EventsVeranstaltungenPodcasts
Loader

Finden Sie uns

WERBUNG

Teheran: "Preise steigen täglich um 20 Prozent"

Teheran: "Preise steigen täglich um 20 Prozent"
Copyright REUTERS/Jalil Ahmad
Copyright REUTERS/Jalil Ahmad
Von Euronews
Zuerst veröffentlicht am
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Der Wert der iranischen Landeswährung Rial ist gegenüber dem US-Dollar um rund 50 Prozent gesunken. Nicht nur in Teheran herrscht Mangelwirtschaft.

WERBUNG

Der geschäftige Eindruck im Großen Basar von Teheran täuscht über die Wirklichkeit hinweg. Die Finanzkrise und der massive Verfall der Rial-Währung haben hier in der vergangenen Woche Massenproteste verursacht. Tausende Händler protestierten gegen die aus ihrer Sicht konfuse Devisenpolitik der iranischen Regierung. Beschleunigt durch den Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen, ist der Rial ist gegenüber dem US-Dollar in den vergangenen sechs Monaten um rund 50 Prozent gefallen.

Wirtschaftsprofessor Javad Seyyed Pur von der Universität Teheran über die Gründe: "Drei Faktoren haben zu dem Währungsabsturz geführt: Missmanagement bei der Kontrolle ausländischer Währungen, nationale wirtschaftliche Variablen sowie Druck aus dem Ausland und Sanktionen."

Nach offziellen Angaben haben private Haushalte im Iran über 20 Milliarden US-Dollar in Bargeld gehortet. Im April führte die Regierung einen offiziellen Tauschkurs von 42.000 Rial gegen den Dollar ein. Inzwischen kostet ein US-Dollar auf dem Schwarzmarkt rund 85.000 Rial und somit mehr als doppelt so viel.

Die Preise für Importwaren verteuerten sich in der Folge drastisch. Ein junger Mann in Teheran erläuterte: "Wenn man auf dem Basar ein Produkt kaufen will, ist es normalerweise gar nicht vorhanden. Und wenn doch, steigen die Preise dafür täglich um 20 oder 30 Prozent."

Eine junge Frau ergänzte: "Wir haben viele Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche. 15 Millionen Tomans (10 Toman = 1 Rial; Anm. d. Red.) reichen nicht mehr für die Kaution, wie es früher der Fall war. Der Preis für eine Flasche Milch hat sich von 1200 auf 1800 erhöht."

Vor allem viele junge Iraner fordern deshalb die Einstellung der Unterstützungszahlungen an die Palästinenserorganisation Hamas und das syrische Regime.

Euronews-Korrespondent Javad Montazeri kommentierte in Teheran: "Die extremen Sanktionen der USA sind noch nicht eingeführt worden, trotzdem überschatten ihre destruktiven Auswirkungen bereits die iranische Wirtschaft. Iranische Behörden beteuern voller Hoffnung, sich den Sanktionen zu widersetzen und sie zu bekämpfen. Die Bevölkerung ist beunruhigt über den Verfall der wirtschaftlichen Bedingungen, der mit den Sanktionen einhergeht."

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Sarif im Euronews-Interview: "US-Waffenfunde bei IS-Miliz"

USA verlangen weltweiten Import-Stopp für iranisches Öl

Frauen im Fußballstadion in Teheran