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Haie mit gefürchteten Zähnen: Ozeanversauerung könnte sie schwächen

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gab ein undatiertes Pressefoto im Januar 2026 heraus. Es zeigt einen Schwarzspitzen-Riffhai im Sea Life Oberhausen, Deutschland.
Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf verbreitete im Januar 2026 ein undatiertes Handout-Foto. Ein Schwarzspitzen-Riffhai schwimmt im SEA LIFE Oberhausen, Deutschland. Copyright  Maximilian Baum/Heinrich Heine University Duesseldorf via AP
Copyright Maximilian Baum/Heinrich Heine University Duesseldorf via AP
Von Patrick Whittle mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Forscher bringen die Verbrennung fossiler Brennstoffe mit der fortschreitenden Versauerung des Ozeans in Verbindung.

Haie gelten als die gefürchtetsten Jäger im Meer. Ihr Überleben hängt von scharfen Zähnen ab, die sich ein Leben lang erneuern. Doch die veränderte Chemie des Ozeans könnte diese Waffen gefährden.

Das ist das Fazit einer Studie eines Teams deutscher Forschender. Sie prüften, wie ein stärkerer saurer Ozean auf Haizähne wirkt. Forschende bringen menschliche Aktivitäten wie das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas mit der fortschreitenden Versauerung der Meere in Verbindung.

Je saurer die Meere werden, desto schwächer wird die Struktur der Haizähne und sie brechen leichter, stellten die Wissenschaftler fest. Das könnte den Rang der großen Räuber an der Spitze der Nahrungskette des Ozeans verändern, schreiben sie.

Der Ozean wird nicht über Nacht von zahnlosen Haien bevölkert, sagt der Hauptautor der Studie, Maximilian Baum, Meeresbiologe an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dennoch ist die Aussicht auf schwächere Zähne ein neues Risiko für Haie, die ohnehin unter Verschmutzung, Überfischung, Klimawandel und weiteren Gefahren leiden, so Baum.

„Wir haben festgestellt, dass Haizähne korrodieren“, sagt Baum. „Ihr ökologischer Erfolg im Meer als Regulierer anderer Bestände könnte in Gefahr geraten.“

Veränderungen beim Biss von Haien könnten schrittweise einsetzen

Die Forschenden veröffentlichten ihre Arbeit im Fachjournal Frontiers in Marine Science. Die Versauerung der Meere rückt zunehmend in den Fokus des Naturschutzes.

Versauerung entsteht, wenn die Meere mehr Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen, erklärt die National Oceanic and Atmospheric Administration. Bis zum Jahr 2300 könnten die Ozeane fast zehnmal saurer sein als heute, schreiben die deutschen Wissenschaftler.

Für die Studie sammelten sie mehr als 600 ausgefallene Zähne aus einem Aquarium, in dem Schwarzspitzen-Riffhaie leben. Diese Art kommt im Pazifik und im Indischen Ozean vor und wird meist etwa eins Komma sieben Meter lang. Anschließend setzten sie die Zähne Wasser mit dem Säuregrad von heute und dem für 2300 erwarteten Säuregrad aus.

Die Zähne im saureren Wasser waren deutlich stärker geschädigt: Risse und Löcher, Wurzelkorrosion und eine allgemeine strukturelle Schwächung, schreiben die Forschenden.

Die Ergebnisse „zeigen, dass die Versauerung der Meere die morphologischen Eigenschaften von Zähnen deutlich beeinflusst“, schreiben die Wissenschaftler.

Haie sind weiterhin die Spitzenräuber im Ozean

Haizähne sind „hochentwickelte Waffen zum Schneiden von Fleisch, nicht dafür gebaut, der Säure im Meer standzuhalten“, sagt Baum. Ein Hai verliert und ersetzt im Laufe seines Lebens Tausende Zähne. Sie sind entscheidend, damit Haie die Bestände von Fischen und Meeressäugern regulieren können.

Viele Haiarten stehen zudem vor dem Aussterben. Laut der International Union for Conservation of Nature sind derzeit mehr als ein Drittel der Arten bedroht. Zugute kommt ihnen, dass Haie über mehrere Merkmale verfügen, die die negativen Folgen der Versauerung abmildern können, sagt Nick Whitney, leitender Wissenschaftler am Anderson Cabot Center for Ocean Life des New England Aquarium.

Whitney war an der Studie nicht beteiligt, hält die Arbeit an den Haizähnen jedoch für solide. Da sich Zähne im Gewebe des Haimauls entwickeln, sind sie zunächst eine Zeit lang vor Veränderungen der Meereschemie geschützt, sagt er.

Und die Geschichte zeigt: Haie sind Überlebenskünstler, so Whitney.

„Sie existieren seit 400 Millionen Jahren und haben sich an sehr unterschiedliche Bedingungen immer wieder angepasst“, sagt er.

Die Versauerung der Meere ist ein Problem, doch Überfischung bleibt die größte Bedrohung für Haie, sagt Gavin Naylor, Leiter des Florida Program for Shark Research am Florida Museum of Natural History.

Versauerung bringt viele Veränderungen im Meer

Naylor und andere warnen, dass die Versauerung der Meere zahlreiche Risiken mit sich bringt – nicht nur für Haie. Besonders hart wird sie Muscheln wie Austern und Venusmuscheln treffen, weil der Schalenaufbau erschwert wird, so die NOAA.

Auch Fischschuppen könnten schwächer und brüchiger werden. Ob das den Haien, die sich davon ernähren, am Ende nützt, lässt sich derzeit schwer sagen, meint Naylor.

Fest steht: Die Versauerung darf als Bedrohung für Haie nicht unterschätzt werden, sagt Baum. Manche Arten könnten in den kommenden Jahren an den Rand des Aussterbens geraten – und die Versauerung dürfte dabei eine Rolle spielen, so Baum.

„Der evolutionäre Erfolg der Haie hängt von ihren perfekt entwickelten Zähnen ab“, sagt Baum.

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