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Elektroautos: Wo gibt es 2026 in Europa die meiste Förderung?

Das am 19. Juli 2019 aufgenommene Foto zeigt die Inbetriebnahme eines Ionity-E-Schnellladeparks mit VW e-Golf an Ladesäulen in Altenburg, Deutschland.
Das am 19. Juli 2019 aufgenommene Foto zeigt die Inbetriebnahme eines Ionity-E-Schnellladeparks: Ein VW e-Golf steht an den Ladesäulen in Altenburg, Deutschland. Copyright  AP
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Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Energiekrise infolge des Kriegs im Iran macht Europas Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen schmerzhaft sichtbar – und setzt die E-Mobilität neu unter Druck. Frankreich reagiert mit einer milliardenschweren Offensive für Elektroautos, Ladeinfrastruktur und Sozialleasing.

Europäische Staaten fördern den Absatz von Elektroautos seit Langem. Die jüngste Energiekrise im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran zeigt nun besonders deutlich, wie wichtig Anreize sind, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.

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Frankreich ist eines der jüngsten Beispiele. Europas zweitgrößte Volkswirtschaft will die Unterstützung für die Elektrifizierung nahezu verdoppeln. Bis 2030 sollen die Ausgaben von derzeit fünf Komma fünf auf zehn Milliarden Euro pro Jahr steigen, kündigte Premierminister Sébastien Lecornu am zehnten April 2026 in einer Fernsehansprache an. Der Plan sieht zusätzliche Anreize für E-Autos und Ladeinfrastruktur vor. Bis 2030 sollen zwei von drei Neuwagen elektrisch fahren. Außerdem plant die Regierung ein Sozialleasingprogramm über 100.000 Elektrofahrzeuge für einkommensschwache Fahrerinnen und Fahrer sowie für Menschen, die für die Arbeit lange Strecken zurücklegen.

Der Verkauf batterieelektrischer Autos nimmt im gesamten Block bereits deutlich zu. Im Jahr 2025 stellten sie 17,4 Prozent des EU-Marktes, nach 13,6 Prozent ein Jahr zuvor. In den ersten beiden Monaten 2026 stieg der Anteil auf 18,8 Prozent, wie der europäische Automobilherstellerverband ACEA mitteilt.

Die gemeinsamen US-israelischen Angriffe auf den Iran und die Antwort Teherans haben die Energiemärkte erschüttert. Europäische Länder wollen ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen weiter verringern und setzen dabei zunehmend auf Elektroautos, um Emissionen zu senken und erneuerbare Energien zu stärken.

Nach dem jüngsten ACEA-Bericht zu Steuererleichterungen und Anreizen für Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur gewähren fast alle EU-Staaten Steuervergünstigungen beim Kauf oder Besitz von E-Autos. Einzige Ausnahme ist Lettland. Die Fördermodelle unterscheiden sich jedoch stark.

Der Bericht, der alle 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Norwegen, die Schweiz und das Vereinigte Königreich umfasst, zeigt außerdem, dass sechs Länder keinerlei direkte Kaufprämien für E-Autos anbieten.

Elektroauto-Kaufprämien 2026: Wo Käufer am stärksten profitieren

Nach Angaben der ACEA bieten europäische Länder im Kern vier Arten von Anreizen an: direkte Kaufzuschüsse, Maßnahmen über Erwerbssteuern, Vergünstigungen bei laufenden Eigentumssteuern einschließlich Befreiungen sowie Unterstützung für private Lademöglichkeiten.

„Monetäre und steuerliche Anreize sind entscheidend, um batterieelektrische Fahrzeuge durchzusetzen. Wenn Regierungen handeln, zeigt sich der Effekt sofort“, sagte ein ACEA-Sprecher gegenüber Euronews Business.

Einige Staaten nutzen eine oder mehrere dieser Förderarten. Andere verzichten ganz auf Unterstützung.

Wie viel Förderung erhalten Käuferinnen und Käufer?

Für Privatpersonen hängen die Kaufanreize vor allem von der Einkommenshöhe und von möglichen Verschrottungsprämien ab.

