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Europas wertvollster Konzern ASML erhöht Prognose und befeuert neue Hoffnungen auf KI-Boom

ARCHIV - Das Logo des Halbleiteranlagen-Herstellers ASML an der Firmenzentrale in Veldhoven in den Niederlanden, aufgenommen am 30. Januar 2023.
ARCHIV: Das Logo des niederländischen Chipmaschinenbauers ASML am Hauptsitz in Veldhoven, Niederlande, am 30. Januar 2023. Copyright  AP Photo/Peter Dejong, File
Copyright AP Photo/Peter Dejong, File
Von Doloresz Katanich mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
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ASML, Europas wertvollstes Unternehmen, profitiert weiter vom KI-Boom: Der Chipausrüster hebt die Prognose für den Jahresumsatz auf 43 bis 45 Milliarden Euro an, die Aktie legt um mehr als fünf Prozent zu.

Die starke Nachfrage nach KI-Systemen hat dem niederländischen Halbleiterausrüster ASML Rückenwind verschafft. Das Unternehmen hob nach besser als erwarteten Quartalszahlen am Mittwoch seine Prognose für das Gesamtjahr an.

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ASML gilt als Schlüsselfirma der Weltwirtschaft und als wichtiger Gradmesser für den Technologiesektor. Von Smartphones bis zu Raketen entstehen viele Produkte mit Halbleitern, die mit ASML-Anlagen gefertigt werden.

Der Konzern mit Sitz im niederländischen Veldhoven rechnet für 2026 nun mit einem Umsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro und einer Bruttomarge von 54 bis 56 Prozent. Zuvor hatte ASML 36 bis 40 Milliarden Euro Umsatz und eine Bruttomarge von 51 bis 53 Prozent in Aussicht gestellt.

„Die anhaltenden KI-bezogenen Investitionen und der Fortschritt bei KI-Technologien treiben die Nachfrage nach hochentwickelten Logik- und Speicherchips und stärken die Wachstumsaussichten der Halbleiterbranche weiter“, erklärte ASML-Präsident und -Chef Christophe Fouquet in einer Mitteilung.

Im Zeitraum April bis Juni erzielte ASML einen Umsatz von 9,3 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen. Ein Jahr zuvor waren es 7,7 Milliarden Euro. Die Bruttomarge lag bei 54 Prozent. Auch der Nettogewinn fiel im zweiten Quartal besser aus als erwartet: Er stieg auf 2,9 Milliarden Euro nach 2,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Anleger verfolgten die Zahlen diesmal besonders genau, nach mehreren kräftigen Kursrückgängen im Technologiesektor aus Sorge vor einer platzenden KI-Blase.

Ben Barringer, Leiter Technologieanalyse beim Vermögensverwalter Quilter Cheviot, sagte: „Die Ergebnisse von ASML zeigen, wie robust die Nachfrage im Halbleitermarkt bleibt. Das Unternehmen hat die Erwartungen klar übertroffen und die Prognose erhöht. Besonders stark ist die Nachfrage sowohl nach Speicher- als auch nach Logikchips, wobei Speicher derzeit schneller wächst.“

Nach Angaben von ASML treibt die anhaltende KI-Investitionswelle die Nachfrage nach High-End-Chips. „Unser Auftragseingang blieb in der ersten Jahreshälfte extrem stark“, sagte Fouquet. Die Kunden des Unternehmens beschleunigten ihre Pläne zum Ausbau der Kapazitäten. Das verschaffe ASML mehr Sichtbarkeit bei der langfristigen Nachfrage.

ASML ist weltweit der einzige Hersteller von EUV-Lithografiesystemen, mit denen die modernsten Halbleiter gefertigt werden.

Die hohe Nachfrage veranlasst ASML, die Produktionskapazität im kommenden Jahr für seine modernsten EUV-Belichtungsanlagen und für ältere DUV-Systeme um rund 30 Prozent auszuweiten. Für 2028 denkt das Unternehmen über eine weitere Ausbaustufe um 30 Prozent nach und baut parallel sein Geschäft mit Maschinen-Upgrades aus.

Für das dritte Quartal 2026 stellt ASML einen Umsatz zwischen elf und zwölf Milliarden Euro in Aussicht.

„Technologischer Terrorismus“

Das Unternehmen steht im Zentrum eines Technologiestreits zwischen den USA und China und hatte bereits gewarnt, dass der Umsatz mit chinesischen Kunden in diesem Jahr deutlich zurückgehen dürfte.

Finanzvorstand Roger Dassen sagte, ASML gehe davon aus, dass China 2026 rund 20 Prozent des Umsatzes ausmachen wird.

Man könne sagen, der chinesische Markt bewege sich im Gleichklang mit der weltweiten Nachfrage, so Dassen.

Die US-Regierung führt die Bemühungen an, Hightech-Exporte nach China einzuschränken, aus Sorge, sie könnten das Militär des Landes stärken.

Peking reagierte mit scharfer Kritik und sprach von „technologischem Terrorismus“.

Im vergangenen Monat wies ASML Berichte zurück, denen zufolge eine seiner hochentwickelten Chipmaschinen in China stehe und damit womöglich gegen die Exportauflagen verstoße.

Im Januar kündigte ASML eine Umstrukturierung an, die voraussichtlich den Abbau von rund 1.700 Stellen in den Niederlanden und den USA zur Folge hat, vor allem in Leitungsfunktionen.

Weltweit beschäftigt der Konzern rund 44.000 Menschen.

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