EventsVeranstaltungenPodcasts
Loader
Finden Sie uns
WERBUNG

Warum will eine Bewegung in Europa Tausende alter Staudämme abreißen?

Warum will eine Bewegung in Europa Tausende alter Staudämme abreißen?
Copyright euronews
Copyright euronews
Von Cyril Fourneris
Zuerst veröffentlicht am
Diesen Artikel teilen
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

In Europa gibt es mehr als 1,2 Millionen Dammanlagen in 36 Ländern. Mehr als die Hälfte davon könnte stillstehen, nicht mehr gebraucht werden und eine Gefahr darstellen.

Pao Fernandez Garrido ist eine Expertin für die Wiederherstellung von Ökosystemen und setzt sich mit der Organisation Dam Removal Europe für die Renaturierung von Flüssen ein. 

Die Bewegung möchte alte und unbenutzte Staudämme beseitigen, Relikte aus dem letzten Jahrhundert, um die Wasserqualität zu verbessern und den Rückgang der Artenvielfalt aufzuhalten.

"Auf dem europäischen Kontinent gibt es mehr als 1,2 Millionen Anlagen in 36 Ländern. Und von diesen 1,2 Millionen sind mehr als die Hälfte nicht in den Verzeichnissen aufgeführt, sie haben keinen Nutzen", erklärt Pao Fernandez Garrido.

Die Strategie der Europäischen Union zur Erhaltung der biologischen Vielfalt zielt darauf ab, bis 2030 25.000 km Flüsse freizugeben. Dazu gehört auch die Beseitigung unnötiger Hindernisse. "Durch die Beseitigung nutzloser Barrieren werden die Erosion von Wasserläufen und Überschwemmungen verhindert, die Grundwasserleiter können sich besser aufladen und die Wasserqualität wird nicht beeinträchtigt", sagt Pao Fernandez Garrido.

Dämme sind wie Röntgenstrahlen

"In Europa gibt es Länder wie Frankreich, das führend ist, oder Dänemark, die diese Anlagen seit fast 30 Jahren vermeidet. Sie haben bewiesen, dass es wahr ist und langfristig einen direkten Nutzen für die Menschen darstellt. In 30 Jahren werden wir extreme Bedingungen erleben, bei denen der Zugang zu Wasser schwieriger wird. Wenn wir uns auf diese Situation vorbereiten, werden wir weniger Probleme haben."

Dämme sind wie Röntgenstrahlen. Als vor hundert Jahren die Röntgenstrahlen zum ersten Mal in der Medizin entdeckt wurden, war das revolutionär und sehr positiv. Aber dann wurde im Laufe der Jahre entdeckt, dass Röntgenstrahlen negativ für die menschliche Gesundheit sind. Haben wir im 21. Jahrhundert aufgehört, Röntgenstrahlen in Krankenhäusern zu verwenden? Nein. 

Aber wir bestrahlen die Menschen nicht mehr 40 Minuten lang, sondern nur noch 1 Sekunde lang. Es ist sehr wichtig, dass wir die Flüsse nicht mehr wie in den 50er und 60er Jahren verwalten, sondern mit dem Wissen und der Technologie des 21. Jahrhunderts.

Diesen Artikel teilen