EventsVeranstaltungen
Loader

Find Us

FlipboardLinkedinInstagramTelegram
Apple storeGoogle Play store
WERBUNG

Prinz Harry und Elton John gemeinsam vor Gericht

Pop-Star Elton John
Pop-Star Elton John Copyright Alberto Pezzali/ AP
Copyright Alberto Pezzali/ AP
Von Jonny WalfiszEuronews
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button

Sie werfen dem Verlag, zu dem unter anderem die Zeitungen "Daily Mail" und "Mail on Sunday" gehören, vor, illegal Informationen erlangt zu haben.

WERBUNG

Ziemlich überraschend ist Prinz Harry in London zu einem Gerichtstermin erschienen. Der jüngere Sohn von König Charles III. erschien am Montag am High Court zu einer Anhörung wegen seiner Klage gegen den Verlag Associated Newspapers Limited.

Mehrere Prominente klagen gegen Verlag ANL

Der 38-Jährige wirft ANL, zu dem unter anderem die Zeitungen "Daily Mail" und "Mail on Sunday" gehören, vor, illegal Informationen über ihn erlangt zu haben. So seien Privatermittler angeheuert worden, um Abhörgeräte in Autos und Häusern zu installieren und private Telefonate mitzuhören.

Unterstützung bekam er von anderen Prominenten: neben Pop-Star Elton John und dessen Ehemann David Furnish klagen auch die Schauspielerinnen Liz Hurley und Sadie Frost.

Jordan Pettitt/AP
Prinz Harry erscheint überraschend zu dem GerichtsterminJordan Pettitt/AP

John und Furnish erschienen erst nach der Mittagspause vor Gericht und saßen einen Teil des Nachmittags auf der Galerie, bevor sie sich verabschiedeten. Harry saß während der ganzen Sitzung neben Frost im hinteren Teil des Gerichts und machte sich gelegentlich Notizen.

Einbruch, abgehörte Telefone, Mikrofone am Haus

Zu den Vorwürfen in Gerichtsakten gehört unter anderem, dass sich Associated Newspapers Limited (ANL) unrechtmäßig die Geburtsurkunde von John und Furnishs Kind beschafft hätte. Der Herausgeber soll auch einen Privatdetektiv engagiert haben, um Hurleys Telefon zu hacken, ein Mini-Mikrofon an ein Fenster vor ihrem Haus geklebt und das Auto ihres Ex-Freundes Hugh Grant verwanzt haben, um während ihrer Schwangerschaft Informationen zu sammeln.

Kirsty Wigglesworth/Copyright 2023 The AP. All rights reserved
Schauspielerin Sadie Frost in London beim Verlassen des GerichtsgebäudesKirsty Wigglesworth/Copyright 2023 The AP. All rights reserved

Die Vorwürfe von Harry und den anderen Promis gegen den Verlag beziehen sich auf die Zeit von 1993 bis 2011. Der Herausgeber habe den «Einbruch und das Eindringen in Privateigentum» in Auftrag gegeben, illegal Mailbox-Nachrichten abgehört und Krankenakten beschafft.

Laut Gerichtsakten klagt Harry, er habe wegen der Artikel unter «Argwohn und Paranoia» gelitten. «Freunde gingen verloren oder wurden abgeschnitten, und jeder wurde zu einem "Verdächtigen", da er durch die Art und Weise, wie die Artikel geschrieben wurden, zu der Annahme verleitet wurde, dass ihm nahestehende Personen die Quelle dieser Informationen waren, die den Zeitungen von Associated zur Verfügung gestellt wurden», hieß es über den Königssohn.

Parallelen zu Murdochs "News of the World"-Skandal

ANL weist die Vorwürfe als «absurde Verleumdungen» zurück. Es handele sich um einen «geplanten und orchestrierten Versuch, die "Mail"-Titel in den Telefon-Abhörskandal zu ziehen», betonte der Verlag. Er will beantragen, die Klagen zurückzuweisen und damit einen Prozess zu verhindern, der später im Jahr starten würde.

Er argumentierte weiter, dass die Klage abgewiesen werden sollte, weil sie sich auf Informationen stützt, die die Zeitungen im Rahmen einer Untersuchung des Mediengesetzbruchs im Jahr 2012 vertraulich übergeben hatten. Großbritannien führte zu dieser Zeit eine einjährige Untersuchung zur Presseethik durch, nachdem 2011 enthüllt worden war, dass Mitarbeiter der Boulevardzeitung "News of the World" die Sprachnachrichten von Prominenten, Politikern und einem jugendlichen Mordopfer abgehört hatten.

Eigentümer Rupert Murdoch schloss die Zeitung, mehrere Journalisten wurden verurteilt und Murdochs Unternehmen zahlte Dutzenden Opfern Vergleichszahlungen in Höhe von insgesamt 388 Millionen US-Dollar.

Harrys Feldzug gegen britische Boulevarmedien

Harry hat zuletzt immer wieder deutlich gemacht, wie sehr er die Boulevardpresse verachtet - auch mit Blick auf den Unfalltod seiner Mutter Diana 1997, die in Paris von Paparazzi verfolgt worden war. In seiner Autobiografie «Reserve», der Netflix-Doku «Harry & Meghan» sowie mehreren Interviews macht er die in Großbritannien weit verbreitete «Yellow Press» zudem für das kalte und teils unmenschliche Klima mitverantwortlich, das im Palast gegen ihn und Meghan geherrscht habe. Von einer ungesunden Allianz zwischen Boulevard und Königshaus war die Rede.

Elizabeth Cook/AP
Prinz Harry bei GerichtElizabeth Cook/AP

So warf der Fünfte der Thronfolge seiner Schwiegermutter Königsgemahlin Camilla vor, sie habe Informationen durchgestochen, um sich und andere Royals aus seine Kosten in ein gutes Licht zu stellen. Die Anschuldigungen haben das Verhältnis zwischen Harry auf der einen Seite sowie Vater Charles und Bruder Thronfolger Prinz William auf der anderen Seite noch verschlechtert.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Hacken, lauschen, ausspähen - Prinz Harry gegen die Yellow Press

"Reserve" erscheint in den britischen Buchläden

Königliche Biografin findet Enthüllungen in Harrys Buch "erschütternd"