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Mit Russland am anderen Ufer: Freedom Festival im estnischen Narwa

Uraufführung des Theaterstücks "Choose a Better Version" von der ukrainischen Dramatikerin Natalka Blok beim Freedom Festival im estnischen Narwa
Uraufführung des Theaterstücks "Choose a Better Version" von der ukrainischen Dramatikerin Natalka Blok beim Freedom Festival im estnischen Narwa Copyright Euronews
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In der diesjährigen Ausgabe des Theaterfestivals in Narwa stehen die Ukraine und zentralasiatische Länder im Mittelpunkt.

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"Choose a better version" (Wählen Sie eine bessere Version), so lautet der Titel eines Theaterstücks von Natalka Blok, das vom estnischen Theater Vaba Lava und dem Kiewer Dramatiker-Theater koproduziert und beim Freedom Festival im estnischen Narwa uraufgeführt wurde. Es basiert auf wahren Begebenheiten. Darin erzählt die Autorin Natalka Blok, vor welchen Entscheidungen die Menschen in der Ukraine heute stehen.

"Meine wichtigste Botschaft ist, dass diese Entscheidung nicht getroffen werden müsste, wäre Russland nicht gekommen, um uns zu töten und zu vernichten", sagt Natalka Blok. "Unter diesen Bedingungen kann es keine gute Wahl geben. Was wir also tun, ist wie eine Wahl ohne Wahl, und jeder von uns muss für sich selbst entscheiden", fügt die Theater-Autorin hinzu.

Proben unter Raketenhagel

Die Schauspieler und Schauspielerinnen, sowie das Produktionsteam leben alle noch in der Ukraine - Der lettische Regisseur Valters Silins war für die Proben dorthin gereist. "Wir mussten die Probe wegen der Raketenangriffe unterbrechen und uns in Sicherheit bringen. Für den Regisseur war es wichtig, den gesamten Kontext zu verstehen", sagte Blok. 

Narwa liegt direkt an der estnisch-russischen Grenze. Eine seltsame Erfahrung für Blok. So nah an Russland war sie seit zwei Jahren nicht mehr. "Ich verstehe nicht einmal, warum es eine Brücke gibt, auf der Brücke fahren keine Panzer." Sie haben ein bisschen Angst. Sie kann nicht begreifen, dass keine Panzer auf dieser Brüche fahren würden, und warum sie noch ganz sei. So kenne sie das von der Ukraine, sagt sie.

"Es ist kein Märchen"

Die Stad Narwa liegt im Nordosten Estland. Der gleichnamige Fluss fließt durch die Stadt und trennt sie von Russland. "Narwa liegt an der Grenze. Die beiden Festungen stehen hier nicht zufällig. Es ist kein Märchen", sagt Allan Kaldoja vom Theater Vaba Lava, und einer der Verantwortlichen für das Freedom Festival. "Die Festungen zeigen, dass hier zwei Mächte aufeinandertreffen. Wenn wir nicht hier sind, dann ist die andere Macht da. Das ist das russische Imperium."

Mit dem internationalen Theaterfestival bietet das Vaba-Lava-Theater Künstlern aus autoritären Regimen die Möglichkeit, Freiheit zu erleben. Es gewährt dem Publikum im Westen einen Einblick in die Theaterwelt hinter dem Eisernen Vorhang. Während des fünftägigen Festivals in Narwa treten unabhängige Theatergruppen aus Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan auf.

Theater als Therapie

"Zentralasien, die Ukraine und Estland... wir alle haben mit den Auswirkungen des zerfallenden russischen Imperiums zu kämpfen", sagt  Kaldoja. "Wenn es in diesen Gesellschaften mutige Menschen gibt, die es wagen, für Menschenrechte und Freiheit einzutreten, dann ist Narwa genau der richtige Ort, um sie zu würdigen."

In Kriegszeiten brauchen die Menschen das Theater umso mehr. Die ukrainische Theater-Autorin Blok sagt, wenn Menschen die Bombenangriffe und die Brutalität in ihrem Alltag erleben, gibt es keine Möglichkeit, diese zu verarbeiten. "Theater bietet eine Möglichkeit zur Reflexion und Psychotherapie, auch für mich selbst."

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