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Spanische Inflation steigt auf 3,3 Prozent: Iran-Krieg treibt Energiepreise

ARCHIV: Die spanische Flagge weht in Madrid, Oktober 2020.
ARCHIV: Spanische Flagge weht über Madrid, Oktober 2020 Copyright  AP Photo/Manu Fernandez
Copyright AP Photo/Manu Fernandez
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Spanische Verbraucherpreise steigen im März um drei Komma drei Prozent und damit so stark wie seit zwei tausend vierundzwanzig nicht, meldet das Statistikamt. Haupttreiber sind höhere Energiekosten infolge des Iran-Konflikts.

Die Verbraucherpreise in Spanien sind im März deutlich gestiegen. Nach vorläufigen Daten des spanischen Statistikamts INE erreichten sie die höchste jährliche Rate seit 2024, weil die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs zunehmend Haushalte und Unternehmen treffen.

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Die Schnellschätzung des INE, die am Freitag veröffentlicht wurde, taxiert die Gesamtinflation auf 3,3 Prozent. Das ist ein voller Prozentpunkt mehr als die 2,3 Prozent im Februar, liegt aber unter den 3,8 Prozent, die ein Ökonomenpanel im Schnitt erwartet hatte.

Haupttreiber sind laut Behörde stark gestiegene Preise für Kraftstoffe und Schmiermittel für private Fahrzeuge.

Die Zahlen markieren eine deutliche Wende nach der Phase nachlassender Inflation in Spanien. Sie kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die weltweiten Energiemärkte wegen des Konflikts im Iran nervös bleiben.

Spanische Regierung schnürt Hilfspaket über fünf Milliarden Euro

Am 20. März hat das Kabinett von Ministerpräsident Pedro Sánchez ein Notpaket im Umfang von fünf Milliarden Euro beschlossen. Es umfasst achtzig Maßnahmen, die Haushalte und Unternehmen vor den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs schützen sollen.

Der Plan sieht unter anderem niedrigere Mehrwertsteuersätze auf Energierechnungen, direkte Unterstützung bei Kraftstoffkosten und gezielte Hilfen für besonders verletzliche Gruppen und Unternehmen vor.

Höhere Kosten für Treibstoff und Energie schlagen bereits auf Transport und Lebensmittelpreise durch. Sie könnten reale Lohnzuwächse aufzehren, die in den vergangenen Quartalen den privaten Konsum gestützt haben.

Analysten rechnen mit weiter wachsendem Druck auf die Lieferketten, falls die Störungen im Nahen Osten anhalten.

Folgen für die Eurozone

Die Daten aus Spanien verstärken die Sorgen bei der Europäischen Zentralbank. Die Notenbanker beobachten genau, wie sich die gestiegenen Energiepreise im Euroraum insgesamt auswirken.

Anleger verfolgen aufmerksam, was die EZB als Nächstes tut. Als entscheidend gilt die erste Inflationsschätzung für die Eurozone, die in der kommenden Woche ansteht.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde sorgte in einem Interview mit dem Magazin The Economist am Donnerstag für Unruhe an den Märkten. Sie sagte, diese könnten „übertrieben optimistisch“ in Bezug auf die Folgen des Konflikts sein.

Die Aussagen unterscheiden sich von Largardes zuletzt zuversichtlichem Ton. Auch bei der EZB-Sitzung am 19. März hatte der Rat die Leitzinsen unverändert gelassen.

An den Finanzmärkten nehmen die Wetten auf eine Zinserhöhung bei der nächsten EZB-Sitzung stetig zu.

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