Elon Musk verschärft seinen Feldzug gegen Odyssey: Der X-Eigentümer kündigt an, dass sein KI-Bot Grok noch in diesem Jahr eine historisch getreue Odyssee-Verfilmung erstellt.
Elon Musk beweist einmal mehr, dass er ein schlechter Verlierer ist.
Monatelang hat er Christopher Nolans The Odyssey mit rassistischen Ausfällen überzogen und prophezeit, die vielfältige Besetzung werde den Film nach dem Motto „go woke, go broke“ scheitern lassen. Nun steht der Tech-Milliardär spektakulär im Unrecht.
Die Kritiken fallen weitgehend begeistert aus, und die weltweiten Kassenzahlen lügen nicht: The Odyssey ist ein überwältigender Erfolg und gehört schon jetzt, keine Woche nach dem Kinostart, zu den größten Hits 2026.
Die Nachricht steckt Musk offenkundig schlecht weg. Auf X schrieb er, er sei „down“, Mel Gibson 100 Millionen Dollar zu geben, um eine Odyssee-Adaption zu drehen – „mit akribisch historisch korrekten Schiffen, Rüstungen, Waffen und Besetzung, mit allen Dialogen direkt aus dem Originalgedicht und gesprochen in homerischem Griechisch“.
Kurz darauf legte er nach und kündigte an, sein KI-Tool Grok Imagine werde eine „historisch korrekte“ Langfilmversion von Homers antikem Epos erstellen. Seine KI-Version von „The Odyssey“ solle bis Ende 2026 fertig sein.
„Bevor dieses Jahr endet, wird Grok Imagine einen abendfüllenden Film von The Odyssey machen, der historisch korrekt ist und der Kunst Homers treu bleibt“, postete er zusammen mit einem von einem X-Nutzer veröffentlichten, KI-generierten dreiminütigen Kurzfilm zu „The Odyssey“.
Wo fängt man da an?
Abgesehen davon, dass Musk seine Zeit damit vergeudet hat, rechte Kulturkämpfer aufzuwiegeln: Er hat die Besetzung von Lupita Nyong’o als Helena von Troja hasserfüllt attackiert, auf Kosten des trans Schauspielers Elliot Page (der in The Odyssey den Sinon spielt) erbärmliche transfeindliche Witze gemacht und Regisseur Christopher Nolan auf groteske Weise als „anti-weißen Rassisten“ bezeichnet. Der Multimilliardär hat dabei drei grundlegende Punkte offenbar nicht verstanden.
Homers rund 2.800 Jahre alte „The Odyssey“ ist ein Werk der FIKTION und kann daher nicht „historisch korrekt“ sein. Die Sirenen, der Zyklop und eine Zauberin, die Krieger in Schweine verwandelt, sind ein recht deutlicher Hinweis. Lektion: Mach deine Hausaufgaben.
Sein Dauerstreit mit Christopher Nolan wirkt nur noch verzweifelter. Die ganze inszenierte Empörung hat Nolans Film nicht daran gehindert, ein Kritikerliebling und ein gigantischer Kassenerfolg zu werden. Lektion: Die Verbreitung von Desinformation und Hass auf X ändert nichts an künstlerischer Wertschätzung. Erkenne, wann du geschlagen bist.
Er ist ohnehin schon abgehängt worden, denn eine KI-Schrott-Version von „The Odyssey“ ist längst angekündigt und im Netz bereits zerrissen worden – niemand will das sehen. Lektion: Du bist zu spät dran.
Die Reaktionen im Netz auf Musks Grok-Projekt fallen alles andere als positiv aus. X-Nutzer nennen ihn entweder einen „Vollidioten“ oder einen „Zyklopen-Truther“. Einige der Reaktionen finden sich unten:
Andererseits würde eine Grok-Nacherzählung Nolans Film wohl nur noch mehr als akribisch gemachtes, zutiefst menschliches Epos erscheinen lassen. Vielleicht sollten wir den Mann, der glaubt, Menschen wollten auf dem Mars leben, also gar nicht allzu sehr entmutigen.