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Ölpreis steigt über 113 Dollar: KI-Sell-off drückt Aktien, Anleger flüchten in Anleihen

Devisenhändler arbeiten am Freitag, 23. Oktober 2026, im Devisenhandelssaal der Hana-Bank-Zentrale in Seoul, Südkorea.
Devisenhändler arbeiten am Freitag, 23. Oktober 2026, im Devisenhandelssaal der Hana-Bank-Zentrale in Seoul, Südkorea. -  Copyright  AP Photo/Ahn Young-joon
Copyright AP Photo/Ahn Young-joon
Von Doloresz Katanich
Zuerst veröffentlicht am
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Energiepreise steigen weiter und schüren Inflationssorgen. Zweifel an KI-Investitionen drücken Tech-Werte; Anleger flüchten in US-Anleihen, Frankreich zahlt weiter über fünf Prozent.

Die meisten asiatischen Börsen haben am Freitag nachgegeben. Der Ausverkauf bei Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz belastete die Märkte weltweit und bescherte dem Leitindex S&P 500 den schwächsten Handelstag seit Juli.

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Die Ölpreise bewegten sich auf dem höchsten Stand seit Mai. Grund sind Sorgen über einen Krieg mit Iran. Brent-Öl kostete am Freitagmorgen 113,73 Dollar je Barrel, ein Plus von 0,5 % nach einem Sprung von 4 % in der vorherigen Sitzung. Am Donnerstag schloss Brent bei 113,17 Dollar. Die US-Sorte West Texas Intermediate legte um 0,6 % auf 100,08 Dollar je Barrel zu.

Am Donnerstag setzte der Ölpreis seine Rally fort, nachdem tödliche Angriffe in Saudi-Arabien die Furcht vor einem umfassenden Konflikt in der Region und zusätzlichen Engpässen bei der weltweiten Energieversorgung verstärkt hatten.

Zusätzlich zur Risikoprämie treiben stark gestiegene Frachtkosten den Preis für die Auslieferung von Öl weiter nach oben.

Bis Mitte Oktober war der Transport von Rohöl vom Persischen Golf nach Asien auf einem großen Tanker auf mehr als 37 Dollar je Barrel gestiegen. Das ist mehr als das Fünffache des Niveaus vor Kriegsbeginn, meldet MarketWatch.

Auch die Gaspreise zogen kräftig an. Terminkontrakte für den europäischen Referenzpreis, den niederländischen TTF, für November notierten am Donnerstag bei über 90 Euro je Megawattstunde.

Sorge um Ausbau der KI-Infrastruktur belastet Aktienmärkte

Am Donnerstag gaben in den USA der S&P 500 um 1,2 % und der Nasdaq Composite um 2,6 % nach. Die Schwäche der Tech-Werte war so ausgeprägt, dass sie die Gewinne in anderen Teilen des US-Markts überdeckte, obwohl die Mehrheit der Aktien zulegte. Der Dow Jones Industrial Average gewann weniger als 0,1 %.

Aktien rund um Künstliche Intelligenz schwanken stark. Anleger fürchten, dass der Boom ins Stocken geraten könnte, weil Kredite für den Bau von Rechenzentren und den Kauf zusätzlicher KI-Chips deutlich teurer geworden sind. Viele Investoren halten die Kurse nach dem jahrelangen Hype zudem für überzogen, auch wenn die Unternehmen der Branche weiter Wachstum melden.

Meta Platforms, das seinen KI-Agenten „Muse“ vorantreibt, verlor 7 %, obwohl der Konzern im jüngsten Quartal höhere Umsätze meldete als von Analysten erwartet. Der Gewinn blieb jedoch hinter den Prognosen zurück. Das Unternehmen hinter Facebook und Instagram kündigte außerdem eine neue Klasse stimmrechtsloser Aktien an. Damit schafft sich Meta eine weitere Möglichkeit, Investitionen in KI und andere Projekte zu finanzieren, ohne die Stimmrechte der bestehenden Anteilseigner zu verwässern.

Tesla büßte 3,1 % ein. Der Elektroautobauer erzielte im dritten Quartal zwar mehr Gewinn als Analysten erwartet hatten, der Umsatz blieb jedoch unter den Prognosen.

Der weltweite Ausverkauf bei KI-Aktien drückte auch Nvidia um 4,4 % nach unten. Der Chipkonzern ist nach Börsenwert das größte Unternehmen an der Wall Street. Bewegungen in seiner Aktie schlagen deshalb stärker im S&P 500 durch als die jedes anderen Titels und waren der größte Bremsklotz für den Index.

CoreWeave, das Geld geliehen hat, um KI-Chips von Nvidia zu kaufen und sie über seine Cloud-Dienste weiterzuvermieten, stand in den vergangenen Wochen besonders unter Druck. Grund sind Sorgen um seine Schulden. Die Aktie fiel um 10,1 %.

Technologieaktien stehen in der kommenden Woche vor neuen Bewährungsproben: Dann legen Microsoft, Amazon und Alphabet ihre Quartalszahlen vor. Ebenfalls am Mittwoch, dem 28. Oktober, entscheidet die US-Notenbank Federal Reserve über den nächsten Zinsschritt.

Unruhe am Anleihemarkt

Sorge um die Anleihemärkte

Die hohen Staatsschulden und angespannten Haushalte bereiten vielen Industrieländern Sorgen. In Frankreich erhöhen landesweite Proteste den Druck auf die Regierung, mehr Geld auszugeben. Das könnte die Verschuldung weiter steigen lassen.

Die Rendite der französischen zehnjährigen Staatsanleihe lag am späten Donnerstag bei rund 5,07 %, gegenüber 3,34 % für die vergleichbare deutsche Anleihe. Der Abstand beträgt damit etwa 173 Basispunkte. Italiens zehnjährige Rendite lag bei rund 4,61 %.

Sorgen über Schulden und Inflation hatten bereits einen kräftigen weltweiten Ausverkauf am Anleihemarkt ausgelöst und die Renditen von US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten getrieben.

Am Donnerstag sanken die US-Renditen jedoch deutlich, weil Anleger in US-Staatsanleihen flüchteten und dort Sicherheit suchten, während KI-Aktien einbrachen.

Die Rendite der zehnjährigen US-Anleihe fiel auf 4,97 % nach 5,13 % am späten Mittwoch und mehr als 5,30 % zu Monatsbeginn. Der Rückgang um 16 Basispunkte an einem Tag gilt für diese Referenzrendite als starke Bewegung.

Der Renditerückgang am Donnerstag erfolgte, obwohl ein weiterer Bericht darauf hindeutete, dass die US-Wirtschaft besser läuft als von Ökonomen erwartet. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank in der vergangenen Woche um 6.000 auf 194.000 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Juli. Das spricht für weiterhin geringe Entlassungen.

Am Freitag richten Investoren ihren Blick außerdem auf die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone, Großbritannien und die USA. Sie sollen Hinweise liefern, wie stark höhere Energiepreise und Finanzierungskosten auf das Wachstum drücken.

Im frühen Handel am Freitag stieg der US-Dollar auf 156,93 japanische Yen nach 156,77 Yen. Der Euro hielt sich stabil bei 1,1215 Dollar. Das Pfund Sterling wurde zu 1,3391 Dollar gehandelt.

Die Gold-Futures gaben um fast 1 % nach und lagen bei 4.020,20 Dollar je Feinunze.

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