Von einem bescheidenen Start ins Leben bis zu einigen der größten Modenschauen der Welt: Euronews Culture zeigt Anok Yais beeindruckenden Aufstieg und ihre Erfolge in diesem Jahr.
Der British Fashion Council (BFC) hat Anok Yai zum Model des Jahres 2025 gekürt. Die Auszeichnung würdigt ihren globalen Einfluss, ihre prägnanten Kampagnen für Marken wie Yves Saint Laurent, ihr Engagement für mehr Repräsentation in der Modewelt und ihren Beitrag dazu, Schönheitsideale neu zu definieren.
In diesem Jahr änderte der BFC den Ablauf: Die Siegerin wurde fast einen Monat vor der Verleihung bekannt gegeben, statt wie üblich fünf Nominierungen in der Kategorie zu veröffentlichen.
Zur Jury gehörten unter anderem Emma Davidson, Leiterin der Modefeatures bei Dazed, die neue BFC-CEO Laura Weir, Stylist Carlos Nazario, Fotograf Campbell Addy, Kacion Mayers, ehemaliger Redaktionsleiter bei Dazed, Casting-Direktorin Emma Matell, Sophia Neophitou-Apostolou, Chefredakteurin von 10 Magazine, und Choreograf Pat Boguslawski.
Die Auszeichnung wird Yai bei den Fashion Awards 2025 am 1. Dezember in der Royal Albert Hall in London überreicht.
Doch wer ist Anok Yai – und wie wurde sie zu einer so einflussreichen globalen Modeikone?
Vom Kind von Geflüchteten zu Ralph Lauren und Calvin Klein
Anok Yai wurde in Kairo, Ägypten, als Kind einer Familie geboren, die vor dem Völkermord im Sudan geflohen war. Später zog die Familie in die USA und begann in Manchester ein neues Leben.
2018 startete Yai ihre Modelkarriere – und machte sofort Schlagzeilen: Sie war erst das zweite schwarze Model, das eine Prada-Show eröffnete, und das erste sudanesische Model überhaupt. Über diesen Moment sagte sie der Vogue: "Es war eine Ehre, und ich bin stolz, dass ich ausgewählt wurde, zu eröffnen. Aber das ist größer als ich. Wenn ich für eines der Top-Modehäuser eröffne, ist das ein Zeichen an die Welt – besonders für Schwarze Frauen –, dass ihre Schönheit gefeiert werden muss."
Allein 2025 eröffnete sie Shows für Coperni, Ferragamo und Hugo Boss und schloss die Schauen von Fendi, Ralph Lauren, Messika und Vetements ab. Außerdem lief sie für Mugler, Yves Saint Laurent, Victoria’s Secret, Calvin Klein, Tom Ford, Bottega Veneta und die erste Chanel-Show von Matthieu Blazy. Sie stand vor der Kamera für Kampagnen von Gap und dem Alien-Duft von Mugler und zierte die Cover von Vogue France, Perfect und Allure.
Neben ihrer Arbeit in der High Fashion setzt sich Anok Yai dafür ein, Schönheitsideale weltweit inklusiver zu gestalten. Sie engagiert sich für Flüchtlingsthemen, für die Repräsentation Schwarzer Menschen und gegen Rassismus sowie Colorism.
Ihr Ziel: "dunkle Haut als alltägliche Schönheit" sichtbar machen. Gleichzeitig spricht sie offen über rassistische Erfahrungen und Mikroaggressionen, die sie selbst erlebt hat.
Darüber hinaus möchte Yai junge Mädchen ermutigen und unterstützen, sich für MINT-Fächer zu entscheiden – inspiriert von ihrem eigenen Biochemie-Studium an der Universität.