Lufthansa hält an der Übernahme der portugiesischen TAP fest und will ein Angebot vorlegen – trotz Nahost-Konflikt und steigender Kosten. Ein Einstieg über eine Minderheitsbeteiligung gilt als möglich. Konkurrenz lauert.
Wenige Stunden vor Ablauf der Frist hat die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa erklärt, dass sie den Kauf der portugiesischen Airline TAP nicht aufgeben und ein unverbindliches Angebot vorlegen wird.
Laut dem Strategiechef der Lufthansa, Tamur Goudarzi Pour, der von der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa zitiert wird, ist das Unternehmen trotz der "strukturellen Auswirkungen" des Krieges im Nahen Osten weiterhin stark an einer Übernahme der TAP interessiert. Obwohl der Konflikt den Luftfahrtsektor mit Flugausfällen und steigenden Treibstoffpreisen beeinträchtigt, räumte Tamur Goudarzi Pour ein, dass das deutsche Unternehmen keinen "Rabatt" auf den vorgeschlagenen Kaufpreis gewähren wird.
Erstmaliger Einstieg könnte Minderheit sein
Vor portugiesischen Journalisten in der Lufthansa-Zentrale in Frankfurt sagte der Beamte, dass ein erster Einstieg eine Minderheitsbeteiligung sein könnte: "Viele Dinge können bereits mit einer Minderheitsbeteiligung getan werden, während andere noch warten müssen". Diese Position steht im Einklang mit dem Privatisierungsplan der portugiesischen Regierung, der den Verkauf von bis zu 44,9 % des Kapitals vorsieht, wobei 5 % an die Beschäftigten gehen sollen.
Nach Informationen von Bloomberg könnte das britische Unternehmen IAG, das aus der Fusion von British Airways und Iberia hervorgegangen ist, ebenfalls ein Kaufangebot für TAP abgeben. Auch von Air France-KLM wird erwartet, dass sie bis zum 2. April, der im Verfahren festgelegten Frist, ein Angebot vorlegt.
Tamur Goudarzi Pour sagte laut Lusa, er glaube, dass die Lufthansa gegenüber anderen potenziellen Käufern im Vorteil sei, weil sie "die größte Luftfahrtgruppe in Europa und die viertgrößte der Welt" sei. Er wies auch auf die Gewinne des deutschen Unternehmens in Bereichen wie Einkauf, Technologie, Vertrieb und Ertragsmanagement sowie auf die kontinuierlichen Investitionen in die Verbesserung des Fluggastkomforts hin, wie das Internet während des Fluges aufgrund einer Vereinbarung mit Starlink.
Lufthansa hob auch das strategische Potenzial von Lissabon und Porto hervor, da die Airline alle Kontinente miteinander verbindet. Laut Lusa hob das Unternehmen die TAP in Brasilien hervor, die eines der größten Netzwerke zwischen Europa und diesem Markt bietet, der als zentral für das zukünftige Wachstum angesehen wird.
Was die Einschränkungen betrifft, so befürwortet Lufthansa die Stärkung der Flughafenkapazität in Lissabon, um das Wachstum der TAP und des Luftverkehrs in Portugal zu unterstützen. Die deutsche Fluggesellschaft hat mitgeteilt, dass es nicht beabsichtigt, die Zahl der TAP-Mitarbeiter zu reduzieren.
Ein Beispiel für die Integrationsfähigkeit der Lufthansa ist die italienische Fluggesellschaft ITA Airways. Sie wurde vom deutschen Unternehmen im Januar 2025 mit einem Anteil von zunächst 41 Prozent für 325 Millionen Euro übernommen.
Die unverbindlichen Vorschläge für die Übernahme von TAP müssen bis zum heutigen Donnerstag eingereicht werden.