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Kürzung der Entwicklungshilfe wegen Flüchtlingskrise?

Kürzung der Entwicklungshilfe wegen Flüchtlingskrise?
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Von Euronews
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Die EU gibt am meisten Entwicklungshilfe, dennoch kommen viele Wirtschaftsmigranten nach Europa. Jetzt ist die Rede davon, einen Teil des Geldes für die Flüchtlingskrise abzuzweigen.

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Europa gibt jedes Jahr mehr als 50 Milliarden Euro für Entwicklungshilfe aus. Dennoch kommen viele Wirtschaftsmigranten aus Ländern, die Hilfe erhalten. Es ist die Rede davon, ein Teil des Geldes für die Flüchtlingskrise abzuzweigen. Dieses Jahr könnten mehr als eine Million Menschen nach Europa kommen.

Nichtregierungsorganisationen zufolge könnte das Kürzen der Entwicklungshilfe zu noch mehr Migranten führen. Sie sind bereits gegenüber den syrischen Flüchtlingen in der Mehrzahl. Wie soll Europa den Flüchtlingen und den Entwicklungsländern helfen? Und woher soll das Geld kommen? Die Budgets sind bereits überstrapaziert.

Über diese Fragen haben wir im Europäischen Parlament in Brüssel mit drei Gästen gesprochen:

Nirj Deva, Vize-Präsident des Entwicklungsausschusses und Mitglied der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer, zufolge begeht die Europäische Union einen schweren Fehler. Er betont: “Wir sollten den Menschen in den Camps helfen und nicht den Menschen, die stark genug sind und, die die Möglichkeit haben, quer durch Europa zu laufen und nach Großbritannien zu kommen.”

Conservative MEP Nirj Deva secures backing for his new approach to tackling global poverty. https://t.co/3xLkEn21bRpic.twitter.com/e9Eyf0hjP0

— Conservative MEPs (@ConMEPs) 17. Februar 2016

Henrique Banze, Vizegeneralsekretär der Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten, zufolge muss man sich vor allem anschauen, was die Menschen dazu treibt, auszuwandern. “Was sind die Gründe der Migration? Es gibt mehrere Gründe. Natürlich wäre da der wirtschaftliche Faktor. Man muss mit Entwicklungshilfe die Wirtschaft ankurbeln, aber man muss auch Geld für die Flüchtlingskrise ausgeben. Und viele Menschen fliehen vor Konflikten, das ist auch ein Grund der Migration. Diese Konflikte müssen wir also beenden,” so Banze.

Und für Eugenio Ambrosi, EU-Regionaldirektor der Internationalen Organisation für Migration (IOM) ist es ein Fehler Geld, das für die Entwicklungshilfe vorgesehen war, für die Flüchtlingskrise auszugeben. Er erklärt: “Man muss eine umfassende Lösung für die Migration finden. Entwicklungshilfe ist nötig, aber man muss auch politische Krisen verhindern, da sie massive Flüchtlingsströme auslösen können. Sie haben Ägypten erwähnt. Nun, im Nord-Osten von Nigeria gärt es bereits und die Situation könnte explosiv werden.”

IOM_news</a> Eugenio Ambrosi underlines <a href="https://twitter.com/hashtag/EU?src=hash">#EU</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/migration?src=hash">#migration</a> plan of action + challenges of complex flows <a href="https://twitter.com/hashtag/migrationtalks?src=hash">#migrationtalks</a> <a href="https://t.co/SSmwgWuwR8">pic.twitter.com/SSmwgWuwR8</a></p>&mdash; USAIM (USforMigration) 11. Dezember 2015

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