisten an. Das werden wir niemals tun, das haben wir niemals getan. Leider passieren Dinge offensichtlich manchmal."
Tim Hawkins, Sprecher des US-Zentralkommandos (CENTCOM), betonte ebenfalls, das US-Militär greife niemals Zivilisten an, anders als die Revolutionsgarde.
In westlichen Medienberichten zu dem Vorfall war von einer Explosion nach Einschlägen von US-Munition und von Raketensplittern die Rede, die das Haus trafen, in dem die Hochzeit gefeiert wurde. Der Vorfall erinnert an einen Angriff in den ersten Kriegswochen: Damals wurden mehr als 120 Schulkinder bei einem Angriff auf eine Mädchenschule getötet. Die USA bestritten zunächst jede Verantwortung, räumten diese später jedoch nach Ermittlungen ein.
Der Befehlshaber der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC), Ahmad Vahidi, kündigte am Donnerstag Rache für die Opfer des Angriffs an. "Das reine Blut dieser unterdrückten Märtyrer wird nicht unbeantwortet bleiben", erklärte er.
Umfassende US-Bombardierungen von Zielen im gesamten Iran haben in der vergangenen Woche mindestens 19 Menschen getötet. Eine staatliche iranische Nachrichtenagentur meldete am Donnerstag zudem, dass in dieser Woche sechs Angehörige der Marinekräfte der iranischen Armee bei US-Angriffen getötet worden seien. Ob sie zu den 19 Toten zählen, bleibt zunächst unklar.
Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, seine Streitkräfte seien bereit, den Iran "jederzeit" anzugreifen.
Teheran reagierte in dieser Woche mit Angriffen in mehreren Teilen des Nahen Ostens. Nach eigenen Angaben nimmt der Iran US-Stützpunkte und -Truppen in mit Washington verbündeten Golfstaaten ins Visier, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Bahrain sowie Jordanien und die kurdische Region im Irak.
Vance wollte die Lage dennoch "nicht als Krieg bezeichnen". Seiner Darstellung nach gibt es "derzeit keine aktiven Gefechte". Er sprach von gelegentlichem "Aufflackern" der Gewalt und erklärte, die Phase intensiver Gefechte habe nur rund sechs Wochen gedauert.
Der Krieg begann am 28. Februar mit gemeinsamen US-israelischen Angriffen auf den Iran. Dabei wurde das frühere Oberhaupt der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei, in der ersten Angriffswelle getötet.
Eine fragile Waffenruhe brach im Juli endgültig, nachdem die Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus wieder aufgenommen worden waren. Durch die Meerenge floss vor den Kampfhandlungen rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung.