Der Krieg mit Iran drückt die Stimmung in der deutschen Wirtschaft massiv: Die Konjunkturerwartungen fallen auf den tiefsten Stand seit dreieinhalb Jahren.
Die Konjunkturerwartungen für Deutschland sind auf den niedrigsten Stand seit dreieinhalb Jahren gefallen. Der Irankrieg belastet Unternehmen in ganz Europa.
Der ZEW-Index sank im April um 16,7 Punkte auf minus 17,2. Das geht aus einer neuen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervor. In der vergangenen Woche wurden dafür 192 Analysten zu ihren Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt.
Es war bereits der zweite monatliche Rückgang in Folge, nachdem der Index schon im März deutlich eingebrochen war.
"Die Konjunkturerwartungen rutschen wieder in den negativen Bereich", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach.
"Die wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs für die deutsche Wirtschaft gehen weit über Preissteigerungen hinaus. Unternehmen fürchten langfristige Engpässe bei der Energieversorgung. Das bremst Investitionen und mindert die Wirkung staatlicher Konjunkturprogramme."
Einige Branchen traf die Entwicklung deutlich stärker als andere.
In der Chemie- und Pharmaindustrie gingen die Erwartungen spürbar zurück, in der Stahl- und Metallproduktion sogar noch stärker.
Im Automobilsektor blieben die Erwartungen weitgehend stabil, liegen aber weiterhin klar im Minus. In der Bauwirtschaft sind die Konjunkturerwartungen erst seit Kurzem leicht negativ.
Verbessert haben sich laut Umfrage dagegen die Aussichten im Bankensektor, bei Versicherungen, in der Informationstechnologie sowie bei Versorgern.
Auch im Euroraum gingen die allgemeinen Konjunkturerwartungen zurück. Der Index fiel im April um 11,9 Punkte auf minus 20,4.
Zugleich verschlechterte sich die Bewertung der aktuellen Lage. Im Euroraum sank der Index auf minus 43 Punkte.
In Deutschland fiel er im Vergleich zum Vormonat um 10,8 Punkte auf minus 73,7.