Die Fotografin Claudia Andujar kämpft seit einem halben Jahrhundert für die größte indigene Volksgruppe im Amazonas-Gebiet, die Yanomami. Ein Teil ihrer 60.000 Yanomami-Fotos ist bis Mai in Paris zu sehen
Von bedrohten Völkern versteht Claudia Andujar eine Menge – die Fotografin kämpft seit einem halben Jahrhundert für die größte indigene Volksgruppe im Amazonas-Gebiet, die Yanomami.
Sie selbst überlebte den Holocaust und wurde Fotografin in Brasilien. Ein Teil der 60.000 Yanomami-Fotos der heute 88jährigen ist bis Mai in Paris zu sehen.
Davi Kopenawa, Schamane und Anführer der Yanomami:
"Unser derzeitiger Präsident Jair Bolsonaro ist ein ganz anderer Präsident als in der Vergangenheit. Aber genau wie in der Zeit der Militärdiktatur haben wir jemanden an der Macht, der die Indianer nicht mag, der die Umwelt nicht mag, der den Wert des Waldes im Amazonas nicht versteht und der nicht versteht, dass wir, die Ureinwohner, den Wald respektieren und ihn verteidigen."
Die Fotoreporterin Claudia Andujar reiste 1971 zum ersten Mal zu dem isolierten Volk im Grenzgebiet zu Venezuela, lebte fortan jedes Jahr mehrere Monate bei den Yanomami – und eckte bei den Militärs an, weil sie die wirtschaftliche Ausbeutung der Region störte. Seit knapp 30 Jahren leben die Yanomami in einem der größten Indio-Reservate Brasiliens – trotzdem gelten ihre Lebensgrundlagen nach wie vor als gefährdet.
Claudia Andujar Der Kampf der Yanomami
Fondation Cartier pour l’art contemporain, Paris
Bis zum 10. Mai 2020
su mit AFP