Trotz Coronavirus-Krise: Polen streitet über Abtreibung

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Von Stefan Grobe
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Das polnische Parlament debattiert diese Woche ein strengeres Abtreibungsgesetz. Da derzeit Protestkundgebungen nicht möglich sind, müssen sich Demonstranten besonders kreativ zeigen.

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Das Coronavirus hat die Proteste gegen das geplante polnische Anti-Abtreibungsgesetz zu Kreativität gezwungen.

Die zumeist weiblichen Gegner des Vorhabens machtem ihrem Ärger auf Fahrrädern und in Autos Luft, anstatt in Demonstrationsmärschen.

Viele nutzten auch die #ProtestatHome-Kampagne von Amnesty International auf Twitter.

An erster Stelle sollte derzeit der Gesundheitsschutz stehen, die Regierung sollte das Virus bekämpfen und nicht die Frauen, so eine Sprecherin von Amnesty International.

Die Regierung will ihr Projekt in dieser Woche durchs Parlament bringen.

Ein ähnliches Gesetzesvorhaben vor zwei Jahren hatte Tausende Demonstrantinnen auf die Straße getrieben.

Die polnische Volksvertretung debattiert zudem ein ebenfalls kontroverses Vorhaben, das die Sexualerziehung von Kindern unter Gefängnisstrafe stellt.

Es sei absurd, dass das Parlament gleichzeitig strengere Abtreibungsregeln und strengeren Sexualunterricht berate, heisst es bei Amnesty International.

Damit werde es jungen Menschen verboten, sich über ihre sexuellen Rechte, einschließlich der Abgtreibung, zu informieren.

In Polen sind die Anti-Abtreibungs-Kräfte gut vernetzt.

Vor allem die Katholische Kirche drängt zu strengeren Maßnahmen.

Doch hat die konservative Regierung noch nicht eindeutig Position zu den Gesetzesvorhaben bezogen, die auf Bürgerinitiativen zurückgehen.

Kritiker werfen den Abtreibungsfürwortern im Parlament vor, dem Thema ausgerechnet während der Coronavirus-Krise Priorität einzuräumen.

Zu einem Zeitpunkt, an dem eine öffentliche Debatte stark eingeschränkt ist.

Weitere Quellen • Susan Dabbous

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