Unter den Ländern mit den höchsten direkten Kaufzuschüssen sticht Italien hervor: Dort gibt es je nach Einkommen und Verschrottung eines Altfahrzeugs bis zu 11.000 Euro. Zypern zahlt bis zu 9.000 Euro pro Fahrzeug und bis zu 20.000 Euro für bestimmte Gruppen. Slowenien gewährt Zuschüsse von bis zu 7.200 Euro. In Malta liegen sie zwischen 6.000 und 8.000 Euro, ergänzt um einen Verschrottungsbonus.

Deutschland unterstützt den Kauf mit einkommensabhängigen Zuschüssen von bis zu 6.000 Euro. Frankreich zahlt je nach Programm und Einkommen bis zu 5.700 Euro. Spanien fördert EU-weit produzierte Fahrzeuge mit bis zu 4.500 Euro, Portugal bietet maximal 4.000 Euro.

Steuerliche Vorteile für Käuferinnen und Käufer von Elektroautos greifen in zwei Phasen: beim Kauf und während der Besitzzeit. Manche Länder kombinieren mehrere Steuerbefreiungen und schaffen so deutliche Vorteile.

Das insgesamt stärkste System steuerlicher Begünstigungen für Privatpersonen verzeichnet Norwegen. Dort sind Elektroautos bis zu einem Fahrzeugwert von 300.000 norwegischen Kronen, umgerechnet 25.890 Euro, vollständig von der Mehrwertsteuer befreit, dazu entfällt die Erwerbssteuer. Im Gesamtjahr 2025 lag der Marktanteil batterieelektrischer Fahrzeuge in Norwegen bereits bei 95,9 Prozent.

In der EU erheben Bulgarien, Zypern, Portugal, Griechenland und Ungarn keine Zulassungssteuer und befreien batterieelektrische Fahrzeuge vollständig von laufenden Abgaben wie Kfz- oder Straßensteuer. Italien gewährt eine fünfjährige Befreiung von der Kfz-Steuer. Rumänien verlangt für E-Autos nur eine sehr niedrige pauschale Jahressteuer.

Auch in Deutschland profitieren Käuferinnen und Käufer: Für reine Elektrofahrzeuge gilt eine zehnjährige Befreiung von der Kfz-Steuer, hinzu kommen Förderungen für die Installation privater Ladepunkte. Laut ACEA verzeichnete Deutschland im März 2026 den stärksten Monat bei Neuzulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen seit dem Auslaufen der Kaufprämie „Umweltbonus“ im Jahr 2023. Ein zu Jahresbeginn eingeführter neuer Kaufanreiz dürfte ein zentraler Treiber gewesen sein, so der Verband.

Polen bietet Kaufzuschüsse von bis zu 40.000 Zloty, umgerechnet 9.440 Euro, und befreit Elektroautos von der Verbrauchsteuer. Das nationale Programm „NaszEauto“ habe die Zahl der Neuzulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge binnen weniger Monate verdoppelt, erklärte ein ACEA-Sprecher.

Andere Länder setzen auf eine Mischung aus Steuerbefreiungen und gezielter Förderung. In Belgien sind Zulassungs- und jährliche Kfz-Steuer für Null-Emissions-Fahrzeuge besonders niedrig. Bulgarien stellt Elektroautos komplett von der Besteuerung frei, bietet darüber hinaus aber keine weitere Förderung. Spanien gewährt einen Einkommensteuerabzug von 15 Prozent bis zu 3.000 Euro, Abschläge bei der Kfz-Steuer von bis zu 75 Prozent sowie Unterstützung für private Ladepunkte.

„Erschwinglichkeit ist der Grundpfeiler des Übergangs: Ohne sie können selbst die beste Infrastruktur und die größte Modellauswahl die für Klimaneutralität nötige Massennachfrage nicht tragen“, so der ACEA-Sprecher weiter.

Er fügte hinzu: „Anreize senken die Einstiegshürden, schaffen Vertrauen und machen saubere Mobilität für weitere Teile der Bevölkerung erreichbar.“

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