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Trotz hoher Inflation belässt Fed Zinsen vorerst unverändert

Archivbild: Fed-Chef Kevin Warsh sagt am 15. Juli 2026 vor dem Bank-, Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsausschuss des US-Senats in Washington aus.
Archivbild: Fed-Chef Kevin Warsh sagt am 15. Juli 2026 vor dem Bank-, Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsausschuss des US-Senats in Washington aus. Copyright  AP Photo/Jose Luis Magana
Copyright AP Photo/Jose Luis Magana
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Die US-Notenbank dürfte am Mittwoch den Leitzins stabil halten. Anleger rechneten am Dienstagabend dennoch mit einer 32-Prozent-Chance für eine Erhöhung, Analysten nennen die Lage die unsicherste seit Jahren.

Die mit Spannung erwartete Sitzung der US-Notenbank Fed am Mittwoch findet in einer Phase statt, in der unklar ist, ob die Währungshüter ihre Geduld mit der Inflation verlieren und bereit sind, ihren Unmut in konkrete Schritte umzusetzen. Im Moment deutet vieles darauf hin: noch nicht.

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US-Ökonomen rechnen mehrheitlich damit, dass die Fed die Zinsen vorerst unverändert lässt. Das Risiko einer Anhebung stufen sie jedoch als erheblich ein, viele stellen sich bereits auf einen Schritt im September ein.

Die geldpolitische Entscheidung fällt in eine Phase neuer Spannungen im Nahen Osten. Die Ölpreise sind erneut deutlich gestiegen, die Sorge wächst, dass die Inflation in der größten Volkswirtschaft der Welt weiter anziehen könnte.

Zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen neben dem Konflikt mit Iran die von Präsident Donald Trump verhängten Zölle auf ausländische Waren. Hinzu kommt ein Investitionsboom in Rechenzentren für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz, der die Preise für Chips, Ausrüstung und Strom treibt.

Ein schwächer ausgefallener Inflationsbericht zu den Verbraucherpreisen im Juni verschaffte den Verantwortlichen etwas Luft, die Zinsen vorerst stabil zu halten. Die Gesamtinflation lag bei 3,5 Prozent im Jahresvergleich, nach 4,2 Prozent im Mai, die Kerninflation bei 2,6 Prozent nach 2,9 Prozent im Mai. Ausschlaggebend waren vor allem Veränderungen bei den Energiepreisen.

Seit mehr als fünf Jahren liegt die Inflation über dem Fed-Zielwert von zwei Prozent. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh erklärte Anfang des Monats vor dem Kongress, er habe „keinerlei Toleranz“ für anhaltend hohe Teuerung. In dieser Woche leitet Warsh seine zweite Zinssitzung.

Die Fed-Beobachter Joseph Egelhof und Guneet Dhingra von BNP Paribas Securities kommen zu dem Schluss: „Die Geduld der Entscheidungsträger mit hoher und hartnäckiger Inflation ist weitgehend erschöpft, es besteht daher ein deutliches Risiko“ eines Zinsschritts im September.

Die Spanne für den Leitzins der Fed, die sogenannten Federal Funds, liegt seit Dezember 2025 zwischen 3,50 und 3,75 Prozent.

Padhraic Garvey, Regionalchef Research Amerika bei ING, sagte: „Die Argumente für eine Zinspause stützen sich zum Teil auf die beruhigenden Inflationsdaten für Juni. Präsident Trump hat diese Tendenz zu unveränderten Zinsen zusätzlich gestärkt, da die Kampfhandlungen mit Iran offenbar erneut zum Stillstand gekommen sind. Und aus makroökonomischer Sicht zeigt die US-Wirtschaft Schwachstellen außerhalb des Technologiesektors.“

Die Notenbanker wollen zudem weitere Konjunkturdaten abwarten. Am Donnerstag legt das Handelsministerium erste Zahlen zum Wirtschaftswachstum von April bis Juni vor und veröffentlicht den von der Fed bevorzugten Inflationsindikator, den Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE), für Juni.

An den Märkten rechnen insgesamt mehr als 30 Prozent der Händler an der Wall Street mit einer Zinserhöhung schon in dieser Woche, 76 Prozent erwarten laut dem CME-FedWatch-Tool einen Schritt im September.

Mehrere Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses betonen zudem, die Fed müsse die Zinsen anheben, um die Inflation wieder auf das Ziel von zwei Prozent zurückzuführen.

„Die Inflation streng anzustarren, bis sie unter unserem Blick dahinschmilzt, ist keine Option“, sagte Christopher Waller, ein einflussreiches Mitglied des Fed-Direktoriums, in einer Rede in diesem Monat.

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