Trumps Einnahmen aus Kryptowährungen sind jetzt bekannt und lösen scharfe Online-Kritik aus. Finanzangaben zeigen, wie viel Amazon ihm für die aktuelle Melania-Doku zahlte.
Eine 927-seitige Offenlegung, die das US Office of Government Ethics in dieser Woche veröffentlicht hat, hat Empörung ausgelöst. Viele werfen Donald Trump nun „dreiste Krypto-Korruption“ vor.
Die Finanzangaben zeigen, dass Trump im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 2,2 Mrd. Dollar kassiert hat – aus Immobiliengeschäften, gebrandeten Produkten wie Trump-Bibeln, Lizenzdeals und Vergleichen vor Gericht. Zudem haben die Krypto-Geschäfte der Familie Trump in seinem ersten Jahr zurück im Weißen Haus mehr als 1 Mrd. Dollar eingebracht.
Die Unterlagen belegen außerdem, dass Trump eine Lizenzgebühr von 10,71 Mio. Dollar für die Melania-Dokumentation von Amazon MGM erhalten hat.
Zuvor war bekannt geworden, dass Amazon rund 40 Mio. Dollar für den von Brett Ratner inszenierten Film gezahlt hatte – darunter 28 Mio. direkt an die First Lady. Amazon MGM gab anschließend weitere 35 Mio. Dollar für das Marketing des Films aus.
Im Mai betonte Jeff Bezos, die Geschäfte seines Konzerns mit Trump seien überparteilich.
„Sie wissen, der Film lief im Kino sehr gut. Auch im Streaming ist er sehr erfolgreich“, sagte Bezos dem Sender CNBC. „Die Menschen sind sehr neugierig auf Melania. Obwohl ich nichts damit zu tun hatte: Offenbar hat das Amazon-Team eine sehr kluge Geschäftsentscheidung getroffen.“
In der Kritik von Euronews Culture zu Melania bezeichneten wir den Film als „selbstgefälliges Porträt von Privilegien“, „zynischen Versuch von Jeff Bezos, sich bei Trump anzubiedern“ und als „Anti-Dokumentarfilm, der nur auf Kassemachen zielt, orchestriert von Menschen, die sich ausschließlich für Geld und für leere Mythen interessieren, die die Marke Trump weiter befeuern sollen“.
Hier lesen Sie die vollständige Kritik.
Nach der Veröffentlichung des Berichts des US Office of Government Ethics fordern viele nun strengere Regeln für Krypto-Geschäfte politischer Akteure.
„Das Krypto-Gesetz, das demnächst im Senat zur Abstimmung kommt, muss verhindern, dass der Präsident, der Vizepräsident oder die Vizepräsidentin, ranghohe Regierungsvertreter, Mitglieder des Kongresses und ihre Familien vom Krypto-Sektor profitieren“, sagte Elizabeth Warren. „Passiert das nicht, befeuert es nur Donald Trumps dreiste Krypto-Korruption.“
Der Gouverneur von Minnesota und demokratische Vizepräsidentschaftskandidat 2024, Tim Walz, nannte Trump „den korruptesten Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten“.
Weitere Reaktionen unten:
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, nahm Trump in Schutz und erklärte: „Weder der Präsident noch seine Familie waren jemals in Interessenkonflikte verwickelt – und das wird auch nie der Fall sein. Präsident Trump hat die Vereinigten Staaten stolz zur Krypto-Hauptstadt der Welt gemacht – durch präsidiale Anordnungen, die Unterstützung von Gesetzen wie dem GENIUS Act und andere vernünftige Maßnahmen, um Innovation und wirtschaftliche Chancen für alle Amerikanerinnen und Amerikaner zu fördern.“
Sie fügte hinzu: „Alle Entscheidungen von Präsident Trump und seiner Regierung erfolgen im besten Interesse des amerikanischen Volkes.“