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Wie der Mont-Saint-Michel wieder zur Insel wird

Mit Unterstützung von The European Commission
Wie der Mont-Saint-Michel wieder zur Insel wird
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Von Aurora Velez
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Insel bekommt ihr Meer zurück - nachdem sie über die Jahrzehnte langsam eins mit dem Festland geworden war. Wir nehmen das Projekt im Norden Frankreichs genauer unter die Lupe.

Am Mont-Saint-Michel scheint die Zeit stillzustehen. Aber der weltbekannte Klosterfelsen im Norden Frankreichs erhält erst seit etwa zehn Jahren seinen ursprünglichen Inselcharakter zurück. Dieser war mit der Zeit durch angeschwemmte Sedimente verloren gegangen. Die Bucht versandete, die Insel verwuchs mit dem Festland.

Marie-Agnès Poussier-Winsback, Vizepräsidentin der Region Normandie, erklärt: "Ziel der Renaturierungsarbeiten ist, dass der Berg wieder zu dem wird, was er in den vergangenen Jahrhunderten noch war, nämlich eine Insel im Meer, die nicht komplett versandet ist. Und dass die Touristenströme besser organisiert werden."

In drei Schritten zurück zur Insel

Der erste große Schritt war der Abbau des alten Straßendamms. Er wurde durch eine Stelzenbrücke ersetzt, die Ebbe und Flut wieder freie Bahn lässt und den rund 2,5 Millionen Besuchern pro Jahr ganz neue Perspektiven auf die einzigartige Landschaft bietet.

Hugo Poulet führt mehrmals am Tag Touristen durch die Bucht. Die Eingriffe in die Wattlandschaft haben auch seine Touren verändert. "Seit die Arbeiten zur Wiederherstellung des Inselcharakters laufen, ist der Boden etwas abgesunken", sagt der Franzose. "Das Meerwasser fließt schneller ein und wir haben den Fluss Couesnon jetzt auf beiden Seiten der Bucht. Die Ausflüge sind dadurch kürzer geworden. Wir müssen ein bisschen jonglieren, uns an das Meer anpassen."

EU und Frankreich teilen sich die Kosten

Kostenpunkt des Renaturierungsprojekts: 184 Millionen Euro. 85 Millionen übernimmt der französische Staat, 21,5 Millionen die Europäische Union. Letztere investierte vor allem in den Bau eines neuen Staudamms und mehrerer hydraulischer Einrichtungen. Mit ihrer Hilfe wird Wasserdruck erzeugt und der sorgt dafür, dass sich weniger Sand vor der Insel ablagert. Der alte Damm wurde abgerissen.

"Er diente dazu, vor Überschwemmungen zu schützen. Der neue Damm tut das auch, aber seine Hauptaufgabe ist, die Strömungen von Meer und Fluss zu regulieren und dafür zu sorgen, dass die am Fuße des Mont-Saint-Michel abgelagerten Sedimente weggeschwemmt werden", sagt Romain Desguée, Verantwortlicher für den Staudamm.

Umweltfreundliches Parkleitsystem

Dritte große Änderung: Parken direkt vor dem Kloster ist inzwischen verboten. Die Asphaltflächen dort sind verschwunden, stattdessen werden Besucher auf einen mehrere Kilometer entfernten Großparkplatz gelotst. Hinüber zur Insel kommt man mit Shuttlebussen, Kutschen oder zu Fuß wie Murielle. "Ich kriege vom Mont-Saint-Michel nie genug", schwärmt die Französin. "Ich komme sehr regelmäßig hierher: mindestens einmal im Monat."

Schon Victor Hugo sagte: "Der Mont-Saint-Michel ist für Frankreich das, was die Pyramiden für Ägypten sind." Und man müsse ihn schützen.

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