Die Commerzbank will weitere 3.000 Stellen abbauen und gleichzeitig ihre Gewinnziele deutlich erhöhen. Mit dem Umbau reagiert das Institut auf die Übernahmeambitionen der italienischen Großbank UniCredit.
Um zu sparen will die Commerzbank weitere 3.000 Stellen abbauen, aber gleichzeitig ihre Gewinnziele deutlich anheben. Damit reagiert das Institut auf die Übernahmeambitionen der italienischen Großbank UniCredit.
Wie die Bank am Freitag in Frankfurt mitteilte, sollen die Erträge bis 2030 auf 16,8 Milliarden Euro steigen. Der Nettogewinn soll dann bei 5,9 Milliarden Euro liegen. Vorstandschefin Bettina Orlopp erklärte laut der Tagesschau, die neuen Ziele spiegelten ein "ehrgeiziges und gleichzeitig verlässliches" Wachstum wider. "Daran muss sich jede Alternative messen lassen", sagte sie mit Blick auf die Pläne der UniCredit.
Der zusätzliche Stellenabbau betrifft rund acht Prozent der derzeit etwa 38.000 Arbeitsplätze. Die Kosten für die Restrukturierung beziffert die Bank auf rund 450 Millionen Euro. Nach Angaben der Commerzbank soll auch der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz dazu beitragen, Prozesse effizienter zu gestalten.
UniCredit hatte in dieser Woche offiziell ein Übernahmeangebot vorgelegt. Die italienische Großbank stellt im Falle einer erfolgreichen Übernahme ebenfalls höhere Gewinne in Aussicht und rechnet mit deutlich größeren Einsparungen.
Nach den Plänen der UniCredit könnten rund 7.000 Stellen wegfallen. Die Commerzbank sieht eine Übernahme derzeit nicht als notwendig an. Die von UniCredit vorgestellten Pläne seien aus Sicht des Instituts "vage" und mit "erheblichen Umsetzungsrisiken" verbunden. Dennoch erklärte die Bank, grundsätzlich gesprächsbereit zu bleiben, sofern Aktionären eine attraktive Prämie geboten werde und zentrale Elemente der Strategie erhalten blieben.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich zuletzt hinter die Commerzbank gestellt und erklärt, Deutschland brauche starke Banken, "nicht jede Art von Übernahme" sei jedoch willkommen. "Feindliches und aggressives Vorgehen lehnen wir entschieden ab", so der Kanzler in Berlin.
Medienberichten zufolge wird zudem geprüft, ob der Bund seine Beteiligung an der Commerzbank erhöhen könnte. Der Staat hält derzeit rund zwölf Prozent der Aktien. Im ersten Quartal erzielte die Commerzbank einen Nettogewinn von 913 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.
Nach Angaben der Bank war es das beste Quartalsergebnis seit 2011.