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KI-Riese Broadcom verliert 300 Mrd. Dollar Börsenwert nach enttäuschendem Ausblick

ARCHIV: Konzernsitz von Broadcom im kalifornischen Palo Alto.
ARCHIV: Der Hauptsitz von Broadcom im kalifornischen Palo Alto. Copyright  Justin Sullivan / Getty Images
Copyright Justin Sullivan / Getty Images
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der US-Chiphersteller Broadcom meldet ein Umsatzplus von 48 Prozent und einen Anstieg der KI-Chipverkäufe um 143 Prozent. Da der Konzern sein langfristiges Umsatzziel jedoch nicht anhob, brach die Aktie nachbörslich um mehr als 12 Prozent ein.

Broadcom hat im zweiten Quartal nach fast allen Maßstäben außergewöhnliche Ergebnisse vorgelegt.

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Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 48 Prozent auf den Rekordwert von 22,2 Milliarden Dollar (19,1 Milliarden Euro). Die Erlöse mit KI-Chips haben sich mehr als verdoppelt, und der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 54 Prozent auf zwei Dollar und 44 Cent. Damit übertraf Broadcom die Konsensschätzungen klar.

Dennoch reichte all das nicht.

Anleger, die mittlerweile nicht nur starke, sondern immer neue Rekordergebnisse erwarten, straften die Aktie deutlich ab. Auslöser war, dass der Halbleiterkonzern aus Kalifornien seine langfristigen Umsatzziele im KI-Geschäft nicht anhob und der Ausblick auf das dritte Quartal hinter den aggressivsten Prognosen an der Wall Street zurückblieb.

Nachdem die Aktie am Mittwoch bei 495 Dollar je Anteilsschein auf einem Rekordhoch aus dem Handel gegangen war, brach sie nachbörslich um mehr als zwölf Prozent ein. Damit gingen über 300 Milliarden Dollar (258,3 Milliarden Euro) an Börsenwert verloren.

Nach Angaben von Konzernchef Hock Tan, der die Nachfrage nach KI als „schlicht unersättlich“ bezeichnete, bleibt der Wachstumspfad jedoch intakt.

Tan stellte für das dritte Quartal einen Konzernumsatz von 29,4 Milliarden Dollar (25,3 Milliarden Euro) in Aussicht. Das entspräche einem Plus von 84 Prozent binnen Jahresfrist. Die Prognose für den Jahresumsatz mit KI-Halbleitern erhöhte er auf 56 Milliarden Dollar (48,2 Milliarden Euro), rund 180 Prozent mehr als im vergangenen Geschäftsjahr.

Broadcom-Zahlen: Erschütterungen an den Weltbörsen

Die Wirkung der Broadcom-Zahlen reichte weit über den Nasdaq hinaus.

Die Börsen in Asien starteten am Donnerstag deutlich schwächer, vor allem Halbleiter- und Technologiewerte gerieten unter Druck.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien verlor rund eineinhalb Prozent und beendete damit eine vier Tage währende Rally, die ihn auf ein Rekordhoch getrieben hatte. Die Futures auf den Nasdaq 100 gaben rund ein halbes Prozent nach.

Der südkoreanische Leitindex KOSPI, der wegen der starken Chipindustrie als Stimmungsbarometer für weltweite KI-Investitionen gilt, fiel um fast zwei Prozent und gehörte damit zu den schwächsten Märkten der Region.

Samsung Electronics und SK Hynix, zwei der größten Speicherchiphersteller der Welt, verloren zwischen zwei und vier Prozent, LG Electronics büßte fast 14 Prozent ein.

In Taiwan gaben die wichtigen KI-Serverfertiger Hon Hai Precision und Wistron um fast vier beziehungsweise acht Prozent nach.

Broadcom liefert maßgeschneiderte KI-Beschleuniger und Hochgeschwindigkeits-Netzwerkchips an die größten Cloud-Konzerne der Welt, darunter Google, Meta und OpenAI. Deshalb gilt der Ausblick des Unternehmens als wichtiger Gradmesser für das Tempo der KI-Entwicklung und für die Stimmung der Anleger.

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